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    SONDERHOFEN

    Dornröschen-Shampoo aus der Hexenküche

    Mithilfe ist gefragt. In der Hexenküche von Heidi Mark (links) in Sonderhofen wird grüne Kosmetik hergestellt. Mit auf d... Foto: Hannelore Grimm

    „Lasse nur das an deine Haut, was du auch essen würdest.“ Diese Philosophie der grünen Kosmetik hat sich Heidi Mark zu Eigen gemacht. Von der Begeisterung, mit der die Kräuter-Pädagogin und ausgebildete Kräuter-Kosmetik-Pädagogin ihre Erfahrung die hausgemachten Pflegeprodukte vermittelt, haben sich bei einem Termin auch acht Mitglieder des Gelchsheimer Obst- und Gartenbauvereins anstecken lassen.

    Altes Wissen neu entdeckt

    Mit der Vorsitzenden Ulrike Endres, die den Kurs organisiert hat, führt Heidi Mark die Frauen in ein „altes Wissen ein, das in Vergessenheit geraten und jetzt wieder entdeckt worden ist“. In dem gemütlichen Zimmer, das sich die Sonderhöferin in einem alten Bauernhaus eingerichtet hat, umgeben von einer Unmenge von Fachliteratur und ihren selbst gefertigten Produkten und vor allem von dem Wohlgeruch der aus den Behältern mit den unzähligen getrockneten Blumen und Kräutern aufsteigt, erwartet die Besucherinnen zunächst eine theoretische Einführung.

    Die grüne Kosmetik ist, wie Heidi Marl erklärt, eine gesundheitsfördernde Hautpflege auf der Basis von Nahrungsmitteln und biologischen Naturprodukten. Dazu sei sie wirksam, preiswert und ist mit Rohstoffen aus Küche und Garten einfach herzustellen. Selbstgemachte Pflegeprodukte sind, wie sie erklärt, sehr viel individueller als industrielle Produkte und die Rezepturen lassen sich individuell an die eigenen Bedürfnisse anpassen.

    Natürliche Zutaten

    Im Gegensatz zu der klassischen Kosmetik in der Mineralöle, Konservierungsmittel, synthetische Duftstoffe, Farbstoffe, synthetische Tenside sowie preiswerte Füllstoffe und Nano-Partikel enthalten sind, kommt die grüne Kosmetik mit natürlichen Zutaten aus. Die selbst hergestellten Mittel sind zudem schonend für Haut und Haar sowie abfallfrei und umweltneutral. „Ursprünglich, regional, unbehandelt und vollwertig“: So beschreibt die 64-jährige die Produkte. Deren Zutaten lassen sich im Kühlschrank, in der Küche und im Garten finden.

    Im nächsten Raum, Heidi Marks so genannter Hexenküche legen die Kursteilnehmerinnen selbst mit Hand an bei der Herstellung des Dornröschen-Naturshampoos. Der süße Duft, den die Himbeeren verströmen, die im Kochtopf landen, lassen eher an eine Süßspeise denken als an Kosmetik.

    Auch als eine klein geschnittene Zitrone, etwas Öl und Speisestärke untergerührt werden, ist der Gedanke an eine leckere Nachspeise nicht weit. Als allerdings die gekochte Masse püriert und gefiltert ist, kommt mit der Zugabe von einem milden Shampoo mit möglichst wenigen Duftstoffen die Kosmetik zum Vorschein.

    Abgefüllt in kleine Tiegel wird die Masse bei der täglichen Gesichts- und Körperreinigung ebenso Anwendung finden wie als Shampoo oder Duschgel. Die Wirkung besteht laut Heidi Mark darin, dass das rosarote Pflegemittel sanft reinigend ist, dass es die Schuppenbildung ebenso reduziert wie den Juckreiz der Kopfhaut und das Nachfetten der Haare die gut kämmbar und fülliger werden.

    Flott von der Hand geht den Frauen die anschließende Herstellung des „Milk & Honey Cleaners“. Das Rezept ist einfach. Man nehme: Honig und Sauerrahm und vermische es miteinander. Der Mohn, der noch dazugeben wird, sorgt für den Rubbeleffekt auf der Haut. Neben der reinigenden, Feuchtigkeit spendenden und hautgenerierenden Wirkung verleitet das Produkt auch noch zum Naschen.

    Durch die Zugabe von Früchten wird das kosmetische Produkt ganz fix zu einem leckeren Nachtisch.

    Zwischen zwei Finger

    Schnell gemacht ist auch das Deo-Superhero. Dazu wird Natron in ein Glas gegeben und aus der Auswahl von ätherischen Ölen ein paar Tropfen Orange, Pfefferminze oder Eukalyptus dazugegeben und gut verrührt. Angewendet wird das Deo, indem eine Prise des Pulvers zwischen zwei Finger genommen in den Handflächen verteilt und anschließend auf die feuchte Haut aufgetragen wird.

    Wie einfach es ist, mit Lebensmitteln die eigene Kosmetik herzustellen beeindruckte nicht nur Ulrike Endres. Für Petra Schiffert ist, wie sie sagt, der Kurs die Inspiration dafür, selbst kreativ zu werden und sich mit häuslichen Zutaten in der grünen Kosmetik zu versuchen.

    Anita Langer, die wie Rita Stützlein das Sauerrahm-Honig- und Mohngemisch auf ihrer Haut testet, äußert sich erfreut über den nicht alltäglichen Kurs. In dem haben die Frauen nach den Worten der Gelchsheimerin durch Heidi Mark und derer großer Erfahrung den Anstoß erhalten, mal in der Schiene grüne Kosmetik zu denken.

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