• aktualisiert:

    Randersacker

    Dreimal ganz vorne dabei: Was den Hort von den Fußballern unterscheidet

    Die prämierten Jungforscher freuen sich mit dem Bürgermeister (hinten in der Mitte) und Cäcilia Fröhling (hinten, Fünfte...

    Wenn ein Bürgermeister einer Horterzieherin vorschlägt, mit dem örtlichen Fußballtrainer den Posten zu tauschen, ist das eher ungewöhnlich, ob ernst gemeint oder nicht. Der Grund für den Vorschlag von Michael Sedelmayer in Randersacker ist: Zum dritten Mal versuchten die Kicker der SG Randersacker in diesem Jahr, sich in der Relegation den Aufstieg zu sichern. Zum dritten Mal scheiterten sie. Der Hort der Grundschule wiederum nahm zum dritten Mal hintereinander am landesweiten Wettbewerb "Es funktioniert" teil - und gewann zum dritten Mal einen Preis: Die Grundschüler und ihre Betreuer dürfen sich wieder über einen Scheck in Höhe von 1000 Euro freuen. Der letzte wurde in eine Spielküche investiert. Bei einer kleinen Feier überreichte Ingrid Nolting, Projektleiterin beim Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft, Scheck, Urkunden und die Plakette zum Aufhängen im Hort.

    Nachdem sie sich 2016 und 2017 mit dem Bau einer Sprechanlage und eines Lärmfressers beschäftigt hatten, stand diesmal das Thema "Wasser" an. Wie ein ganz banaler, tropfender Wasserhahn - der einfach selten richtig zugedreht wird - Anlass für ausführliches Experimentieren und Forschen sein kann, berichteten die 18 Teilnehmer des Hortes auf der Bühne in der Schulturnhalle anschaulich.

    Wie schon in den Vorjahren ist es Erzieherin Cäcilia Fröhling wieder gelungen, eine ganz alltägliche Problemstellung aus der Erfahrungswelt der Schüler aufzugreifen und sich gemeinsam mit ihnen fünf Monate lang auf den Weg zur Lösung des Problems zu machen, lobte die Jury. Damit habe sie nicht nur den Projektauftrag erfüllt, sondern auch das Bedürfnis der Kinder gestillt, merkte Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der bayrischen Metall- und Arbeitgeberverbände bayme vbm, an: "Kinder wollen entdecken, lernen und verstehen. Genau hier setzt unser Projekt an. Durch die Auseinanderseztung mit alltäglichen Fragesteluungen lernen sie grundlegende Fähigkeiten, die sie für ihren späteren Lebensweg brauchen - vielleicht auch für einen Beruf in der Metall- und Elektroindustrie."

    Auch wenn Erstklässer Paul bis dahin noch Zeit hat, einen Praktikumsplatz bei der Kitzinger Sanitär- und Heizungssfirma WSG hat er sich schon mal gesichert: Dort hatten die Gruppe sich Rat für den Bau des jetzt ausgezeichneten Wassersimulators geholt. Zuvor hatten sich Konrad, Vivian, Lorenz, Hannah, Linus, Jakob und ihre Freunde unter anderem intensiv mit der Wasserversorgung, mit Leitungen, Pumpen und dem natürlichen Wasserkreislauf auseinandergesetzt. Auch die erstaunliche Tatsache, dass Wasser bergauf fließen kann, hatten sie experimentell bestätigt.

    Mit Bus und Bahn machten sie sich auf den Weg zu Geschäftsführerin Simone Adler, Bäderberaterin Carmen Reuß und deren Kollegen, Lagerleiter Peter Weber, besorgten dort die Fittings - Rohrteile und Verbindungen -, um einen Wasserhahn ans Plastikfass anzubringen. Jetzt können Schüler künftig damit üben, in welche Richtung man den Hahn zudreht, ohne dass er tropft und mit "tipp, tipp, tub, tub" nervt. WSG war so angetan von den Jungforschern, dass man allen "Es funktioniert" T-Shirts spendete. Der Jury wiederum gefiel das gute Teamwork und der Nachhaltgkeitsaspekt. Wasser, das beim Üben wegfließt, dient dem Schulgarten.

    Ausgezeichnet wurden in Bayern vier weitere Preisträger aus den 22 Bewerbungen. Seit 2005 haben rund 550 Einrichtungen und 10000 Kinder teilgenommen. 92 wurden prämiert, so Nolting.

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!