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    Ochsenfurt

    Eine Städtepartnerschaft in Zeiten des Brexit

    Städtepartnerschaft zwischen Ochsenfurt und Wimborne. Im Bild von links: 1. Vorsitzender Städtepartnerschaftsverein Ochsenfurt Burkard Bähr, ehemalige Vorsitzende des Städtepartnerschaftsvereins Annemone Koslowski, Bürgermeister von Wimborne Shane Bartlett, ehemalige Bürgermeisterin und Unterzeichnerin der Urkunde Margery Ryan, erster Vorsitzender der Twinning Organisation Philip Maul, Altbürgermeister und Unterzeichner der Urkunde Peter Wesselowsky, Honorakonsul Richard Cutler, 2. Bürgermeisterin von Ochsenfurt, Rosa Behon, Pfarrer und Rector Andrew Rowland. Foto: Elisabeth White

    Vor dreißig Jahren, am 12. November 1989, wurde die Städtepartnerschaft zwischen Ochsenfurt und Wimborne besiegelt. Es war der Beginn einer Erfolgsgeschichte und Grund genug, dieses Jubiläum würdig zu begehen.

    Nachdem in Ochsenfurt bereits in diesem Sommer mit Gästen aus Wimborne gefeiert worden war, reiste nun eine kleine Delegation nach Wimborne. Gemeinsam mit den Engländern wohnten sie dem Festakt im dortigen Gemeindezentrum bei. Shane Bertlett, der Bürgermeister des Jahres 2019/2020 überbrachte der Wimborne-Ochsenfurt Twinning Organisation die Glückwünsche der Stadt.

    Philip Maul, Erster Vorsitzender der Twinning Organisation, freute sich, die beiden Unterzeichner der Urkunde für die Städtepartnerschaft begrüßen zu können: Margery Ryan und Peter Wesselowsky. Er erinnerte an den Geist der Partnerschaftsurkunde: „Der Wunsch nach Freundschaft sowie die Förderung der menschlichen und kulturellen Kontakte zwischen den Bürgern zur gegenseitigen Bereicherung, in der festen Überzeugung, dass die Völker von heute die Probleme von morgen nur gemeinsam lösen können“. Dieser Geist ist heute noch in der Partnerschaft zu spüren.

    Austausch weiter ausbauen

    Der Erste Vorsitzende des Städtepartnerschaftsvereins Ochsenfurt, Burkard Bähr, differenzierte das Engagement auf Ebene der Städtepartnerschaft von der Ebene der „Großen Politik“. Das vertrauensvolle und einzigartige Miteinander der Bürger beider Nationen sowie die entstandenen Freundschaften sollten auch durch die jüngsten politischen Ereignisse nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Ziel ist es, den Austausch auf weiteren Ebenen beispielsweise durch Einbindung von Vereinen, auszubauen und so die Völkerverständigung im Sinne der Gründungsurkunde zu leben.

    Rosa Behon, zweite Bürgermeisterin, überbringt die Glückwünsche der Stadt Ochsenfurt und des Stadtrates. Sie erinnert an die Frühzeit der Partnerschaft und die vielfältigen Veranstaltungen. Der Beginn der Partnerschaft ist auch deshalb vielen so eindringlich in Erinnerung, da er mit der Grenzöffnung der innerdeutschen Grenze zusammenfiel.

    Kutschenfahrt nach Würzburg

    Auch Ann Roberts, die bereits bei der Unterzeichnung der Urkunde in Ochsenfurt dabei war, erinnerte sich lebhaft an den Besuch zur Unterzeichnung. Viele unvergessliche Erlebnisse sind bei ihr mit der Städtepartnerschaft verbunden. Unvergesslich war ihr auch eine Fahrt mit einer Kutsche nach Würzburg.

    Die eigentliche Festrede übernahm Honorarkonsul Richard Cutler aus Southampton, seines Zeichens selbst Engländer. Ihn prägten seine ersten Kontakte während eines Jugendaustausches in Deutschland. Die Begeisterung für dieses Land und die Menschen brachte er in seiner Rede deutlich zum Ausdruck. Er sieht die Zukunft der Städtepartnerschaft vor allem darin, die Jugend mitzunehmen und nötige Veränderungen voranzutreiben.

    Allen Rednern gemeinsam ist die Meinung, dass sich unabhängig vom Brexit die Städtepartnerschaft weiterentwickeln soll.

    Kerzen für die Partnerstädte entzündet

    In einem feierlichen Gottesdienst im Wimborne Minster wurden auf dem Gedenkstein zur Gründung der Städtepartnerschaft, der von Otmar Kleindienst im Jahr 1989 geschaffen wurde, zwei Kerzen für die Partnerstädte angezündet. Ein Lektor begrüße die Gäste aus Ochsenfurt in deutscher Sprache. An die Schrecken des zweiten Weltkrieges mit seinen unzähligen Opfern verbunden mit dem Wunsch nach Versöhnung wurde von Pfarrer Andrew Rowland erinnert. Peter Wesselowsky trug aus der Bibel die Lesung vor. Mit dem Gottesdienst endete der festliche Teil des Jubiläums. Die Einladung zu einem Wiedersehen im Jahr 2020 in Wimborne knüpft an die traditionsreiche Partnerschaft an und entwickelt sie weiter.

    Von: Burkard Bähr, 1. Vorsitzender, Städtepartnerschaftsverein Ochsenfurt

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