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    Würzburg

    Drogenpräventionsprojekt Flashback startet im November

    Unterstützen das Projekt (von links): Gunther Kunze, Fachbereichsleiter Amt für Jugend und Familie Würzburg, Matthias Weber, Leiter des Sachgebiets Kriminalitätsbekämpfung im Polizeipräsidium Unterfranken, Kathrin Reinhardt, Verantwortliche für Flashback beim Polizeipräsidium Unterfranken, Gerhard Kallert, Christian Schuchardt, Hülya Düber, Sozialreferentin Würzburg und Stefanie Greß, Projektkoordinatorin für Flashback bei der Suchtpräventionsfachstelle Würzburg. Foto: Polizei

    Der Startschuss für das neue Drogenpräventionsprojekt  Flashback, das ab November für Schulen im Stadtgebiet Würzburg angeboten wird, ist gefallen. Gemeinsam  hatten Oberbürgermeister Christian Schuchardt und Polizeipräsident Gerhard Kallert alle Schulleiter sowie die Suchtpräventionsbeauftragten der Schulen zu dieser  Auftaktveranstaltung ins Würzburger Rathaus eingeladen, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

    Flashback ist ein interaktiver Parcours für Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahren. Er besteht aus insgesamt vier Stationen, die von verschiedenen Fachkräften aus Jugend- und Gesundheitsamt sowie von Drogenpräventionsbeamten der Polizei betreut werden. Aus verschiedenen Blickwinkeln werden im Parcours Themen wie Drogenaffinität, Resilienz, Suchtentwicklung und strafrechtliche Auswirkungen behandelt. 

    Kritisch mit Drogen auseinandersetzen

    Den Jugendlichen auf Augenhöhe zu begegnen und sie für die Themen Cannabis und Sucht zu sensibilisieren sei bei dem Mitmach-Parcours Flashback sehr gelungen, sagte Schuchardt. Die  einzelnen Stationen haben das Ziel, einem besseren Verständnis von Konsumprozessen zu dienen  und letztendlich eine kritische Auseinandersetzung mit der Drogenproblematik aufzuzeigen.  „Deshalb war es für die Stadt Würzburg keine Frage, die Kooperation mit der Polizei bei einem  Drogenpräventionsprojekt, das sich an alle Schularten richtet, einzugehen."

    Anlass für das Engagement im Bereich der Drogenprävention an Schulen seien stark angestiegene Fallzahlen von konsumierenden Jugendlichen, sagte Kallert. „Besonders Cannabis und die so genannten Legal Highs, also Kräutermischungen und Badesalze, spielen hierbei eine zunehmende Rolle.“

    Starker Anstieg der Rauschgiftdelikte

    Der Polizeipräsident legte dar, dass die Gesamtkriminalität in Unterfranken rückläufig sei. Einzig der starke Anstieg der Rauschgiftdelikte gebe Anlass zur Sorge, besonders bei Jugendlichen. Die Zahl der  jugendlichen Tatverdächtigen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren hat sich in Unterfranken von 214 im Jahr 2008 auf inzwischen 728 im Jahr 2018 mehr als verdreifacht. Auch Cannabisverstöße von Jugendlichen haben in den vergangenen fünf Jahren von 1860 Delikten auf inzwischen knapp 3100 zugenommen, obwohl die Polizei ihre Kontrollen nicht verstärkt habe.

    Wichtig sei auch, die Jugendlichen, die bei der Polizei mit einem Drogendelikt aufgefallen sind, nicht ohne entsprechende Hilfsangebote zurückzulassen. Daher vermittelt die Polizei die erstmals auffällig gewordenen Jugendlichen in das Projekt FreD (Frühintervention bei erstauffälligen Drogenkonsumenten). Die erfolgreiche Teilnahme kann sich unter Umständen auch positiv auf das Strafverfahren auswirken.

    Bearbeitet von Nico Christgau

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