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    HETTSTADT

    Eine Ausnahmewehr im Landkreis Würzburg

    Zahlreiche Ehrungen gab es zu überreichen beim Kommers anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr ... Foto: Herbert Ehehalt

    Als außergewöhnlich gilt die Freiwillige Feuerwehr Hettstadt im Landkreis Würzburg über den westlichen Inspektionsbereich hinaus. Beim Kommers zum 150-jährigen Gründungsjubiläum bestätigten dies die Mitglieder und Verantwortlichen am Samstagabend einmal mehr in der nach Sanierung gerade fertig gestellten Herzog-Hedan-Halle.

    Die Mandatsträger mit dem Bundestagsabgeordneten Paul Lehrieder (CSU), den beiden Landtagsabgeordneten Volkmar Halbleib (SPD) und Manfred Ländner (CSU) sowie Landrat Eberhard Nuß als Gratulanten, samt der Anwesenheit von Kreisbrandrat Michael Reitzstein und Kreisbrandinspektor Winfried Weidner mit mehreren Kreisbrandmeistern im Gefolge war nur ein Indiz für die Ausnahmestellung. Die Verbundenheit zu Hettstadts Wehr brachte aber auch die Anwesenheit einer Abordnung der Patenwehr aus Waldbüttelbrunn sowie die Vertreter der Ortsvereine zum Ausdruck.

    Ungewöhnlich große Zahl von Aktiven

    Bestätigt wird die Ausnahmestellung der Hettstadter Floriansjünger aber insbesondere durch die ungewöhnlich große Zahl von 90 Aktiven, darunter zwölf Frauen und 78 Männer, 21 davon als Helfer vor Ort, die Hab und Gut und Menschenleben schützen. Weitere zehn Jugendliche werden von Tanja Schwarz und Sven Pecher auf den aktiven Dienst vorbereitet.

    Und so traditionell wie der Brandschutz insgesamt ist in Hettstadt auch die Konstellation der Verantwortung hierfür. Den Vorsitz im Verein Freiwillige Feuerwehr führt stets der amtierende Rathauschef. Somit blieb es beim Kommers Bürgermeisterin Andrea Rothenbucher (CSU/UBH) vorbehalten, an die Anfänge und Entwicklung der Wehr zu erinnern.

    Wachsames Auge auf 1600 Haushalte

    Die Gedanken gehörten dabei „vor allem den zuletzt durch mehrere Schicksalsschläge verstorbenen Vorbilder des Vereins“, betonte Rothenbucher. Mit einfachsten Mitteln stemmten sich die Menschen auch in Hettstadt bei der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr im Jahr 1869 gegen Brände. Aus Rücksicht auf Jubiläen anderer Ortsvereine feierte die Wehr ihre großen Feste stets ein Jahr im Voraus. Zu schützen gab es im Gründungsjahr etwa 140 Anwesen mit rund 850 Einwohnern. Aktuell gilt es ein wachsames Auge zu haben auf 1600 Haushalte und 3800 Einwohner, erinnerte Rothenbucher.

    „Heutzutage sind die Aktiven darüber hinaus in einem vollkommen veränderten Einsatzspektrum gefordert bei Technischen Hilfeleistungen, Gefahrguteinsätzen und Naturereignissen“, gab Kommandant Daniel Hölzlhammer zu bedenken. An die politischen Mandatsträger gerichtet forderte der Kommandant „deshalb Investitionen nicht nur in die Ausrüstung sondern auch ins Personal zu dessen Motivation. Denn: was nutzt die beste Ausrüstung ohne Aktive“, mahnte Hölzlhammer.

    Stationierung eines neu beschafften Rüstwagens

    „Was wir an den Aktiven der Feuerwehr Hettstadt haben“ weiß auch Kreisbrandrat (KBR) Michael Reitzenstein zu schätzen. „Sie betreuen für den Landkreis Würzburg den Rüstwagen und die Gefahrgut-Messausstattung“, erinnerte der KBR. Auch Landrat Eberhard Nuß, gleichzeitig Vorsitzender des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung bestätigte für die Bevölkerung und die Verkehrsteilnehmer in der Region, sich zu 100 Prozent auf Hettstadts Aktive verlassen zu können. Mit dem KBR sicherte der Landrat auch weiterhin die Stationierung eines neu beschafften Rüstwagens in Hettstadt zu.

    „Das überwältigende Engagement für die Feuerwehr im Ort“ scheint für Bürgermeisterin Andrea Rothenbucher „wohl begründet in einem Inferno in Folge eines Luftangriffs am 1. April 1945. Dabei waren 78 Wohnhäuser und 82 Scheunen neben der kompletten Ausrüstung der Wehr in Schutt und Asche gefallen“, erinnerte die Bürgermeisterin. Das 150-jährige Bestehen feiert die Freiwillige Feuerwehr Hettstadt im Sommer mit einem großen Festwochenende vom 21. Juli bis 23. Juli in und rund um die Herzog-Hedan-Halle.

    Ehrungen:

    Für 25-jährigen aktiven Dienst wurde Andreas Berr durch Landrat Eberhard Nuß das Staatliche Ehrenzeichen in Silber verliehen.

    Für 40-jährigen aktiven Dienst durfte Rainer Klinger das Staatliche Ehrenzeichen in Gold in Empfang nehmen.

    Für 20-jährigen aktiven Dienst wurden die Zugführer Christian Klug und Florian Ruhhammer durch die Kommandanten Daniel Hölzlhammer und Guido Hetzer ausgezeichnet.

    Die Vereinsehrennadel in Silber wurde für 25-jährige Mitgliedschaft verliehen an Andreas Berr, Erich Seubert und Wolf Rüdiger.

    Über die Verleihung der Vereinsehrennadel in Gold für 40-jährige Mitgliedschaft freuten sich Peter Falgner, Dieter Gätzner, Rainer Klinger, Roland Lannig und Bernhard Wilhelm.

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