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    Zell

    Ein Mann für das Zeller Rathaus

    Gratulierten sich gegenseitig zum Erreichen der Stichwahl: Sebastian Rüthlein (links, SPD/Junge Liste Zell) und Joachim Kipke (Zeller Mitte/Freie Wähler).
    Gratulierten sich gegenseitig zum Erreichen der Stichwahl: Sebastian Rüthlein (links, SPD/Junge Liste Zell) und Joachim Kipke (Zeller Mitte/Freie Wähler). Foto: Jörg Rieger

    Im Zeller Rathaus ändert sich politisch künftig einiges. Die Nachfolge der scheidenden Bürgermeisterin Anita Feuerbach (CSU/Freie Zeller Bürger) wird ein Mann antreten: entweder Sebastian Rüthlein (SPD/Junge Liste Zell) oder Joachim Kipke (Zeller Mitte). Der SPD-Kandidat Rüthlein, Enkel des langjährigen Zeller Bürgermeisters Dieter Weidenhammer, lag mit 704 nur zehn Stimmen vor dem örtlichen Goldschmiedemeister Kipke mit 694 Stimmen. Silvia Schlagmüller (CSU/FZB) kam auf 625 Stimmen und hat es dadurch als Dritte nicht in die Stichwahl geschafft. Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 60 Prozent.

    Bei der Wahl zum 16-köpfigen Marktgemeinderat konnten hingegen die CSU/FZB am meisten Stimmen auf sich vereinen, nämlich insgesamt 10 531 Stimmen. Das bedeutet fünf Sitze. Dahinter liegen die Zeller Mitte/FW (7272) und die SPD/JLZ (7062) mit jeweils vier Räten. Die Zeller Grünen, die sich erst Ende 2018 gegründet haben, kommen auf drei Sitze bei 6103 Stimmen. Somit wird es in Zell künftig vier Fraktionen im Rat geben, zuletzt waren es nur zwei.

    "Wir waren in der jüngsten Wahlperiode zwar nicht dabei, haben uns aber stark in kulturellen Arbeitskreisen engagiert", sagte Kipke. Dem 57-Jährigen kam wohl zu Gute, dass er zuletzt im Gemeinderat bei den Unstimmigkeiten rund um den anvisierten Bau des Ärztehauses auf dem Gelände des Wertstoffhofes nicht involviert gewesen war.

    Das Ergebnis sei das Beste für Zell, fand der 32-jährige Rüthlein mit Blick auf den Bürgermeisterentscheid. Später kristallisierte sich heraus, dass die CSU/FZB stärkste Fraktion im Marktgemeinderat bleibt. Da es nun mehr als zwei Lager gibt, hat sie allerdings keine absolute Mehrheit mehr. In dieser Konstellation ist erst einmal völlig unklar, ob das Ärztehaus in absehbarer Zeit entsteht. Das immer häufiger sogenannte Haus der Gesundheit war von Feuerbachs Fraktion aufs Gleis gesetzt worden.

    "Ich freue mich über das Listenergebnis für unsere Fraktion. Im Team wollen wir weiter die anstehenden Projekte voranbringen", sagte Siliva Schlagmüller. Dass sie knapp nicht in die Stichwahl um das Bürgermeisteramt gekommen ist, sei natürlich ärgerlich. Die dreifache Mutter deutete an – ohne nachkarten zu wollen –, dass die letzten Wochen nicht immer fair über die Bühne gegangen sind. "Der Wahlkampf ist jetzt nun mal gelaufen, wie er gelaufen ist."

    Die drei Kandidaten jedenfalls haben sich am Sonntagabend gegenseitig beglückwünscht. Rüthlein und Kipke dachten derweil schon daran, wie sie die nächsten beiden Wochen angehen. Nachdem Häuserwahlkampf in Zeiten von Corona nicht mehr zu empfehlen sei, so die beiden unisono, müsse man kreativ sein und sich etwas anderes einfallen lassen.

    Der neue Zeller Marktgemeinderat setzt sich wie folgt zusammen:

    CSU/Freie Zeller Bürger (fünf Sitze): Silvia Schlagmüller, Roland Weckesser, Thomas Hetterich, Ralf Geisler, Dirk Stumpf.

    SPD/Junge Liste Zell (vier): Sebastian Rüthlein, Bernd Spengler, Esra Yildirim, Dirk Wegmann.

    Zeller Mitte/Freie Wähler (vier): Joachim Kipke, Friedemann Jung, Richard Wagner, Phillip Arndt.

    Bündnis90/Die Grünen (drei): Jessica Hecht, Martin Küpper, Cordula Deynet.

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