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    Estenfeld

    Dreimal sachte auf den Grenzstein

    Die Wanderung führte entlang der Grenze zum Würzburger Stadtteil Lengfeld und zur Gemeinde Rottendorf Foto: Gemeinde Est...

    Estenfelder Bürger lernten den Grenzverlauf besser kennen – einige wurden sogar gestaucht
    Der Estenfelder Grenzgang hat längst Tradition: Einmal im Jahr wird ein Teil der Gemarkungsgrenzen der Gemeinde beschritten, um interessierten Bürgern deren Verlauf zu zeigen und die Bedeutung des „Siebeneramts“ zu vermitteln, heißt es in einer Pressemitteilung. Diesmal ging es entlang der Grenze zum Würzburger Stadtteil Lengfeld und zur Gemeinde Rottendorf.

    An der Weißen Mühle erklärte Bürgermeisterin Rosi Schraud, was die zentrale Aufgabe der Feldgeschworenen ist. Das älteste Ehrenamt existiert in dieser Form nur noch in Bayern. Seit über 500 Jahren gibt es die „Siebener“, wie die Feldgeschworenen auch genannt werden, weil man einst festgelegt hatte, dass jede Gemeinde bis zu sieben Personen für die Sicherung der Ortsgrenzen benennen soll. Diese leisten einen Eid und üben ihr Amt lebenslang aus. Um das „Siebenergeheimnis“, das nur mündlich weitergegeben wird, ranken sich viele Legenden.

    Anschließend zog die Gruppe los, darunter auch die Lengfelder Feldgeschworenen und WVV-Geschäftsführer Thomas Schäfer. Unterwegs informierten „Siebenerobmann“ Albin Wolz und Klaus Wolz über den Grenzverlauf und die dort aufgestellten Grenzsteine. Sie wussten schöne Geschichten aus mündlichen Überlieferungen zu erzählen.

    An der Grenze zu Rottendorf stießen die Feldgeschworenen aus dem Nachbarort hinzu. Diese begleiteten die Gruppe Richtung Waldrand zum „Heiligenholz“ und dann zum „Weidenbrunnenholz“, wo sich der Hochbehälter befindet. Dort erklärten Klaus-Peter Janitz und ein Kollege der WVV, wie die darin befindliche Technik funktioniert. Für alle war es erstaunlich, wie viel geschehen muss, bis das Wasser zu Hause aus dem Hahn sprudelt.

    Weiter ging es zum Waldgebiet „Rotholz“, wo einige Teilnehmer das alte Ritual des Stauchens am eigenen Leib erfuhren. Hierbei wurden sie über dem Grenzstein dreimal hochgehoben und dann wieder abgelassen. Mit den zu Stauchenden wurde dabei recht behutsam umgegangen – in früheren Zeiten war das anders, denn ein „Siebener“ sollte die Grenzen seiner Heimatgemeinde nicht so schnell vergessen. Über den „Heerkessel“ ging es schließlich zum Schlusshock in die Scheune von Albin Wolz am Triebweg. 

    Lena Berger

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