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    Kleinrinderfeld

    Domkapitular fordert Empathie

    Neujahrsempfang in Kleinrinderfeld (von links): Domkapitular Clemens Bieber, Bürgermeisterin Eva Linsenbreder und die Geehrten Herbert Kratzer, Uwe Heß, und Paul Götzelmann. Foto: Ulrich Stadlbauer

    Kürzlich hatte die Gemeinde Kleinrinderfeld alle Bürger zum Neujahrsempfang in den Großen Saal des Gemeindehauses eingeladen. Für die Ansprache gewann  Bürgermeisterin Eva Linsenbreder Domkapitular Clemens Bieber als Gastredner, heißt es in einer Pressemitteilung.

    Nach der musikalischen Einleitung durch Marco Gorencic (Klarinette) begrüßte Linsenbreder die Besucher. Es sei ihr eine Ehre Bieber willkommen zu heißen. 

    So angekündigt, trat der Domkapitular ans Rednerpult und erinnerte an das Grundgesetz, das - vom Parlamentarischen Rat vor nahezu 70 Jahren beschlossen – dem Gemeinwesen Frieden, Freiheit und Menschenwürde garantiere und zu einem neuen Miteinander führe, in das Millionen Heimatvertriebene und Flüchtlinge integriert worden seien.

    Leider, so Bieber weiter, würden die in der Verfassung verankerten christlichen Grundwerte in der heutigen Gesellschaft immer mehr zu bröckeln beginnen. Im Verteilungskampf der zur Verfügung stehenden Finanzmittel und in der Arbeit spielten sie kaum mehr eine Rolle.

    Wenn aber die verfassungsimmanenten und im christlichen Menschenbild verwurzelten Grundlagen verloren gingen, gehe dem Gemeinwesen die menschenwürdige Zukunft verloren. Von daher gelte es, sich für die Einheit des Landes einzusetzen und zwar im Blick auf das Miteinander zwischen Alt und Jung, zwischen Menschen mit und ohne Behinderung, zwischen Einheimischen und Zugewanderten, zwischen Arm und Reich.

    Bieber: "Besinnen wir uns wieder auf die elementaren Voraussetzungen des Zusammenlebens: Anstand, Verantwortung, Solidarität und Gerechtigkeitssinn – in einem Wort: Empathie." Wer alles nur durch die ökonomische Brille sehe und bewerte, der werde unbeweglich, hartherzig und unmenschlich. Daher dürfe es nicht nur bei der Erinnerung an den Beschluss vor 70 Jahren bleiben, sondern es brauche die konkreten Frage, in welcher Verfassung die Menschen heute auf dem Boden des Grundgesetzes lebten. 

    Für seine eindringlichen Worte spendeten die Besucher dem Domkapitular großen Beifall.

    Im Anschluss ehrte Linsenbreder Personen, die sich um das Gemeinwohl verdient gemacht hatten.

    Eva Linsenbreder würdigte Uwe Heß, der 1974 der Rotkreuz-Bereitschaft Kleinrinderfeld beigetreten war und dort seit nunmehr 40 Jahren für das Gemeinwesen aktiv ist. Mittlerweile zum Bereitschaftsleiter aufgestiegen, so Linsenbreder, organisiere Heß Fortbildungen, helfe mit seinem Team bei der Blutspende und betreue Wallfahrten. 

    Schließlich richtete Linsenbreder das Wort an Paul Götzelmann und Herbert Kratzer: „Mit über 75 Blutspenden haben Sie zur Rettung unzähliger Menschenleben beigetragen. Ohne Mitbürger wie Sie könnte unser Gesundheitssystem nicht bestehen. Für Ihren selbstlosen und vorbildlichen Einsatz für unsere Gemeinschaft spreche ich Ihnen meine höchste Anerkennung aus.“

    Bearbeitet von Stefan Pompetzki

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