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    OBEREISENHEIM

    Der Wunsch: Wieder mit der Bahn nach Volkach

    Derzeit fährt auf der Strecke nur die Mainschleifenbahn. Jetzt will ein Bündnis aus Landräten und Bürgermeistern die Str... Foto: Rainer Weis

    Mit leicht stolzer Brust verkündete Bürgermeister Andreas Hoßmann dem Gemeinderat, dass in einer gemeinsamen konzertierten Aktion ein Schreiben zur Reaktivierung der Bahnstrecke Seligenstadt/b. Würzburg - Volkach an den Staatsekretär Gerhard Eck verfasst und an ihn ausgehändigt wurde. Daran haben sich beteiligt Eberhard Nuß, Landrat des Landkreises Würzburg, Christian Schuchardt, Oberbürgermeister der Stadt Würzburg, Tamara Bischof, Landrätin des Landkreises Kitzingen, Birgit Börger, Bürgermeisterin der Gemeinde Prosselsheim, Andreas Hoßmann, Bürgermeister der Marktgemeinde Eisenheim und Peter Kornell, Bürgermeister der Stadt Volkach.

    Weiterverbindung nach Würzburg

    In dem Brief wird angeregt, dass Eck sich für die Reaktivierung der Bahnstrecke von Volkach nach Seligenstadt mit einer Weiterverbindung nach Würzburg einsetzen möge. Denn angeregt durch die verkehrs- und umweltpolitischen Diskussionen der letzten Wochen, in der über Feinstaub, Stickoxide und Fahrverbote in den Städten nachgedacht werde, erhebe sich die Frage, ob eine Entlastung durch eine Reaktivierung der Bahnstrecke Volkach bis Würzburg nicht dieser Sache dienlich sei, heißt es. Man wende sich deshalb an ihn, da er bisher bereits ein hohes Engagement und Einsatz in Sachen Verbesserungen des ÖPNV gezeigt habe. Deshalb sei mit Blick in die Zukunft hier eine zum Wohle der Bürger und zur Verbesserung der Umwelt- und Verkehrspolitik bessere Abstimmung nötig.

    Charmant und umweltfreundlich

    Dies gelte im Besonderen dem Pendler- und Individualverkehr von und nach Würzburg, so der Brief weiter. Aber auch dem Tourismus, der von und nach Volkach an die Mainschleife einen immer höheren Stellenwert einnehme, wäre eine Reaktivierung der Bahnstrecke dienlich. Besonders charmant und umweltfreundlich wäre dabei der Gedanke einer Elektrifizierung der Bahnstrecke.

    Das für den Abschnitt Volkach-Seligenstadt bei Würzburg zuständige Infrastrukturunternehmen, die Betriebsgesellschaft Mainschleifenbahn hat unter anderem erste Untersuchungen über die Kosten für eine Wiederinbetriebnahme angestellt und die fahrplantechnische Machbarkeit einer durchgehenden Verbindung nach Würzburg mit positivem Ergebnis untersuchen lassen. Für die Infrastruktur einschließlich Wiederanbindung am Bahnhof Seligenstadt auf die Bahnstrecke Schweinfurt - Würzburg, die Modernisierung der Bahnübergänge und Bahnsteige muss ein Betrag von rund vier Millionen Euro angesetzt werden. Diese Beträge ließen sich über 15 Jahren mit Zuschüssen und Entgelten refinanzieren.

    im Vergleich zum Pkw durchaus attraktiv

    Zudem würde eine Fahrt etwa von Volkach nach Würzburg oder umgekehrt rund 25 Minuten dauern und wäre damit im Vergleich zum Pkw durchaus attraktiv, heißt es weiter. Es zeige sich auch, dass die chronisch überfüllte Park&Ride-Plätze rund um Würzburg wie in Rottendorf, Iphofen, Dettelbach, Bergtheim und Seligenstadt zur verkehrsmäßigen Entlastung Würzburgs mit seiner Kessellage beitragen. Mit der Reaktivierung der Bahnstrecke könne hier ein erheblicher Beitrag geleistet werden.

    Spagat zwischen Weintourismus und Promillegrenze

    Eine Reaktivierung der Bahn würde auch helfen, den Spagat zwischen Weintourismus und Promillegrenze zu verkleinern. Die als überdurchschnittlich zu bezeichnenden Gästebewegungen Richtung Volkach und den am Main gelegenen Weinorten wären dadurch gut und sicher erreichbar.

    Am Ende des Schreibens steht: „Faktoren wie die Einleitung einer Verkehrswende zur Entlastung unserer Städte vom Pkw-Verkehr sowie ein lokaler Beitrag zu Emissionsreduzierung sollten in die Entscheidung über die Reaktivierung der Mainschleifenbahn und damit der ersten Reaktivierung in Unterfranken überhaupt einfließen. Wir bitten daher um Unterstützung auch im Sinn “Saubere Luft in den Innenstädten„ diesen Weg mit uns zu gehen“.

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