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    BÜTTHARD

    Eine einfache Sporthalle soll genügen

    Der Rohbau des neuen Kindergartens an der Simmringer Straße in Bütthard. Foto: Claudia Schuhmann

    Zwei Jahre Amtszeit hat Bütthards Bürgermeister Edwin Gramlich noch vor sich. Dann ist Wahl, und Gramlich wird kein weiteres Mal antreten. Bis dahin aber will der Bürgermeister noch ein Projekt auf den Weg bringen, das ihm persönlich sehr am Herzen liegt: eine Sporthalle. Nur eine Sporthalle, betont er.

    „Sie muss für Büttharder Verhältnisse übersichtlich bleiben“, sagt Gramlich. „Wir brauchen keine Eventhalle, keine Küche, keine Duschen.“ Was Bütthard brauche, sei eine einfache Halle, in der die meisten der im Dorf vorhandenen Sportangebote betrieben werden könnten. Für das Wenige, was darüber hinausgehe, könne es doch eine Kooperation mit Giebelstadt geben, wo die nötigen Räumlichkeiten vorhanden seien, sagt der Bürgermeister.

    Die finanzielle Lage ist gut

    Er weiß aber, dass es im Gemeinderat auch andere Stimmen zu diesem Thema gibt. Stimmen, die eine größere und besser ausgestattete Sporthalle favorisieren. Bis zum Jahresende müssten sich die Büttharder Gemeinderäte die finanzielle Situation ihrer Kommune angucken und dann über diese Frage abstimmen, so Gramlich. Er ist zuversichtlich, dass das Projekt zumindest an den Kosten nicht scheitern werde: „Wir befinden uns derzeit in der glücklichen Lage, dass wir 1,8 Millionen Euro in der Rücklage haben und komplett schuldenfrei sind.“ Eine Förderzusage der Regierung gebe es auch schon.

    Derzeit spielt sich alles, was nicht draußen auf den Sportplätzen betrieben werden kann, in der kleinen Schulturnhalle ab. „Die ist jeden Tag belegt“, erklärt Gramlich. Ihr Erscheinungsbild, gibt der Bürgermeister unumwunden zu, sei steinzeitlich. Die neue Halle, vorgesehen ist dafür eine Fläche im Bereich Kindergarten und Schule, soll die alte Schulturnhalle ersetzen.

    Entscheidung für den Kindergartenneubau

    Gramlichs Erfahrung nach benötigen die Kindergarten- und Schulkinder nach dem Sport ohnehin keine Duschen. Und den Sportlern, die duschen wollten, seien die 30 Meter Fußweg zum benachbarten Sportheim zuzumuten, wo es entsprechende Möglichkeiten gebe.

    Zufrieden ist Gramlich mit der Entscheidung, die der Gemeinderat hinsichtlich des Kindergartens getroffen hat. Zunächst war darüber nachgedacht worden, das mehr als 100 Jahre alte Kindergartengebäude mit dem dauerfeuchten Keller in der Ortsmitte zu ertüchtigen. „Das wäre aber sehr teuer geworden“, erklärt Gramlich. Mit zwei Millionen Euro hätte die Gemeinde rechnen müssen, dann wäre das Ganze aber noch immer nicht barrierefrei gewesen, und genügend Parkplätze hätte es auch nicht gegeben.

    Über Jahre hinweg Kanäle ertüchtigt

    Der Rohbau des neuen Kindergartens neben der Schule an der Simmringer Straße, wo Platz für zwei Kindergarten- sowie zwei Krippengruppen sein wird, ist schon im Entstehen begriffen. Knapp drei Millionen Euro kostet dieser Neubau, für den es allerdings 1,2 Millionen Euro Förderung gibt. Die Kirche, die den Kindergarten führt, gibt weitere 340 000 Euro, so dass die Gemeinde letztlich noch 1,4 Millionen Euro aus eigenen Mitteln für ihren Kindergarten aufbringen muss. Im Herbst soll das Gebäude fertig sein.

    Die Gemeinde Bütthard tätigt indessen auch Investitionen, die gar nicht sichtbar sind. „Fünf Jahre lang haben wir unsere Kanäle ertüchtigt“, sagt Edwin Gramlich. Und noch weitere drei Jahre wird es mit diesen Arbeiten in Bütthard und seinen Ortsteilen weitergehen. 700 000 Euro hat die Gemeinde bisher schon ausgegeben, und pro Jahr werden erneut 100 000 Euro investiert werden.

    Drei neue Feuerwehrfahrzeuge

    Edwin Gramlich ist es wichtig, Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur nicht auf die Bürger abzuwälzen. In Sachen Straßenausbaubeiträge triumphiert der Bürgermeister: „Das haben wir in Bütthard schon vor Jahren verhindert“, sagt er. „Denn diese Regelung ist unfair.“ Damals, als die Gemeinde sich weigerte, für den Straßenausbau die Anlieger heranzuziehen, habe es bei der Rechnungsprüfung noch einen Rüffel gegeben. Nun gebe die neueste Entwicklung seiner Gemeinde Recht.

    Der Bürgermeister kann aber noch mehr Neuigkeiten vermelden: „Drei neue Feuerwehrfahrzeuge werden dieses Jahr eingeweiht.“ Je ein Auto werde für die Wehren in Gaurettersheim, Höttingen und Oesfeld angeschafft, um die Ausstattung auf einen zeitgemäßen Standard zu heben. Nur so, glaubt Edwin Gramlich, könne man auch die Jugend für die Feuerwehr begeistern. Das Ehrenamt mache nämlich nur bedingt Spaß, wenn eine Feuerwehr mit Schlepper und Anhänger immer als letzte am Ort des Geschehens eintreffe.

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