• aktualisiert:

    Kürnach

    Deutsch-türkisches Treffen in Kürnach

    Manfred Dülk (links) und Latif Celik sprachen über gelungene Integration. Foto: Freie Wähler Kürnach

    Zu einem Austauschgespräch lud Dr. Latif Çelik aus Würzburg den Freien Wähler Manfred Dülk aus Kürnach ein. Çelik ist Journalist, Autor, Historiker und Gründer des deutsch-türkischen Integrationsbündnisses. Dülk ist stellvertretender Landesvorsitzender der Freien Wähler in Bayern. Es ging um die Frage, wie Integration gelingt.

    Dr. Çelik ist auch Mitglied in der Integrationsjury der Regierung von Unterfranken. Er betonte, dass man Integration nicht über die Schiene Angst verkaufen dürfe. In Angst vor einer Herausforderung zu leben, könne gefährlich sein und den Weg in die Zukunft lähmen.

    Dülk vertrat die Ansicht, dass Integration nur gelingen kann, wenn sie von allen Seiten ernsthaft angestrebt und von der Gesellschaft angenommen und getragen wird. Das deutsche Grundgesetz biete einen ausreichenden Rahmen, der es Migranten erlaubt, ihre persönliche Einstellung, Religion, Sitten und Gebräuche beizubehalten.

    Unmissverständlich stellte er aber klar, dass diese persönlichen Rechte nicht im Widerspruch zu geltenden Gesetzen, Normen und Regeln stehen dürften. Es dürfe erwartet werden, dass man als Neuankömmling die Vorgaben im Land akzeptiert. In Deutschland ist etwa die Religionsfreiheit Gesetz. Die Religionsfreiheit dürfe jedoch nicht missbraucht werden. Religionen sollten einen und nicht spalten.

    Als positives Beispiel für Integration hatten die Gesprächspartner die Kinder und Jugendlichen vor Augen. Sie würden Menschen unbefangen gegenübertreten, egal welcher Herkunft und Hautfarbe sie sind. Ihre gemeinsamen Interessen beispielsweise in Fußballteams, Sportgruppen und Jugendorganisationen sind die Grundlage für ein unkompliziertes Miteinander.

    Manfred Dülk fordert ein Einwanderungsgesetz mit klaren Vorgaben, das neben dem Grundgesetz der Reglung für die Integration dient. Integration dürfe nicht von der politischen Laune und vom Zeitgeist kleiner Randgruppen geprägt werden. Im Einwanderungsgesetz sollten darüber hinaus die Eingliederung auf dem Arbeitsmarkt und die Handhabung im Wirtschaftsbereich klar definiert sein.

    Die beiden Gesprächspartner waren sich einig, dass die Politik Brücken bauen, Hürden überspringen und gegebenenfalls Mauern einreißen sollte, "damit alle Menschen in unserem Land in Würde, Friede, Freiheit und Wohlstand nebeneinander leben können". Alle sollten an einem gedeihlichen Miteinander arbeiten, sind sich Manfred Dülk und Latif Çelik einig.

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!