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    Leinach

    Deutschlands größter Schwarzkiefernwald ist massiv gefährdet

    Pure Ratlosigkeit herrschte unter den Wanderern wegen der deutlich erkennbaren massiven Hitzestress-Schäden an den Schwarzkiefern. Foto: Herbert Ehehalt

    Gefährdet wie niemals zuvor scheint Deutschlands größter zusammenhängender Schwarzkiefernwald auf den Gemarkungen der Gemeinden Leinach und Erlabrunn. Ein Triebsterben in bisher nie dagewesenem Ausmaß registrierten die etwa dreißig Teilnehmer des traditionellen Winterflurgangs der Gemeinde Leinach rund um Volkenberg, Eichelberg und Espenloh. Da trat für die interessierten Wanderer selbst der Schwenk vorbei am geplanten Baugebiet "An der Linde 2" fast gänzlich in den Hintergrund.

    Dabei konnten sich die Teilnehmer zu Beginn des neuen Jahres durch die Erläuterungen von Bürgermeister Uwe Klüpfel (CFW) unmittelbar vor Ort von der Entwicklungschance der Gemeinde durch die Entstehung neuer Baugrundstücke am Ortseingang überzeugen. Als klares Ziel im gerade begonnenen Jahr 2019 gab Klüpfel die Erschließung von 47 attraktiven Baugrundstücken auf einer Fläche von 25 480 Quadratmetern aus. Der Entwurf des Bebauungsplans hierzu liegt aktuell zur Stellungnahme aus.

    Der weitere Wegverlauf des Winterflurgangs führte auf dem Panorama-Höhenwanderweg, der im Vorjahr durch den Tourismusverein "Zwei-Ufer-Land" ausgewiesenen worden war. Was den Teilnehmern dort allerdings ins Auge stach, waren die nicht zu übersehenden, allgegenwärtigen dramatischen Auswirkungen des letztjährigen Extremsommers.

    Insbesondere an den Südhängen des Volkenberg, Eichelberg und Espenloh, findet sich kaum eine der bis 140 Jahre alten Schwarzkiefer, die nicht mit verbrannten, braunen, abgestorbenen Trieben übersät ist. "So lange ich lebe, habe ich so etwas noch nicht gesehen", stellte der 73-jährige Bruno Warmuth mit Schrecken fest. Derweil finden sich die massivsten Schäden vor allem rund um das weithin bekannte Käppele auf dem Volkenberg. Dort verenden durch die offensichtlich absterbenden Schwarzkiefern gerade Kindheitserinnerungen so mancher Teilnehmer des Winterflurgangs.

    Nicht einmal die natürliche Entwicklung mit Beginn der Vegetationsphase scheint die Schwarzkiefern retten zu können. Zu umfassend zeigt sich das unübersehbare Triebsterben an den für die Region als Alleinstellungsmerkmal herausragenden Bäumen. Egal wie alt die Schwarzkiefern sind, hat der durch den Extremsommer verursachte Hitzestress an den Bäumen mehr als deutliche Spuren hinterlassen. Noch dramatischer als für die Gemeinde Leinach scheinen die Auswirkungen jedoch für die Nachbargemeinde Erlabrunn zu sein. Denn während für Leinach die 183,7 Hektar an Schwarzkiefernbestand nur einen Teil des 573 Hektar umfassenden Gemeindewaldes ausmacht, ist der überwiegende Teil der nur 60 Hektar Waldbestand der Gemeinde Erlabrunn gefährdet.

    Aus diesem Grund ist mit dem zuständigen Revierförster Wolfgang Fricker schon für den 18. Januar ein Krisentreffen der beiden Ratsgremium aus Erlabrunn und Leinach vor Ort terminiert. Geht es nach den Teilnehmern des Winterflurgangs der Gemeinde Leinach, sollten die geschädigten Schwarzkiefern aber nicht gefällt werden. Vielmehr sollte den Bäumen die Chance der Regeneration gegeben werden, so die einhellige Auffassung.

    Die bekanntlich zuletzt sterbende Hoffnung richtet sich hierbei auf möglichst viel Niederschlag in den restlichen Wintermonaten und im Frühjahr, und keinem weiteren Hitzesommer. Alleine dies verdeutlicht die Hilflosigkeit, der die Menschen mit den Auswirkungen des Klimawandels in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld ausgeliefert sind.

    In Folge des letztjährigen Extremsommers insbesondere absterbende Schwarzkiefern fielen den Teilnehmern des Winterflurgangs der Gemeinde Leinach ins Auge. Foto: Herbert Ehehalt

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