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    GEROLDSHAUSEN

    Die Halle brachte die Wende für den Verein

    Seit Errichtung der Sporthalle im Jahr 2003 haben sich im Sportverein viele neue Abteilungen gebildet. Darunter auch der... Foto: Schmitt

    Es gab nicht wenige, die den Bau einer eigenen Sporthalle für unnötig hielten. Heute haben sich die kritischen Stimmen gelegt und der Ort steht geschlossen hinter dem 1,3-Millionen-Euro-Projekt, das der vor 80 Jahren gegründete Sportverein Geroldshausen 2003 verwirklichte. „Die Halle war umkämpft, mittlerweile ist der Frieden aber wieder eingekehrt“, erinnert sich der Vorsitzende Ralf Schmitt an den wohl wichtigsten Wendepunkt in der Geschichte des 430 Mitglieder großen Vereins. Kaum einer wolle heute noch die Halle missen. Die von Ehrenamtlichen betriebene Vereinsgaststätte ist sogar die einzige im Ort.

    Neben dem 1937, dem Gründungsjahr des Vereins, angelegten Fußballplatz hatte bis dahin lediglich ein kleiner Sportraum in der Alten Schule zum Trainieren zur Verfügung gestanden. Mehr schlecht als recht wurde er – kaum größer als die heutige Gaststätte – für Gymnastik oder Tischtennis genutzt. Dies änderte sich mit der Eröffnung der Halle schlagartig: Es entstanden völlig neue Abteilungen. Vom Volleyball über Badminton oder Kickboxen bis zum Basketball hin erstreckt sich heute das Angebot. Auch eine so ungewöhnliche Sportart wie das Line Dancing, bei dem sich die Tänzer in einer Reihe aufstellen und mit synchronen Schritten zu Country Musik tanzen, ist dabei.

    Mit bis zu 25 Tänzern muss sie sich selbst vor der seit jeher starken Fußballsparte nicht verstecken.

    „Der Hallenbau war der entscheidende Anstoß, damit sich der Sportverein vom nahezu reinen Fußballverein zu einem Breitensportverein entwickeln konnte“, folgert Schmitt, dem zum Jubiläum weniger der detaillierte Blick in die Vereinsgeschichte wichtig ist als das, was der Verein dazu beiträgt, um Geroldshausen zu einer lebenswerten Gemeinde zu gestalten. Auch deswegen haben die Organisatoren darauf verzichtet, das Jubiläum mit einem traditionellen Festkommers mit langwierigen Grußwörtern und Reden zu feiern. Die Ehrungen verdienter und langjähriger Mitglieder wurden auf die Jahresversammlung gelegt. Besonders die Jüngeren seien für so etwas kaum noch zu begeistern, meint er.

    Und auf die kommt es an. Vom Einsatz der Mitglieder lebt der Verein. So seien die Übungsleiter, allesamt Geroldshäuser, ehrenamtlich und aus Freude an ihrem Sport dabei, berichtet Schmitt. Mit Burkhard Steinbach trainiert sogar ein ehemaliger Profi, der noch mit Dirk Nowitzki spielte, die Jugendmannschaft. Eine Ausnahme ist der Fußball. „Dort geht ehrenamtlich fast gar nichts mehr“, bedauert Schmitt. Er hat selber die Jugend trainiert, solange seine beiden Jungs dort kickten. Herzstück und Treffpunkt für Jung und Alt ist jedoch die fast täglich geöffnete Gaststätte. Abendliche Thekendienste, die die einzelnen Abteilungen übernehmen, machen dies möglich.

    Auch der Bau der Halle ließ sich, finanziell unterstützt von der Gemeinde und mit einem Darlehen des Bayerischen Landes-Sportverbands (BLSV), nur durch den Einsatz der Mitglieder umsetzen: Beim Innenausbau, der Elektroinstallation, der Fußbodenheizung oder dem Pflastern der Wege wurde selber angepackt. Auch helfen die anderen Vereine im Ort, etwa der Obst- und Gartenbauverein, indem er die Außenanlagen gestaltet. Zudem greifen die Theatergruppe, der Gesangverein oder der Männerchor, die die Halle zum Üben und für Auftritte nutzen ihrerseits wieder bei passenden Gelegenheiten den Sportlern unter die Arme.

    Die nächsten Pläne sind bereits in der Schmiede: Der holprige, für die geltenden Richtlinien deutlich zu kleine Fußballplatz soll auf ein Feld nebenan verlegt werden und so den „kleinen Sportpark“ an der Sporthalle abrunden. Der Gemeinderat hat bereits zugestimmt.

    Die Jubiläumsfeier des SV Geroldshausen erstreckt sich über das ganze Jahr: Schon am kommenden Samstag, 17. Juni, treten um 20 Uhr als erster Höhepunkt der Bauchredner Sebastian Reich & Amanda, bekannt als Pierre Ruby, auf. Karten gibt es in der Bäckerei Heunisch oder im Internet unter www.sebastian-reich.de

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