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    Ochsenfurt

    Dreikönigswanderung der SPD nach Zeubelried

    Über 40 Bürgerinnen und Bürger waren zur Kirchenführung in der Zeubelrieder St. Blasius Kirche gekommen, zu der die SPD ... Foto: Sylvia Neubert

    Über 40 Menschen beteiligten sich am Dreikönigstag an der Bürgerwanderung der Ochsenfurter SPD über den Ochsenfurter Forst und die Flurwege nach Zeubelried. Im kleinsten Ochsenfurter Ortsteil wartete Altbürgermeister Peter Wesselowsky und wies die Wanderer am Haus gegenüber dem ehemaligen Gasthaus Wahler auf ein oft übersehenes Kunstwerk hin: Einen Bildstock mit Darstellung der Heiligen Blasius und Wendelin, der Pieta und am Schaft einen Bischof, heißt es in einer Pressemitteilung.

    Der Ochsenfurter Bildhauer Johann Adam Gessner schuf den Bildstock 1802 als Meisterwerk des Rokoko. Weitere seiner Werke stehen in Kirchen, in Bürger- oder Bauernhäuser im Ochsenfurter Gau und in Ochsenfurt am Marktplatz. Der Zeubelrieder Bildstock befindet sich nicht im besten Zustand. „Eine Restaurierung, bei der die örtliche Linsenspitzerfestgemeinschaft, aber auch Eigentümer, Stadt und Landesamt für Denkmalpflege zusammen helfen könnten, würde Zeubelried zu großer Ehre anstehen“ so Wesselowsky.

    Die Wanderer zogen dann, vorbei an der ehemaligen Brauerei im Anwesen Kleinschrodt, zur Kirche. Peter Wesselowsky las dort aus den Erinnerungen von Richard Bissinger über die schlimmen letzten Kriegstage vom April 1945 vor. Sie dokumentieren die verbissenen Verteidigungsbemühungen deutscher Soldaten: Wie sie beispielsweise den Kirchturm sprengten, damit er für die amerikanischen Truppen nicht mehr als Ziel- und Orientierungspunkt in Frage komme. Es gab zahlreiche Tote und Zerstörung. Auf Zeubelrieder Gemarkung fand man allein 33 tote deutsche Soldaten. „Viele waren erst 18 Jahre alt“, erzählt Wesselowsky. Im Zuge des Wiederaufbaus der Kirche gestalteten die Zeubelrieder über dem Massengrab, das sich vor der Kirche befindet, eine würdige Ehrenhalle für die Gefallenen. Daneben steht das Ölberg-Denkmal mit seinen eindrucksvollen Figuren aus dem Jahr um 1500. In der Kirche bestaunten die Besucher die Kanzel aus der Renaissance um 1598.

    1949 weihte Bischof Julius Döpfner die wieder aufgebaute Kirche ein. Bei der Kirchenrenovierung in den 1980er Jahren wurde auch der Hauptaltar renoviert, der den Kirchenpatron, den Hl. Blasius, zeigt. Zum Ende der Führung dankten die Wanderer mit einem kräftig gesungenen „Grosser Gott, wir loben dich“ und begaben sich dann zur Einkehr ins Feuerwehrhaus. Ingrid Stryjski, Vorsitzende der SPD Ochsenfurt, verband mit ihrem Dank an die Gastgeber den Rat, künftig auch die kulturhistorischen Schönheiten von Zeubelried zu würdigen.

    Bearbeitet von Michaela Stumpf

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