• aktualisiert:

    Randersacker

    Ein weiteres Verkehrsgutachten soll her

    Bilck vom Terroir F auf das zwischen Autobahn, Bundesstraße und Staatststraße geplante Gewerbegebiet am Sonnenstuhl in Randersacker. Foto: Traudl Baumeister

    Deutlich verärgert zeigten sich die Mitglieder des Marktgemeinderates Randersacker in ihrer Sitzung am Mittwochabend. "Erst nötigt man uns, ein Verkehrsgutachten machen zu lassen, an das sich dann keiner hält", fasste Oliver Kuhn (UWG) die Meinung aller zusammen. Die Vermutung liege nahe, ergänzten Bruno Schmitt und Heiko Lörner (beide CSU), dass die Autobahndirektion beim Thema Verkehrsanbindung für das geplante Gewerbegebiet am Sonnenstuhl nur so lange herumeiere, um den derzeitigen Autobahnausbau unbeeinflusst vom Randersackerer Vorhaben beenden zu können. Mit jedem Personalwechsel im Amt, so die weitere Feststellung der Ratsmitglieder, änderten sich scheinbar Beurteilung und Zielrichtung.

    Statt des bisher stets geplanten Kreisverkehrs, hatte zuvor Bürgermeisterstellvertreter Oliver Liedtke (Lindelbacher Liste) mitgeteilt, favorisierten die Autobahnplaner in Kooperation mit dem staatlichen Bauamt jetzt eine Ampellösung. Dass vier Ampeln auf einer Strecke von 600 Metern sinnvoller sein sollen und weniger Staus verursachen als ein Kreisverkehr, das bezweifelten Oliver Menz (SPD) und seine Kollegen einmütig.

    Über vier Jahre ist es her, dass der Marktgemeinderat sich einstimmig für das Ausweisen einer Gewerbefläche am Sonnenstuhl, zwischen Bundesstraße, Staatsstraße Richtung Lindelbach und Autobahn entschied. Im Juni 2016 hatte die Kommune das oben erwähnte, von den beteiligten Baubehörden geforderte Verkehrsgutachten in Auftrag gegeben.

    Weil alle zwischenzeitlich in Erwägung gezogenen Lösungen für die Verkehrsanbindung seitens der Kooperationspartner wieder gekippt wurden, haben sich die Randersackerer für ihr Anliegen in den letzten Wochen Verstärkung bei den Landtagsabgeordneten Manfred Ländner (CSU) und Volkmar Halbleib (SPD) geholt. Beide sicherten ihre politische Unterstützung zu.

    Gar nicht einzusehen sei für ihn, hatte Bürgermeister Michael Sedelmayer seinem Stellvertreter in die Sitzung mitgegeben, dass die Autobahndirektion selbst noch ein weiteres Verkehrsgutachten in Auftrag geben will, wo doch mittlerweile bereits drei Gutachten der Verkehrsströme rund um die Autobahnanschlussstelle Randersacker existierten.

    Weitere Gespräche mit allen Beteiligten, zitierte Liedke den Rathauschef weiter, sollen im Januar 2019 stattfinden. Jedwede Lösung könne zudem erst nach dem Ende der Autobahnbaustelle, also in den Jahren 2021/2022, umgesetzt werden, so Sedelmayer.

    Wie dringend der Ort die Steuereinnahmen aus dem lange geplanten Gewerbegebiet benötigt, wurde bei der Diskussion über weitere Tagesordnungspunkte deutlich. Verschoben wurde die Vergabe für die Sanierung des Geländers im Schulhof. Die veranschlagten Kosten - rund 150.000 Euro - waren zu hoch. Bis zu einer endgültigen Entscheidung während der Haushaltsberatungen 2019 soll Architekt Dietrich Haas jetzt weiter nach kostengünstigeren Lösungen suchen. Veranschlagt waren 2018 hierfür 50.000 Euro.

    Zähneknirschend beschlossen hatte der Marktgemeinderat zuvor die Kostenerhöhung für die Fassadenrenovierung des Rathauses. Statt bei 80.000 Euro liegen die Nettokosten für die Arbeiten mittlerweile bei rund 120.000 Euro, erläuterte Haas. Risse, flächig abfallender Putz, Löcher in der Dachrinne und weitere Missstände der vor 44 Jahren letztmals sanierten Fasse des historischen Gebäudes machten die Nachbesserungen zum Schutz der Bausubstanz unumgänglich.

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!