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    Kürnach

    Doch kein Ärztezentrum in Kürnach?

    Wieder einmal beschäftigte sich der Gemeinderat mit der Arztsituation im Ort. Anhand des Beispiels der bayerischen Gemeinde Kollnberg, die in einer Arztfachzeitschrift eine Annonce mit dem Zusatz "die Bürgermeisterin ist noch unverheiratet" geschaltet hatte, zeigte Bürgermeister Thomas Eberth auf, "wie stark das Thema die Leute und die Gemeinden umtreibt". Denn das Thema Arztsuche ist bereits für viele Kommunen auf der Tagesordnung und wird dort in Zukunft noch öfter auftauchen, vor allem in Bezug auf die Allgemeinmediziner.

    Auch in Kürnach verliefen alle bisherigen Bemühungen ins Leere. Um die Problematik in Kürnach zu lösen, hat die Gemeinde eine Expertin mit ans Bord geholt. Gabriele Dostal vom gleichnamigen Unternehmen stellte in der jüngsten Sitzung ihr Konzept vor. Mit dem Problem wie in Kürnach hat sie täglich zu tun. Und sie bestätigt die wachsende Problematik. Bereits heute fehlen über 300 Hausärzte in Bayern.

    Schnelles Handeln ist wichtig

    Neben dem Mengenproblem gibt es ein Verteilungsproblem. Die Ärzte möchten lieber in größere Städte als auf das Land. Aktuell besteht die Gefahr, dass in Kürnach ein Hausarztsitz wegfallen wird. Umso wichtiger sei es, schnell zu handeln. Denn dies betreffe auch weich Standortfaktoren, sodass die Kommune für junge Familien an Attraktivität verliert. Außerdem litte auch der Einzelhandel, da der Arztbesuch oft mit einem Einkauf verbunden wird.

    Ein Problem bei der Arztsuche: "Junge Ärzte wollen immer öfter in Teilzeit arbeiten, keine Einzelpraxis führen und generell weniger unternehmerische Verantwortung tragen", so Dostal. Als Lösung sieht Dostal deshalb entweder in einer hausärztlichen Mehrbehandlerpraxis mit einer fachärztlichen Zweigniederlassung oder in einer facharztübergreifenden Mehrbehandlerpraxis.

    Hausarztsuche muss oberste Priorität haben

    Schon länger diskutiert der Gemeinderat darüber, ein medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) am Ortsrand zu errichten. Dostal wies darauf hin, dass kommunale MVZs bei Ärzten deutlich seriöser eingeschätzt werden als MVZs privater Investoren. Zwar gebe es für das geplante MVZ bereits Interessenten, allerdings nur wenig konkrete Zusagen.

    Nach intensiven Nachfragen an Dostal war sich der Gemeinderat weitestgehend einig: Die Hausarztsuche muss getrennt werden von der Suche nach Ärzten für das Ärztezentrum. Außerdem soll die Hausarztsuche oberste Priorität haben, die Planung des MVZ soll aber dennoch nicht komplett verworfen werden. Dostal schlug vor, die Suche zu erweitern und die Räumlichkeiten auch an ähnliche Branchen, beispielsweise Therapeuten, zu vergeben.

    Die Sitzung brachte dem Gemeinderat also letztlich die Klarheit, dass eine Hausarztpraxis im Ort errichtet werden soll. Mögliche Räumlichkeiten dafür gibt es unter anderem in der Semmelstraße. Die Arztsituation in Kürnach bleibt also weiter spannend. Das Thema wird gewiss nicht zum letzten Mal auf der Tagesordnung gestanden haben.

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