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    Gerbrunn

    Der TSV sucht dringend Vorsitzende

    Martin Rüthlein (rechts) ist nach zwei Jahren als Vorsitzender des TSV Gerbrunn zurückgetreten. Ein Nachfolger ist nicht...

    Der TSV Gerbrunn boomt, kommt aber nicht zur Ruhe. Martin Rüthlein, Vorstand Verwaltung, hatte nach dem Rücktritt von Rainer Maiwald, Vorstand Finanzen, im März 2018 dessen Aufgaben noch mit übernommen. Jetzt zog Rüthlein die Reißleine. Der langjährige TSVler hatte schon bei der Krisensitzung 2016 deutlich gemacht, ungern allein an vorderster Front stehen zu wollen. Auch weil der Vorsitzende allzu oft im Feuer der Kritiker stehe. "Die Querschüsse aus dem Hinterhalt müssen endlich aufhören", bestätigt Bürgermeister Stefan Wolfshörndl, 2016 zum Schriftführer gewählt und seit 2017 Revisor des Vereins.

    Neue Aufgaben in der Vereinsführung sind hinzugekommen

    Die Krise 2016, als mit dem Vorsitzenden Thomas Beck mehrere Vorstandsmitglieder zurücktraten oder sich nicht mehr zur Wiederwahl zur Verfügung stellten, schien im vergangenen Jahr überwunden. Man führte ein Jahr viele Gespräche, baute die Struktur des Vereins um und überarbeitete die Satzung. In dieser Zeit, abgerundet durch eine Klausur aller Vereinsverantwortlichen, kristallisierten sich auch die Kandidaten heraus, die man im Frühsommer 2017 in den Vorstand wählte. Neben Rüthlein und Maiwald gehörte Alexander Brückner als Vorstand für Sport und Sponsoring dazu.

    Bei der Versammlung 2018 kam jetzt die Hiobsbotschaft. Nach dem gesundheitlich bedingten Ausscheiden Maiwalds aus dem Dreiergremium erklärte auch Rüthlein, nicht weiter zur Verfügung zu stehen. Diese Entscheidung, berichtet er, habe er im Vorfeld der Mitgliederversammlung im Urlaub in langen Gesprächen mit einem völlig unbeteiligten Freund gefällt. "Letztlich hatten wir jetzt wieder die gleiche Situation wie 2016. Und ich wolle nie alleine die Führung und vor allem die damit verbundene Verantwortung übernehmen", begründet er seinen Rücktritt. Die Aufgaben in der Vereinsführung würden nicht weniger - beispielsweise mit Blick auf die neue Datenschutzgrundverordnung - das sei ihm zu viel. "Ich muss auch an mich und meine Gesundheit denken."

    Vergütung für Vorstandsmitglieder bleibt unkonkret

    Leicht falle ihm der Rücktritt nicht, gesteht er. "Ich habe das bisher schon gerne gemacht und durchaus Freude daran gehabt." Die Aufgabenmehrung und die nicht nachlassende Kritik belasteten ihn aber zu sehr. Künftig will er dem TSV im Hintergrund zur Verfügung stehen, in der Betreuung der EDV.

    Nicht durchsetzen konnte Rüthlein in der jüngsten Mitgliederversammlung seinen Wunsch, die in der neuen Satzung bereits verankerte Möglichkeit einer geringfügigen Vergütung für die Vorstandsmitglieder konkreter zu fassen. "Leider wollte mir da die Mehrheit der 35 Anwesenden nicht folgen", bedauert er, hält er doch diesen Schritt für die Zukunft der ehrenamtlichen Vorstandsarbeit für unabdingbar. Mit seinem Rücktritt habe die Niederlage in der Abstimmung nichts zu tun, versichert er. Brückner und Wolfshörndl bestätigen, dass er wegen seiner Amtsniederlegung bereits vor der Versammlung das Gespräch mit ihnen gesucht hatte.

    Mitgliederversammlung am 19. September

    Auch Alexander Brückner hat daraus Konsequenzen gezogen. "Möglicherweise als Allein-Verantwortlicher übrig zu bleiben, das kann ich nicht leisten, aus familiären und beruflichen Gründen", sagt der dreifache Vater. So wurde mangels Kandidaten die Vorstandswahl verschoben auf die außerordentliche Mitgliederversammlung am Mittwoch, 19. September, um 19 Uhr.

    Für die rund 1300 Mitglieder sei ein Team von drei bis vier Vorständen gut, welche die anfallenden Aufgaben unter sich aufteilen, sagt Brückner. Der TSV, ergänzt Wolfshörndl, sei finanziell gut aufgestellt, habe eine funktionsfähige Struktur und engagierte Abteilungen: "Nur keinen Vorstand."
    Solle bei der Versammlung im September niemand für die Wahl des Vorstandes zur Verfügung stehen, würde dem TSV die Zwangsverwaltung und letztlich die Auflösung drohen.

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