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    Eisingen

    Deutscher Voltigierpokal erstmals in Bayern ausgetragen

    Erstmals in der 19-jährigen Geschichte des Deutschen Voltigierpokals fand diese bundesweite Veranstaltung in Bayern statt. Laut Statuten darf immer der letztjährige Gewinner die Veranstaltung ausrichten. 2017 hatte der RVV Pleichachtal die Wertung der L-Gruppen gewonnen und damit die Ehre gehabt, den Wettbewerb auszurichten. Doch der Verein sah sich dazu nicht in der Lage und übertrug das Veranstaltungsrecht auf den Pferdesportverein Würzburg-Erbachshof.

    "Dass uns dieser L-Voltigierpokal sozusagen zugeflogen ist, ist ein großes Glück für uns, haben wir doch in den vergangenen Jahren einige Rückschläge verkraften müssen", begrüßte Stefanie Kufner als Vereinsvorsitzende alle Teilnehmer der dreitägigen Veranstaltung. Sie erinnerte an den Großbrand 2015, als auf dem Erbachshof eine Scheune mit Pferdestall vollständig zerstört wurde. Durch das schnelle Eingreifen der Helfer kamen zum Glück keine Tiere zu Schaden und konnten rechtzeitig aus dem brennenden Gebäude gerettet werden.

    Körperbeherrschung in Harmonie mit der Bewegung des Pferdes

    Voltigieren ist Turnen auf dem Pferd. Dabei werden von einzelnen Teilnehmern oder auch Gruppen von bis zu acht Startern akrobatische Höchstleistungen auf einem an einer Longe geführten Pferd vollbracht. Voltigieren kann sowohl Einzelsport als auch Mannschaftssport sein. Dabei steht immer das Wohl des Pferdes im Mittelpunkt, weshalb man Voltigieren auch dem Pferdesport und nicht dem Turnen zuordnet.  "Voltigieren ist Körperbeherrschung in Harmonie mit der Bewegung des Pferdes und erfordert ein uneingeschränktes Vertrauen zwischen den zwei- und vierbeinigen Partnern", hatte Innenstaatssekretär Gerhard Eck in seinem Grußwort die Besonderheiten des Voltigierens vor Ort beschrieben.

    In Eisingen stand der Breitensport im Mittelpunkt, wobei die einzelnen Übungen an sich schon sehr leistungsorientiert waren. Das sah auch Landrat Eberhard Nuss so, der zusammen mit Eisingens Bürgermeisterin Ursula Engert die Schirmherrschaft der Veranstaltung übernommen hatte. "Ich bin stolz darauf, dass die bayerische Premiere dieses tollen Ereignisses hier bei uns im Landkreis Würzburg stattfindet". Er lobte die Einsatzbereitschaft der vielen Helfer und der Verantwortlichen im Verein. "Alle Vereine leben davon, dass Menschen mehr tun, als sie müssen".

    Großer Einsatz für die Nachwuchsarbeit

    Den großen Einsatz der Mitglieder des Pferdesportvereins Würzburg-Erbachshof lobte auch Ursula Engert. Sie erinnerte dran, dass im Verein über 250 Mitglieder gemeldet sind, ein auffallend hoher Anteil an Kindern und Jugendlichen spreche für eine gute Nachwuchsarbeit. "Es ist ganz toll, was der Verein hier in den letzten Jahren aufgebaut hat". Auch die Präsidentin des fränkischen Reit- und Fahrverbandes Jutta Leitherer schaute trotz eigener Geburtstagsvorbereitungen beim Turnier vorbei. Sie sieht den Voltigiersport als Beginn einer Pferdesportkarriere. "Voltigieren ist für Kinder und Jugendliche meist der Einstieg in den Dressur- und Springpferdesport". Deshalb sei es besonders wichtig, dass die Vereine eine gute Nachwuchsarbeit anbieten.

    Der L-Cup der Voltigierer gliedert sich in eine Pflicht und eine Kür, wie beim Turnen auch. Bei der großen Siegerehrung am Sonntagnachmittag wurde der Nachfolger für die Pleichachtaler verkündet, der im kommenden Jahr den Deutschlandpokal ausrichten darf. Aus den Händen der Pleichachtalerinnen erhielten die Teilnehmerinnen aus Schwegenheim vom Landesverband Rheinland-Pfalz den großen Pokal überreicht. Gewonnen hat aber auch der Pferdesportverein Würzburg-Erbachshof. Man will in Zukunft weitere Wettkämpfe ausrichten, so Stefanie Kufner, die zusammen mit ihrer Schwester Maria Eckert-Kufner Besitzerin des Pferdehofes ist.

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