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    Würzburg

    Diözese Würzburg: Zwei Fehlbeträge in Millionenhöhe

    Das Minus der Diözese Würzburg hat sich verringert. Der Bischöfliche Stuhl weist neuerdings einen Fehlbetrag aus. Das sind die Zahlen in den Jahresabschlüssen für 2018.
    Die Diözese Würzburg und der Bischöfliche Stuhl haben die Jahresabschlüsse für 2018 veröffentlicht. Die gute Botschaft: Der Jahresfehlbetrag hat sich verringert.
    Foto: Tobias Hase, dpa

    Es geht abwärts, im positiven Sinn: Das Minus der Diözese Würzburg hat sich um 4,6 Millionen Euro verringert. 2017 schlug der Jahresfehlbetrag noch mit aufgerundet 17,8 Millionen Euro zu Buche. In den jetzt auf der Bistums-Internetseite veröffentlichten Jahresabschlüssen für 2018 beträgt das Minus 13,2 Millionen Euro.

    Auch der Bischöfliche Stuhl schließt 2018 mit einem Fehlbetrag ab; er beträgt knapp 8,4 Millionen Euro. Das war in den Jahren davor nicht der Fall. In der Gewinn- und Verlustrechnung 2017 stand noch ein Plus von 8,3 Millionen Euro.

    Die Bilanz von Generalvikar Thomas Keßler: "Die Diözese befindet sich mitten in der Phase der Konsolidierung ihrer Finanzen. Der Sparkurs zeigt erste Wirkungen." Die Weichen für einen ausgeglichenen Haushalt seien gestellt. Laut Keßler soll dieses Ziel in wenigen Jahren erreicht sein - "mit klaren Schwerpunktsetzungen und deutlichen Einschnitten".

    "Der Sparkurs zeigt erste Wirkungen. Die Weichen für einen ausgeglichenen Haushalt sind gestellt."
    Generalvikar Thomas Keßler

    Beide Jahresabschlüsse – für die Diözese sowie für den Bischöflichen Stuhl – sind erstmals nach Vorgaben des Handelsgesetzbuchs (HGB) erstellt worden. Zuvor waren die Jahresabschlüsse der Diözese Würzburg eine Mischung aus Kameralistik und HGB. Wie die Deutsche Bischofskonferenz vor einigen Monaten mitteilte, sollen die deutschen Bistümer künftig einheitliche Regeln anwenden beziehungsweise nach denen des Handelsgesetzbuchs bilanzieren. Es geht um Transparenz bei den Finanzen, um vergleichbare Standards, um Nachvollziehbarkeit.

    Generalvikar Thomas Keßler: "Die Diözese befindet sich mitten in der Phase der Konsolidierung ihrer Finanzen."
    Foto: Markus Hauck, POW

    Ein Blick ins Zahlenwerk für die Diözese: In der Gewinn- und Verlustrechnung werden Aufwendungen in Höhe von 240,6 Millionen Euro aufgelistet. Ihnen stehen Erträge in Höhe von knapp 225,6 Millionen Euro gegenüber.

    Die meisten Ausgaben waren 2018 für die Beschäftigten der Diözese

    Als größter Ausgabeposten werden die Personalkosten für die 2357 Frauen und Männer, die bei der Diözese beschäftigt sind, beziffert: 127 Millionen Euro. Dieser Betrag hätte sich wegen der "deutlichen Tarifsteigerung" und der Zuführung zu den Personalrückstellungen um acht Millionen Euro erhöht. Sie sind laut dem stellvertretenden Finanzdirektor Andreas Hammer unter anderem für die die Höhe des Jahresfehlbetrags verantwortlich.

    Der zweitgrößte Ausgabeposten sind Zuschüsse und Zuwendungen in Höhe von über 90 Millionen Euro. Damit wurden unter anderem Baumaßnahmen und Investitionen in Kirchenstiftungen unterstützt. Das Bau-Moratorium werde aber, so Hammer, hier bereits im Jahr 2020 erste Einsparergebnisse erzielen.

    Mehr Kirchensteuer als geplant

    Wie üblich steht bei den Einnahmen die Kirchensteuer mit 181,5 Millionen Euro an erster Stelle. Gerechnet wurde im Haushaltsplan allerdings mit weniger: mit 173,6 Millionen Euro. Aber aufgrund der guten Konjunktur hat sich der Betrag den Angaben zufolge "leicht" erhöht. Angestiegen um 14,9 Millionen Euro sind auch die sonstigen betrieblichen Erträge, unter anderem wegen der Auflösung von Rückstellungen.

    Das Eigenkapital der Diözese betrug zum Jahresende 2018 – ohne deren Einrichtungen, die selbst bilanzieren – rund 72,5 Millionen Euro. 2017 waren es noch 17,5 Millionen Euro mehr. Die Verringerung resultiert laut Bistumsangaben aus dem Jahresfehlbetrag sowie aus der "Veränderung der Rücklagen".

    Erhöht um über zehn Millionen Euro haben sich für die Diözese die sonstigen Rückstellungen für Personal, Bau- und Instandhaltungsmaßnahmen auf knapp 20 Millionen Euro. Ebenso die Verbindlichkeiten: Diese sind innerhalb eines Jahres um rund 8,8 Millionen Euro auf 35 Millionen Euro gestiegen. Dem stehen auf der Aktivseite ein Anlagevermögen von 94 Millionen und ein Umlaufvermögen von 32,7 Millionen Euro gegenüber.

    Bischöflicher Stuhl: Zwei Gründe für den Fehlbetrag

    Der Jahresabschluss des Bischöflichen Stuhls deckt laut Mitteilung des Ordinariats Rückstellungsverpflichtungen in Höhe von knapp 295 Millionen Euro ab, davon sind allein rund 253 Millionen Euro für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen notwendig. Der Fehlbetrag im Jahresabschluss des Bischöflichen Stuhls von knapp 8,4 Millionen Euro wird den Angaben zufolge mit der Zuführung zur Pensionsrückstellung sowie dem erstmals nach Handelsrecht ermittelten Abschreibungsergebnis auf Finanzanlagen begründet.

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