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    VERSBACH

    Lidl: Spatenstich für neuen Supermarkt

    Es tut sich was auf der Lidl-Baustelle in der Versbacher Straße. Foto: Gisela Schmidt

    Man kennt das Spiel: Ein Discounter gibt die Größe seiner Verkaufs- und Nebenflächen an, beantragt eine Baugenehmigung – und kaum ist die Erlaubnis erteilt, legt der Bauherr Planänderungen vor, die darauf hinauslaufen, die Verkaufsfläche des Ladens zu vergrößern. So ist es auch in Würzburg geschehen.

    2010 hat Lidl das Areal Versbacher Straße 75 gekauft, 2013 hat es den oberen Teil des Hanggrundstücks an Bauunternehmer Gerold Bader verkauft, der dort drei Häuser mit 112 Appartements errichten will. Nach langen Streitereien soll es jetzt losgehen. Sowohl bei Bader, als auch bei Lidl.

    „Noch in der Planung“

    Dass der Discounter die Bauarbeiten aufnimmt, war überraschend. Am 29. März hatte die Presseabteilung des Konzerns auf Anfrage der Redaktion mitgeteilt, man befinde sich „noch in der Planung“ und könne „keine Angaben zum Baubeginn“ machen. Knapp fünf Wochen später hat Oberbürgermeister Christian Schuchardt symbolträchtig den Spaten in den matschigen Boden gestochen, auf dem Gelände türmen sich Erdhügel und Bagger sind unterwegs. Es gibt allerdings noch unbeantwortete Fragen.

    2011 hat der Stadtrat den Neubau des Lidl-Marktes mit 1250 Quadratmetern sowie einem Bäcker- und einem Metzgerladen mit rund 150 Quadratmetern genehmigt. Im Spätsommer 2016 beantragte der Discounter eine Änderung der Baugenehmigung: Weil Lidl angeblich weder Metzger noch Bäcker gefunden hatte, die mit einziehen wollen, wollte man nun die eigene Verkaufsfläche um just jene 150 Quadratmeter erweitern.

    „Nicht erpressen lassen“

    Kämmerer Robert Scheller, der in der Sitzung des Bauausschusses im vergangenen September Stadtbaurat Christian Baumgart vertrat, warnte damals, dass Lidl möglicherweise gar nicht bauen werde, wenn die Räte auf frischer Wurst und frischem Brot bestünden. Die 16 Mitglieder des Bau- und Ordnungsausschusses wollten sich von dem Discounter aber „nicht erpressen lassen“ – und lehnten den Lidl-Wunsch einstimmig ab.

    „Der derzeitige Sachstand ist, dass Lidl einen Bäcker und einen Metzger aufnehmen muss“, erklärt der Sprecher der Stadt, Christian Weiß, nach dem Spatenstich in der Versbacher Straße 75, „es bleibt bei dem Beschluss des Bau- und Ordnungsausschusses, aber wir sind im Gespräch mit Lidl“.

    Lidl-Immobilienleiter Hendrik Schellscheidt, sagt gegenüber der Redaktion, das Unternehmen werde „die Vermarktung“ der 150 Quadratmeter „noch mal angehen“. Sollte sich auch dann kein Bäcker und kein Metzger finden, der eine Filiale in dem Lidl-Markt eröffnen wolle, werde man „die Fläche im Sinne unserer Kunden zur Verfügung stellen“.

    Bei der Redaktion hat sich vor einigen Wochen ein Metzger gemeldet, der nach eigenen Worten interessiert ist.

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