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    WÜRZBURG

    Ein Jahr lang auf acht Quadratmetern

    Katharina Wagler in ihrer Klein-WG im Frauenland. Dort muss sie bald wieder raus. Wo sie dann unterkommt, weiß sie noch nicht. Foto: Theresa Müller

    Wer sich mit Katharina Wagler unterhält, der merkt schnell, dass er eine lebenstüchtige und lebensfrohe junge Frau vor sich hat. Eine, die das Leben zu nehmen weiß, wie es ist. Sonst hätte sie vor drei Jahren vielleicht bald wieder die Koffer gepackt, als sie aus Wiesloch bei Heidelberg nach Würzburg kam, den Zulassungsbescheid fürs Biologiestudium in der Tasche. „Der kam eine Woche vor Studienbeginn“, erinnert sich die heute 21-Jährige.

    So schön die Nachricht war, so groß waren die Schwierigkeiten, eine Bude zu finden. „Ich habe verschiedene WGs angefragt, habe mir die Restplätze angeschaut“, berichtet Katharina Wagler, die schließlich in einer Veganer-WG unterkam, wo sie einen Monat lang auf dem Boden geschlafen hat.

    Auf acht Quadratmetern zu Hause

    Als sie dort wieder raus musste, landete sie in einem Appartementhaus, wobei „Appartement“ wohl ziemlich geschmeichelt ist für das Wohn-Schließfach, das für ein Jahr ihr, nun ja, Zuhause sein sollte. Acht Quadratmeter maß das Zimmer, Küchen- und Waschgelegenheit inklusive. Unterm platzsparenden Hochbett wurde gekocht, und vom Schreibtisch aus war der Kühlschrank in Griffweite – das Ganze für rund 300 Euro.

    Als sie gefragt wurde, ob sie ihren Mietvertrag verlängern wollte, hat sie abgelehnt, wohlwissend, dass die nervende Sucherei von Neuem losgehen würde.

    Bei der Zimmersuche hatte Katharina Wagler dann richtig Glück. Nicht weil sie auf Anhieb ein Zimmer fand, sondern weil sie Bekanntschaft mit zwei anderen Studenten machte, denen es ähnlich ging. Die Idee: Wir gründen eine eigene WG! Tatsächlich wurden die Drei fündig. Eine Wohnung im Frauenland wurde das neue Zuhause: Endlich ein geräumiges Zimmer, endlich eigene Möbel!

    Hat die Studentin ein zweites Mal Glück

    Zwei Jahre währte das gemeinsame Glück, dann der Tiefschlag: Das Haus wird renoviert, die WG kann nicht bleiben. „Jetzt bin ich schon wieder auf der Suche“, stöhnt Katharina Wagler. Denn zweieinhalb Jahre noch braucht sie bis zum Master. Ob sie dafür in Würzburg bleibt? Das hängt wohl davon ab, ob ihr das Glück vielleicht noch ein zweites Mal über den Weg läuft.

     

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