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    Veitshöchheim

    Ein Leben lang immer sehr genügsam

    Hildegard Laue feierte im Veitshöchheimer Altenheim St. Hedwig ihren 101. Geburtstag. Foto: Dieter Gürz

    Die gebürtige Sauerländerin Hildegard Laue war 1996 auf Empfehlung einer Freundin kurz nach Eröffnung des Caritas-Altenheimes Sankt Hedwig im Alter von 78 Jahren aus Bad Krotzingen im südlichen Breisgau nach Veitshöchheim gekommen, um hier kurz nach dem Tod ihres Mannes, dem ehemaligen Obergerichtsrat Dr. Werner Laue am OLG Düsseldorf, ihren weiteren Lebensabend zu verbringen. 23 Jahre später konnte die Akademikerin mit ihren näheren Bekannten, zu denen auch ihre Betreuer Erika und Willi Seidenspinner zählen, im Bocksbeutelzimmer des Hauses St. Hedwig ihren 101. Geburtstag feiern.

    In Brilon geboren, machte die auch im hohen Alter noch sehr gepflegte Dame im Ursulinen-Internat in Werl das Abitur. Sie unterrichtete nach dem Studium in Münster an den Gymnasien in ihrer Heimatstadt Brilon und in Neuß in den Fächern Deutsch und Religion bis zu ihrem 55. Lebensjahr. Dann siedelte sie mit ihrem Mann nach dessen Pensionierung in den Schwarzwald über.

    Ihre Ehe blieb kinderlos. Regen Kontakt hat die 101-jährige noch zu ihrer Großnichte Anneliese Dohle und deren Mann Willi, beide in der Geburtsstadt der Jubilarin wohnend, wo sie neben ihrem 1993 verstorbenen Mann beerdigt werden möchte.

    Hobbys der hochbetagten Seniorin waren das Wandern, die Musik und Sprachen. Sie spielte Klavier und Geige, sprach französisch, spanisch und russisch.

    In den 23 Jahren ihres Aufenthalts in Sankt Hedwig ließ sich die ehemalige Studienrätin nie von ihrer Außenwelt irritieren, war immer sehr genügsam, aber selbstbestimmt. Sie wusste immer genau was sie will, auch wenn ihr Augenlicht und ihr Gehör immer schwächer wurden.

    So lebte sie hier ziemlich zurückgezogen, war jedoch wöchentlicher Gast in der Franziskaner-Kirche in Würzburg und nahm als ehemalige Religionslehrerin an vielen Wallfahrten teil. Im Alter von 101 Jahren ist nun die einzige Abwechslung im Tagesablauf  für die religiöse Jubilarin der tägliche Besuch des Gottesdienstes in der Hauskirche und die Teilnahme an der Gemeinschaftsverpflegung.

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