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    Bullenheim

    Ein verpasster Flieger und eine gemähte Wiese

    Die Tagesschau meldete sich an der Kirchweih live aus Bullenheim. Foto: Gerhard Krämer

    Die Tagesschau meldete sich live aus Bullenheim. Die Nachrichtensprecher und Reporter vor Ort übermittelten die neuesten Ereignisse des Ortes direkt aus einem Übertragungswagen, der nach dem Kirchweihumzug am Platz vor dem Rathaus stand.

    Jan Schadt, Elias Nagler, Kevin Engel und Stefan Schadt spielten die Nachrichtensprecher. Schließlich lässt man sich in Bullenheim auch bei der Kirchweihpredigt immer etwas Neues einfallen. Manches Dorfgeschehen wäre zudem auch filmreif gewesen.

    Vier Motivwagen hatte die Kirchweihjugend in mühevoller Arbeit kreiert. Da blieb auch in der 68 Seiten starken Kerwazeitung ein Seitenhieb auf die beiden Orte Ippesheim und Herrnberchtheim nicht aus, die im vergangenen Jahr nur drei gehabt hätten. "Umzug für Arme", lautete der Kommentar dazu.

    "Artenreiche Blühfläche"

    Ein Bullenheimer Mädel und deren Freundinnen werden einen Aufenthalt auf Mallorca nun besonders lange in Erinnerung behalten. Die Kirchweihjugend verewigte den verpassten Heimflug ganz groß auf einen Wagen mit Touristenflieger und Tower. "Das lange Ausschlafen hatte schlimme Folgen, das Flugzeug verschwand ohne die Mädli in den Wolken", stand in der Kerwazeitung zu lesen. Sechs Stunden später haben die Urlauberinnen dann mit einem anderen Flieger ihre Rückreise angetreten.

    Ausgesummt hatte es sich fälschlicherweise auf einer Blumenwiese. Ein Hektar von vier sollen gemäht und in der Biogasanlage bei Gollhofen zu Gas werden. "Artenreiche Blühfläche" sei auf einem Schild gestanden, hatte die Jugend recherchiert. Das Schild jedoch wurde nicht beachtet, dafür die komplette Wiese abgemäht.

    Die vergessenen Handbremse eines Pick-Up

    Bildlich dargestellt auf einem Wagen war auch die vergessenen Handbremse eines Pick-Up. Den fand sein Besitzer dann bei der Rückkehr 30 Meter weiter bergab.

    Ebenso gab es das Motiv Feuertonne. Ein solches Bild bietet sich oft dann, wenn man heiße Asche in die Mülltonne füllt. Die stand zum Glück draußen und die Reste konnten rasch gelöscht werden.  

    Viele weitere Geschehnisse blieben nicht verborgen. So prangerte die Kirchweihjugend das Holzmachen im Wald an vor dem ersten Forst oder die Schäden durch Seilwinden. Nachbetrachtet wurde auch die Bürgermeisterwahl mit zwei Bewerbern in diesem Jahr.

    Eine unheimliche Begegnung auf dem Damenklo

    Der eine Kandidat habe nach Meinung der Jugend eigentlich gar keine rechte Ambitionen gehabt. Der andere, dann gewählte, soll als eine der ersten Amtshandlungen einen Geschwindigkeitsmesser vor seinem Grundstück aufgestellt haben.

    Weitere Dinge mehr oder weniger lustiger Natur waren eine Auseinandersetzung über das beste Bäckerbrot im Ort, die Wurstlieferungen fürs Weinfest, eine unheimliche Begegnung auf dem Damenklo, ein kräftig gestutzter Nussbaum am Feldrand, ein Ausflug von Schafen in den Gemüsegarten, eine Polizeikontrolle im Ort oder ein Whats-App-Status nicht jugendfreien Inhalts.

    Ein verpasster Flieger verzögerte die Rückkehr von Mallorca. Foto: Gerhard Krämer

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