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    KIST

    Einziger Kummer: Verkäuferinnen fehlen

    Den viersträngigen Hefezopf, eine Besonderheit von Müllerbäck in Kist, lernten Landrat Eberhard Nuß (Zweiter von links),... Foto: Eva Schorno

    Landrat Eberhard Nuß besucht regelmäßig Unternehmen im Landkreis Würzburg als Teil der Wirtschaftsförderung des Landkreises, die im Rahmen der Kreisentwicklung von Regionalmanager Michael Dröse organisiert und vorbereitet werden. Diesmal galt sein Besuch Müllerbäck in Kist.

    Bäckermeister Karl Müller gründete Müllerbäck 1936 in der Würzburger Jägerstraße. 1953 baute Müller in der Frankfurter Straße neu und größer, und schon 1969 war der Umzug nach Kist nötig, um die steigende Kundennachfrage zu befriedigen. 1995 ging der Stab von Wolfgang Müller auf die heutigen Geschäftsführer Lothar Skowronek und Bäckermeister Jakob-Ludwig Schantz über. Derzeit gehören 25 Filialen und knapp 200 Mitarbeiter zu Müllerbäck. Das Einzugsgebiet erstreckt sich von Rimpar über Würzburg bis Walldürn, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamtes.

    Bürgermeister Volker Faulhaber betonte: „Müllerbäck gehört einfach zu Kist und ist ein sozial sehr engagierter Betrieb.“ Landrat Eberhard Nuß lobte vor allem, dass Müllerbäck heimische Rohstoffe verwendet und somit die regionale Landwirtschaft stärkt. Die Qualitäten als Arbeitgeber von Bäckern, Konditoren, Bäckereifachverkäuferinnen und Verwaltungskräften sowie als Ausbilder in allen vier Berufen stellte Jakob-Ludwig Schantz dar.

    Auch für die derzeit 13 Lehrlinge lohnen sich gute Noten in der Berufsschule: Es gibt „Zeugnisgeld“, und während der Ausbildung legt die Firma zum Tariflohn einen guten Teil drauf. „Wir haben keine Nachwuchssorgen bei den Bäckern und Konditoren“, so Schantz, allerdings fehlen uns die Bäckereifachverkäuferinnen. Verkaufsleiterin Margret Haßold hofft deshalb, dass das bayerische Ladenschlussgesetz bleibt, wie es ist. Denn die langen Öffnungszeiten in den baden-württembergischen Filialen machen es noch schwerer, Verkäuferinnen zu finden.

    Beeindruckt zeigten sich die Vertreter der Handwerkskammer für Unterfranken, Hauptgeschäftsführer Ludwig Paul und Stefan Beil, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Würzburg, von den gelebten Werten bei Müllerbäck: Führung, Weiterbildung, Verantwortung, Entfaltung der Mitarbeiterpotenziale und familiäres Betriebsklima.

    Der Umsatz von Müllerbäck stieg 2017 auf neun Millionen Euro an, davon sind allein vier Millionen Euro Personalkosten. 819 Tonnen Mehl werden im Jahr verarbeitet, und der „Brötchenwanderweg“ beläuft sich täglich auf mehr als 870 Kilometern, weil Müllerbäck auch in strukturschwachen Ortschaften noch kleine Filialen unterhält, um die Nahversorgung aufrechtzuerhalten.

    Bearbeitet von Robert Menschick

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