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    Randersacker

    Der unerfüllte Traum von der Hochzeit auf dem Schelch

    Geschäftsführer Roland Drexel (links) und Bürgermeister Michael Sedelmayer gratulierten ihrer Kollegin Erika Holl-Schmac...

    Vor 45 Jahren, am 1. September 1973, trat die 16-jährige Erika Holl ihren Dienst als Verwaltungsfachangestellte in der Marktgemeinde Randersacker an. "Ich habe gleich gemerkt, dass mir das sehr viel Spaß macht", verrät die Jubilarin Bürgermeister Michael Sedelmayer, der ihr gemeinsam mit Geschäftsführer Roland Drexel zum Dienstjubiläum gratulierte.

    Die 61-jährige Mutter einer erwachsenen Tochter ist sogar länger im Standesamt tätig als mit ihrem Mann Bruno Schmachtenberger verheiratet. Ihre Bestellungsurkunde als Standesbeamtin ist auf 16. November 1978 datiert. Tatsächlich hat sie auch schon vor ihrer eigenen Hochzeit beruflich Ehen geschlossen, erzählt sie. Dass sich seine Gattin gut auskennt mit den Gegebenheiten im Standesamt, erfuhr auch ihr Mann. Denn seine Frau entschied sich bei der Hochzeit für einen in den 80er Jahren auf dem Dorf eher ungewöhnlichen Doppelnamen Holl-Schmachtenberger. "Ich bin einfach sehr verbunden mit meiner Familie und meinen Brüdern und wollte den Namen nicht weggeben", erklärt sie ihren Entschluss.

    Dass sie sich für die Karriere in der Verwaltung entschieden hat, erinnert sie sich, könnte auch damit zusammenhängen, dass sie als Kind immer mit dabei war, wenn ihre Mutter die Einnahmen des Vaters als Fährmann zum Wochenbeginn auf der Gemeinde ablieferte. "Außerdem schreibe ich gerne", fügt sie hinzu.

    Das ist durchaus wörtlich zu nehmen. Denn in ihren ersten Berufsjahren musste sie alle Einträge in Stammbücher und Urkunden noch handschriftlich erledigen. Später löste die fälschungssichere Dokumentenschreibmaschine mit Buchstaben aus Punkten die Tinte ab, bis dann der PC Einzug ins Standesamt hielt.

    In ihren 45 Berufsjahren hat sie vier Geschäftsführer, acht Bürgermeister und drei Bauhofleiter erlebt. "Freud und Leid liegen und lagen in diesem Amt immer nah beieinander", sagt die Standesbeamtin, die mit vielen ehemaligen Kolleginnen freundschaftliche Kontakte pflegt.

    Ihren größten beruflichen Wunsch hat die Tochter eines Fischers sich allerdings bis heute nicht erfüllen können: das Angebot einer Hochzeit auf dem Schelch. "Davon habe ich immer geträumt", gesteht sie.

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