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    Waldbüttelbrunn

    Die Johanniter sollen ein Mehrgenerationenhaus betreiben

    Nach den Besuchen in verschiedenen Mehrgenerationenhäusern sollte der Gemeinderat nun entscheiden, welche Organisation die Trägerschaft für das Waldbüttelbrunner Mehrgenerationenhaus übernehmen soll. Vertreter der Johanniter und der Caritas stellten ihre Konzepte für das unter dem Rathaus geplante Haus vor. Die Caritas betreibt ein Haus in Rottendorf und eines in Heiligkreuz in der Würzburger Zellerau, die Johanniter beispielsweise in Miltenberg. Beide Organisationen hatten die teilnehmenden Gemeinderäte überzeugt.

    Grundsätzlich wird es so sein, dass die Gemeinde die Personalkosten für die Leitung sowie einen kleinen Sachaufwand für die Organisation in den Verbänden zu tragen hat. Angedacht ist es, die Leitung mit einer halben Stelle auszustatten. Empfohlen wird, diese Stunden auf zwei Personen aufzuteilen, damit eine Vertretung im Krankheits- und Urlaubsfall gewährleistet ist. Das Personal wird bei den Trägern angestellt. Ein entsprechender Kooperationsvertrag ist noch auszuarbeiten, so Bürgermeister Klaus Schmidt (SPD). Die Gemeinde hat weiterhin die Sachkosten des Hauses, zum Beispiel Wasser, Strom und Heizung zu tragen.

    Fördermittel sind noch nicht sicher

    Ob eine Förderung nach dem Förderprogramm des Bundes für Mehrgenerationenhäuser möglich ist, ist zurzeit noch unklar. Das aktuelle Förderprogramm ist geschlossen und ob ein neues Förderprogramm (ab 1. Januar 2021) aufgelegt wird, ist momentan noch nicht bekannt. Frühestens im Herbst kann hierzu seitens des Bundes eine Aussage getroffen werden, fuhr Schmidt fort.

    Da sich für das Förderprogramm beworben werden muss, ist nicht sicher, ob man Fördermittel erhält. Die Entscheidung trifft das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Abstimmung mit der Regierung des Freistaates Bayern. Wird man ausgewählt, erfolgt die Förderung dann grundsätzlich für die Dauer der Laufzeit des Programms, meist vier Jahre, wobei jährlich ein neuer Förderantrag gestellt werden muss. Eine Auszahlung erfolgt nur, wenn der Bund Haushaltsmittel bereitstellt. Die jährliche Förderhöhe läge bei maximal 30 000 Euro, Voraussetzung ist eine Kofinanzierung von 10 000  Euro durch die Gemeinde.

    Eine Entscheidung über die Trägerschaft müsse schon zum jetzigen Zeitpunkt getroffen werden, damit sich der Träger auch in die weitere Planung des Hauses mit einbringen kann. Weiterhin müssen für die Bewerbung um Fördermittel schon ein Konzept, Ziele und Meilensteine sowie Handlungsfelder genannt werden, die der Träger erarbeiten muss. Dies wäre auch nicht innerhalb von wenigen Tagen zu stemmen, begründete der Bürgermeister die frühzeitige Festlegung auf einen Träger.

    Einstimmige Wahl der Trägerschaft

    Es solle nicht so kommen, wie in einer Nachbargemeinde, wo man ein Mehrgenerationenhaus gebaut habe, ohne einen Träger in die Planung miteinzubeziehen. Insgesamt 540 Mehrgenerationenhäuser gebe es in Deutschland und davon rund 90 in Bayern, so David Hettiger, von den Johannitern. Mehrgenerationenhaus heiße übrigens, dass sich alle Altersklassen darin wohlfühlen sollen, hatte schon Christiane Weinkötz von der Caritas in ihrer Vorstellung des Konzeptes geäußert.

    Sebastian Hansen (Bündnis 90/Die Grünen) wollte erst die Befragung der Quartiersmanagerin zum Bedarf bei den Senioren abwarten, bis man eine endgültige Entscheidung über die Trägerschaft des Mehrgenerationenhauses trifft. Er sei zwar grundsätzlich für das Haus, aber man benötige eben mehr Informationen. Schmidt erwiderte, dass es ein Nebeneinander von Träger und Quartiersmanagerin geben wird, zumindest für ein Jahr in der Übergangszeit. Die Befragung betreffe nur einen Teil des Aufgabengebietes des Mehrgenerationenhauses, man müsse ebenso die örtlichen Vereine mit einbinden und auch alle anderen gesellschaftlichen Gruppen. Darauf hatten auch Winfried Körner und Barbara Plaschke (beide CSU) hingewiesen. Letztlich entschied sich der Gemeinderat einstimmig, die Trägerschaft an die Johanniter zu vergeben, allerdings nur, wenn man in das Förderprogramm des Bundes aufgenommen wird.

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