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    Sommerhausen

    Die Freiwillige Feuerwehr Sommerhausen feiert ihr Jubiläum

    Kommandant Michael Furkel bei seiner Festrede in der Willi-Supp-Halle Foto: Helmut Rienecker

    Es ist schon etwas Besonderes wenn eine Feuerwehr auf ihr 150-jähriges Bestehen zurückschauen kann. Von den über 100 Feuerwehren im Landkreis Würzburg können derzeit nur 15 Gemeinden soweit zurückblicken. Meist wird das Jubiläum dann von den Feuerwehren mit einem mehrtägigen großen Fest begangen. Die Feuerwehrführung in Sommerhausen hat sich hier anders entschieden. Denn es sollte vor allem ein schöner und stressfreier Tag für die Hauptpersonen, die Feuerwehrleute sein.

    Die Feierlichkeiten begannen am Nachmittag mit der Aufstellung zum Festzug an der Willi-Supp-Halle. Mit Musik und Fahnenabordnungen zogen die Feuerwehrleute aus Sommerhausen sowie Fahnenabordnungen der Vereine und der Wehren aus Frickenhausen, Eibelstadt und Winterhausen zum Friedhof. Hier wurde der Verstorbenen mit einer Kranzniederlegung gedacht. Den Jubiläumsabend in der Turnhalle eröffnete dann Kommandant Michael Furkel mit der Begrüßung der Gäste. Zwischen den Festreden spielte immer wieder die Musikkapelle Sommerhausen auf.

    Die Anfänge des Feuerlöschwesens im Ort

    In seiner Ansprache erinnerte Furkel an die Anfänge des Feuerlöschwesens in dem Weinort. Bis 1830 standen den Bürgern bei einem Brand im Dorf nur lederne Löscheimer zur Verfügung, die jeder Haushalt besitzen musste. Erst 1830 wurde die erste Feuerspritze angeschafft.

    Im Jahr 1868 trafen sich dann Männer des Ortes, ihr Ziel war die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr. Am 8. August des nächsten Jahres war es dann soweit. Die 63 Mann wurden in Steiger, Retterzug, Maschinisten und Spritzenzug eingeteilt. Es herrschte strenge Disziplin in dem neuen Feuerwehrdienst. Nichtbefolgen von Befehlen konnte mit 25 Gulden Strafe oder acht Tagen Haft bestraft werden.

    Zunächst trugen die Feuerwehrmänner zu ihrem Schutz lederne Helme aus Armeebeständen. Die ersten Uniformen wurden zum 20-jährigen Bestehen der Wehr angeschafft. Und acht Jahre später konnten glänzende Messinghelme für die Mannschaft angeschafft werden.

    Primitive Mittel des Brandschutzes

    Lange Zeit mussten die Sommerhäuser mit relativ primitiven Mitteln den Brandschutz im Dorf aufrechterhalten. Ein langjähriger Wunsch konnte erst 1903 erfüllt werden. Denn mit Hilfe verschiedener Spender konnte eine zwölf Meter lange Leiter angeschafft werden. Der Bau der Wasserleitung im Folgejahr bedeutete eine weitere Verbesserung des Brandschutzes.  

    Heute verfügt die Feuerwehr in Sommerhausen über moderne Fahrzeuge und Gerät für die Hilfeleistung bei Bränden, Unfällen und Hochwasser. Aktiv im Dienst  sind 45 Feuerwehrfrauen und -männer. Ungewöhnlich ist der niedrige Altersdurchschnitt von nur 33 Jahren. Fast keine Gemeinde im Landkreis hat eine so große und aktive Jugendabteilung wie Sommerhausen. Hier bereiten sich 22 Jugendliche auf ihre späteren Einsätze vor.

    Kurze Festreden voll des Lobes

    Was an diesem Abend in der Willi-Supp-Halle noch besonders war: Weder Bürgermeister Fritz Steinmann, noch MdB Paul Lehrieder, MdL Manfred Ländner noch Landrat Eberhard Nuß redeten länger als fünf Minuten. Genau wie Bürgermeister Fritz Steinmann und die Vertreter der Vereine. Doch wurde viel Lob verteilt. Ein bewegender Moment war der Dank eines Sommerhäusers im Namen seiner Frau. Bei einem medizinischen Notfall waren die First Responder (Ersthelfer) der Feuerwehr nach fünf Minuten vor Ort und retteten ihr so wahrscheinlich das Leben. Dafür gab es viel Applaus aus dem Saal.

    Pünktlich konnten die über 200 Gäste das Abendessen mit einem Mostsüppchen beginnen. Und sich dann am Buffet mit allerlei leckeren Speisen bedienen. Zum Musik von "The blue Moonlights" wurde noch lange weitergefeiert.

    Haute zum Ende seiner Amtszeit bei den Sommerhäuser Musikanten noch mal so richtig auf die Pauke: Landrat Eberhard Nuß. Foto: Helmut Rienecker

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