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    Würzburg

    Eilantrag: Stadträte wollen 80.000 Euro Zuschuss für den WFV

    Ob der WFV mit einem schnellen Zuschuss rechnen kann?  Foto: Heiko Becker

    Für den finanziell in Bedrängnis geratenen Würzburger Fußballverein (WFV) gibt es jetzt Unterstützung aus dem Stadtrat. In einem Eilantrag zur Stadtratssitzung an diesem Donnerstag fordern CSU, Freie Wähler und FDP, dem Verein "zeitnah" einen Zuschuss von 80.000 Euro auszuzahlen - nach vorheriger Prüfung der Finanzsituation des Vereins.

    Den Zuschuss sei, so die Initiatoren, bereits während der Haushaltsberatungen für 2018 beschlossen worden. Mit dem Geld sollten Sanierungsmaßnahmen auf dem Sportgelände unterstützt werden. Wie es in dem Antrag heißt, sei es damals darum gegangen, dem Verein "außerhalb der regulären Sportförderung und ohne Eigenmittel des Vereins" zu helfen. 

    Welche Absprachen gab es für die Auszahlung?

    Allerdings ist das Geld bisher nicht ausgezahlt worden. Warum, darüber gehen die Meinungen auseinander. Wie Judith Jörg, stellvertretende CSU-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat und Mitunterzeichnerin des Eilantrags, gegenüber dieser Redaktion sagte, habe Kämmerer Robert Scheller seinerzeit keine eigene Haushaltsstelle für den WFV-Zuschuss einrichten wollen. Deshalb habe man zugestimmt, die 80.000 Euro in die allgemeine Sportförderung zu integrieren. Zugleich sei aber klar gewesen, dass der Verein - entgegen den üblichen Richtlinien - keinen 40-prozentigen Eigenanteil erbringen müsse.  Auch der Verwendungszweck sei weit gefasst gewesen.

    Bei der Stadt sieht man das anders. "Im Rahmen der allgemeinen Sportförderung ist ein städtischer Zuschuss von maximal 60 Prozent möglich, 40 Prozent sind Eigenleistungen der Vereine. Für eine Auszahlung dieser Zuschüsse sind Rechnungen von den Vereinen nötig", heißt es in einer Mitteilung der Pressestelle. CSU, FDP und FWG hätten vor einem Jahr selber beantragt, die allgemeine Sportförderung um die entsprechende Summe zu erhöhen. 

    Der Verein hat keine Mittel, um in Vorleistung zu gehen

    Einen Eigenanteil zu erbringen, ist dem Verein in der jetzigen Situation allerdings nicht möglich. Zurzeit läuft bei einer Würzburger Kanzlei eine Insolvenzprüfung. Für anstehende Sanierungsmaßnahmen, darunter die Erneuerung des Zaunes zur Mainaustraße hin, seien "die Mittel nicht da, um in Vorleistung zu gehen", sagt WFV-Verwaltungsratsmitglied Roland Metz. Er hofft, dass man bei der Stadt nicht auf die Zweckgebundenheit des Zuschusses pocht: "Die Mittel würden ja ohnehin in unsere Infrastruktur fließen."

    Für die Antragsteller im Stadtrat geht es jetzt aber weniger um Infrastruktur als um die Rettung des WFV. "Wir wollen nicht, dass der Verein hops geht", sagt Judith Jörg. Sollte der Eilantrag am Donnerstag nicht durchsetzbar sein, werde man zur Haushaltsberatung in der kommenden Woche einen neuen Antrag stellen - mit demselben Ziel. Jörg hofft dabei auch auf die Unterstützung der anderen Fraktionen: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie den Verein im Stich lassen."

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