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    Theilheim

    Eltern empört: Kita-Umbau in Theilheim zieht sich weiter hin

    Die Kita in Theilheim soll umgebaut und erweitert werden. Seit Jahren wird darüber diskutiert, bis jetzt ist noch nichts passiert. Foto: Lucas Kesselhut

    Die Lage ist verzwickt: Seit 2016 wird am Kita-Umbau in Theilheim geplant und geplant, es kommt aber nichts voran. Am Dienstag sollte der Gemeinderat über den Bauantrag der Katholischen Kirchenstiftung zum Umbau und zur Erweiterung der Kindertagesstätte Sankt Johannes beraten und abstimmen. Aber soweit kam es nicht. Denn Bürgermeister Hubert Henig schlug vor, den Punkt von der Tagesordnung zu nehmen und zu einem späteren Zeitpunkt, eventuell sogar in einer Sondersitzung des Gemeinderates, zu diskutieren. Mit einer UWG-Mehrheit im Rücken setzte sich Henig durch. CSU und SPD stimmten dagegen, ebenso der grüne Gemeinderat. 

    Empörte Eltern 

    Nach der Entscheidung verließen viele, hauptsächlich Eltern und Mitarbeiterinnen der Kita verärgert den Sitzungssaal. Vor dem Rathaus ließen sie dann ihren Frust raus. "Wir fühlen uns seit drei Jahren verschaukelt", sagte eine Mutter. Eine andere warf dem Bürgermeister Verzögerungstaktik vor. "Das ist kein Miteinander. Es sollten alle an einem Strang ziehen, zum Wohle der Kinder", Holger Seefried, Vorstand des St. Johannes-Zweigvereins

    Wie die überarbeiteten Pläne genau aussehen, das wissen in Theilheim nur wenige. Bürgermeister Henig hat am Montag im Landratsamt noch mit einem Mitarbeiter des Bauamtes darüber gesprochen. Dabei seien einzelne Fragen geklärt worden, teilt die Pressestelle des Landratsamtes mit. Aber es könne noch nicht gesagt werden, ob die Pläne genehmigungsfähig sind. "Es gibt Vorbehalte", weiß der Bürgermeister. Das Kreis-Bauamt habe noch immer den Planungsstand vom 2. Juli, neuere Pläne würden noch nicht vorliegen. Das Problem war bisher, dass Nachbarschaftsrechte tangiert wurden. 

    Höhere Gesamtkosten

    Diese würden aber jetzt gewahrt, meint der Bürgermeister. Warum wollte er dann trotzdem nicht, dass der Bauantrag im Gemeinderat behandelt wird? "Der Plan ist komplett geändert worden", sagt er am Tag nach der Sitzung. Außerdem gehe es um sehr, sehr viel Geld. Mittlerweile sei von sechs Millionen Gesamtkosten die Rede, so Henig. Die Gemeinde habe zugesagt, sich mit 2,4 Millionen Euro zu beteiligen. "Zumindest momentan." Auch die Zuschüsse würden durch die Verzögerung nicht verloren gehen.

    "Das ist kein Miteinander. Es sollten alle an einem Strang ziehen. Zum Wohle der Kinder."
    Holger Seefried, Vorsitzender St. Johannes-Zweigverein

    Henig begründet auch, warum er am Dienstag nicht über den Bauantrag abstimmen wollte. Die geänderten Pläne hätten erst kurz vor der Gemeinderatssitzung vorgelegen. Viele der UWG-Gemeinderäte seien aber erst am Sonntag oder Montag aus dem Urlaub zurückgekehrt und konnten sich noch nicht mit diesen beschäftigen. Umso verwunderter sei er darüber, dass die Opposition sich gegen seinen Antrag, den Bauantrag von der Tagesordnung zu nehmen, ausgesprochen hat. "Wie kann man darüber abstimmen, wenn mann keine Informationen hat?" 

    Eltern beklagen den Zustand des Gebäudes

    CSU-Gemeinderat Johannes Lang erklärt. "Wir haben uns vorher von Bernhard Wallrapp von der Katholischen Kirchenstiftung die Änderungen erklären lassen und waren selbstverständlich im Bilde." Die Änderungen seien zugunsten  der Anlieger geschehen. Lang, selbst Vater, fordert: "Es muss sich unbedingt etwas tun, denn die Kita platzt aus allen Nähten."

    Verschiedene Eltern beklagen auch den Zustand des maroden Kindergartengebäudes. Mein Sohn sagt, es würde aus den Toiletten stinken, erzählt eine Mutter. Im Sommer sei es zu heiß, im Winter würde die Heizung nicht funktionieren. Brand- und Schallschutz seien grenzwertig, berichten die Eltern. Bürgermeister Henig, dessen Enkel auch in die Kita geht, beschwichtigt: "Ja, es gibt bessere Verhältnisse. Aber marode ist das Gebäude nicht", sagt er.  

    "Die Kita platzt aus allen Nähten. Es muss sich unbedingt etwas tun." 
    Johannes Lang,  CSU-Gemeinderat 

    Vehement weist er die Vorwürfe der Eltern zurück, er würde den Umbau der Kita verzögern: "Das ist eine brutale Unverschämtheit", sagt er und betont: "Die Gemeinde ist nicht der Bauherr, sondern die Katholische Kirchenstiftung. Uns kann man nichts vorwerfen." Unverständlich sei für ihn auch, warum diese bis heute nicht mit den Anliegern gesprochen habe. "Das kann doch nicht sein", sagt Henig und will den Gemeinderat bald zu einer Sondersitzung einladen.

    Kirchenpfleger Bernhard Wallrapp widerspricht: "Es gab schon mehrfach Gespräche mit den Nachbarn und ihre Bedenken sind berücksichtigt worden." Auch den Einwand des Bürgermeisters, die Planungen seien massiv verändert worden, kann er nicht nachvollziehen. "Es gab übers Wochenende eine kleine Änderung, mehr nicht." Die geänderten Pläne würden dem Bauausschuss auch schon länger vorliegen. Wenn es jetzt heißt, der Gemeinderat sei nicht rechtzeitig informiert worden, "dann will der Bürgermeister und seine UWG-Fraktion den Umbau der Kita nicht", so Wallrapp. 

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