• aktualisiert:

    Würzburg

    Drei-Königs-Schwimmen: Warum 100 Menschen bei drei Grad in den Main hüpfen

    Fast 100 Teilnehmer trotzten beim Würzburger Drei-Königs-Schwimmen dem eiskalten Wasser des Mains.
    Durchgefroren, aber glücklich, erreichten die Teilnehmer des Drei-Königs-Schwimmens ihr Ziel an der Löwenbrücke.  Foto: Daniel Peter

    Bereits zum 37. Mal folgten am Sonntagmittag begeisterte Hobby- und Rettungsschwimmer der Einladung des Bezirksverbandes Unterfranken der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) und stürzten sich zum Drei-Königs-Schwimmen in das eiskalte Wasser des Mains. 96 Teilnehmer schwammen wahlweise fünf oder zweieinhalb Kilometer, zahlreiche Zuschauer beobachteten die sportliche Leistung im Trockenen, an den Mainufern zwischen Randersacker und der Löwenbrücke.

    Der Startschuss zur Langstrecke fiel in Randersacker bereits eine halbe Stunde vor dem Beginn der Kurzstrecke am Graf-Luckner Weiher, um allen teilnehmenden Schwimmern ein möglichst gemeinsames Eintreffen am Ziel, der Löwenbrücke, zu ermöglichen. Die Rahmenbedingungen für die Veranstaltung waren zwar gut, nichtsdestotrotz aber alles andere als gemütlich: Bei eisigen 3,5 Grad glich die Wassertemperatur des Mains praktisch der Außentemperatur.

    "Mein Papa war letztes Mal dabei, also dachte ich, Mensch, da mache ich mal mit."
    William Easter, jüngster Teilnehmer

    Die rasche Strömungsgeschwindigkeit von circa anderthalb Metern pro Sekunde half den Schwimmern glücklicherweise aber auch, etwas schneller an ihr Ziel zu kommen. So viel Glück hatte die DLRG in den vergangenen Jahren nicht immer mit der Veranstaltung, 2018 konnte das Drei-Königs-Schwimmen wegen der zu schnellen Strömung und Hochwassers nicht stattfinden.

    Die DLRG wachte über die Sicherheit der knapp 100 Schwimmer und bewies damit zugleich ihre Einsatzbereitschaft. Foto: Daniel Peter

    Um die Sicherheit der teilnehmenden Schwimmer zu gewährleisten, standen sowohl im als auch außerhalb des Wassers tatkräftige Helfer bereit. Die Teilnehmer wurden die ganze Strecke über von Rettungsbooten begleitet, wäre etwas schief gegangen, wäre die DLRG stets parat gewesen. Für etwaige Notfälle erhielt das Drei-Königs-Schwimmen Unterstützung durch Helfer des Arbeiter-Samariter-Bundes und der Johanniter-Unfall-Hilfe. Wie jedes Jahr trafen auch die Schwimmer die nötigen Vorkehrungen. So waren Neoprenanzüge unabdinglich. Ohne die richtige Ausrüstung wäre das Schwimmen bei solchen Temperaturen extrem riskant und nach nur wenigen Minuten bereits lebensgefährlich.

    Die jährliche Veranstaltung lockte die unterschiedlichsten Teilnehmer an. So auch William Easter, mit nur acht Jahren einer der jüngsten Mitschwimmer. Seine Motivation: "Mein Papa war letztes Mal dabei, also dachte ich, Mensch, da mache ich mal mit." Sein Vater, selbst Mitglied der Wasserwacht, war auch dieses Jahr wieder mit von der Partie.

    Hunderte von Zuschauern säumten das Mainufer, um die Schwimmer anzufeuern. Foto: Daniel Peter

    Einer der älteren Teilnehmer war Dieter Helmarich, geboren 1950, der bereits zum dritten Mal am Drei-Königs-Schwimmen teilnahm. "Die kalten Temperaturen machen mir nichts aus", erklärte er. Aber warum überhaupt bei solch eisigen Temperaturen Schwimmen gehen? "Aus Spaß an der Freude und als Training. Wer rastet, der rostet", antwortete er als Mitglied der DLRG.

    Nach den zweieinhalb Kilometern vom Graf-Luckner Weiher zur Löwenbrücke erwartete alle Teilnehmer, egal ob Kurz- oder Langstrecke, eine willkommene Tasse Tee zum Aufwärmung, bevor es weiter zur abschließenden Siegerehrung und Urkundenverteilung in der Gerbrunner Mehrzweckhalle ging.

    Tradition seit über 40 Jahren

    Zum ersten Mal fand des Drei-Königs-Schwimmen bereits vor über vierzig Jahren, 1976, statt und ist seitdem zu einer Würzburger Tradition geworden. So war und ist die Teilnahmebereitschaft jedes Jahr aufs Neue groß, motivierte Schwimmer können nicht nur ihr sportliches Können unter Beweis stellen, sondern dabei im winterlich kalten Wasser des Mains gemeinsam Spaß haben und den Zuschauern am Ufer eine Freude beim Mitfiebern machen.

    Auch die DLRG zeigt so jährlich ihre Einsatzbereitschaft: egal bei welchen Witterungsbedingungen, die Rettungsschwimmer und -boote, sowie die Helfer an Land sind bei Wind und Wetter bereit, Leben zu retten.

    Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!