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    Gaubüttelbrunn

    Der geplante Sportplatz ist nach wie vor umstritten

    An dieser Stelle soll der neue Sportplatz in Gaubüttelbrunn entstehen, rechts im Bild die Musikhalle. Vor den Häusern soll eine Lärmschutzwand gebaut werden. Foto: Christian Ammon

    Der erfolgte Anbau an das Gaubüttelbrunner Bürgerheim und die damit verbundene Planung, dort einen Fußballplatz anzulegen, sind im Kirchheimer Ortsteil seit Jahren umstritten. Nachdem die Gegner vor kurzem eine Unterschriftenliste mit 91 Namen gesammelt hatten und auch der Bund Naturschutz nochmals auf mögliche Vorkommen seltener Vogelarten hingewiesen hatte, reagierte jetzt der Bauherr, der DJK-Sportverein.

    Er lud zu einer Versammlung ins Bürgerheim, die mit über 100 Teilnehmern sehr gut besucht war. Ziel der Veranstaltung: offen über das umstrittene Thema zu informieren. Dabei war deutlich zu spüren, wie tief der Riss im Ort ist und wie sehr die Emotionen auf beiden Seiten brodeln.

    Das Bürgerheim als zentraler Treffpunkt

    Die Pläne für beide Vorhaben reichen bereits bis in die Zeit von 1988/89 zurück, als das Bürgerheim gebaut wurde, berichtete der langjährige Vereinsvorsitzende Ernst Valentin: Es sei von Anfang an geplant gewesen, alle Aktivitäten an einem Ort zu bündeln. "Die Wege in einem Dorf dürfen nicht auseinander gehen, sie müssen zusammenführen", betonte Valentin.

    Schon heute treffen sich im Bürgerheim nicht nur die großen Gaubüttelbrunner Vereine wie der Musikverein, die Feuerwehr, der Bürgerverein oder die DJK. Die konkreteren Planungen für Anbau und Sportplatz laufen seit etwa zehn Jahren. Zu den Verzögerungen hat nicht zuletzt eine neue Rechtslage beigetragen, die für Sportanlagen die Aufstellung eines Bebauungsplans erfordert.

    Der Anbau ist bereits errichtet

    Um das Bürgerheim zu stärken, wurde der Anbau bereits errichtet - mit einem Multifunktionsraum und einer Umkleide und Dusche für die Sportler. Der vom Amt für ländliche Entwicklung als Dorfgemeinschaftshaus geförderte Anbau hat bisher 250 000 Euro gekostet, davon hat die Gemeinde 125 000 Euro übernommen, das Amt 93 000 Euro. Auch freiwillige Helfer des Vereins haben angepackt.

    So wurden der Abbruch, aber auch die Elektroinstallation und der Heizungsbau von 26 freiwilligen Helfern in Eigenregie in knapp 1000 Stunden durchgeführt, was einem Gegenwert von etwa 25 000 Euro entspricht. Dennoch steht schon jetzt fest, dass es eine Lücke in der Finanzierung gibt.

    Eine Lärmschutzwand soll die Nachbarn schützen

    Der nötige Bebauungsplan für das Areal ist noch nicht rechtskräftig. Die öffentlichen und privaten Stellungnahmen sind eingegangen, es fehlt aber noch die Abwägung im Gemeinderat. Um den Schallschutz einzuhalten,  empfiehlt das mit der Erstellung des Bebauungsplans beauftragte Planungsbüro eine zwei Meter hohe Lärmschutzwand auf 45 Meter Länge. Damit sollen die Grenzwerte eingehalten werden.

    Das Landratsamt fordert zudem noch eine Untersuchung des Areals auf Feldhamster-Bauten hin. Zu klären ist auch, ob der mit Betonplatten befestigte Feldweg und eine provisorische Brücke ausreichen, um die hinter dem Sportplatz geplanten Parkplätze anzufahren.

    Über Bürger folgten der Einladung der DJK SV Gaubüttelbrunn, um über den geplanten Sportplatz zu diskutieren. Foto: Christian Ammon

    Die Kritiker des Vorhabens stören sich vor allem an der Lärmschutzwand  zum angrenzenden Wohngebiet und am Flutlicht. Auch bezweifeln sie, ob ein neuer Sportplatz für die Ansprüche des Vereins tatsächlich notwendig ist: "Ein Fußballplatz ist kein Anreiz für junge Familien", behauptete einer der Gegner. Entscheidend seien dagegen ein Kindergarten, ein Schule und ein Bahnanschluss.

    Nach Ansicht des Sportvereins ist der Ausbau des alten Sportplatzes keine Alternative. Dort fehle es an Platz. Die Kosten für ein solches Vorhaben schätzt der Verein zudem auf eine halbe Million Euro, inklusive Vereinsheim. Auch lasse  sich der Platz derzeit nicht ausreichend bewässern. "Wir sind es auch den Ehrenamtlichen schuldig, ihnen die Arbeit möglichst einfach zu machen", erklärte Franz-Karl Engert für den Verein.

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