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    HAUSEN

    Enkeltrick scheiterte in Hausen und Rieden

    Wieder wurden zwei Seniorinnen von einer Betrügerin angegangen. Symbolbild: Highwaystarz-Photography Foto: Highwaystarz-Photography (iStockphoto)

    „Weißt du, wer dran ist?“ Mit dieser Frage hatte eine junge Frau ihren Telefonanruf bei zwei Seniorinnen mit 90 und 80 Jahren am 29. Mai in Hausen und Rieden begonnen. Beide betagte Frauen nannten daraufhin den Vornamen einer Enkelin und boten damit der Anruferin die Gelegenheit für einen Betrugsversuch.

    Die Trickbetrügerin bat ihre „Oma“ jeweils um 50 000 Euro für den sofortigen Kauf einer Eigentumswohnung in Würzburg. Sie sei gerade in einem finanziellen Engpass und wolle sich das Geld nur für wenige Tage leihen. Zu einer Geldübergabe ist es nicht gekommen. Das verhinderten die Kinder der Seniorinnen, denen sich die beiden Frauen trotz Schweigeverbots anvertrauten.

    „Es ist erstaunlich, wie viel meine Mutter ihrer vermeintlichen Enkelin am Telefon erzählt hat“, wundert sich die Tochter der 90-Jährigen. Wie viel Bargeld sie im Haus hat etwa und wie viel Geld sie auf dem Konto hat. Dass sie gerade allein im Haus ist und was sie heute noch vorhat.

    Ihre Mutter habe den Namen der Ärztin und der Familienangehörigen genannt und sei sogar beim Kontrollanruf eine Stunde später immer noch überzeugt gewesen, dass ihre Enkelin am Telefon ist und in einer Stunde das Geld abholt. Dazu ist es nicht gekommen, weil die Tochter inzwischen daheim war und den Trick sofort erkannte. Niemals würde ihre Nichte die Oma um Geld bitten.

    Bei der 80-jährigen Riedenerin funktionierte der Enkeltrick nicht so recht, weil die vermeintliche Enkelin noch minderjährig ist und sich nicht allein in Würzburg eine Eigentumswohnung kaufen kann. Das hat die Seniorin stutzig gemacht.

    Polizeihauptmeister Philipp Hümmer von der Pressestelle der Polizeiinspektion Würzburg Land wusste auf Rückfrage von keinen weiteren aktuellen Fällen in den letzten Tagen. Dennoch sei Vorsicht vor der Trickbetrügerin geboten.

    Das Polizeipräsidium Unterfranken rät:

    • Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht eindeutig erkennen.

    • Fragen Sie den Anrufer nach persönlichen oder familiären Einzelheiten, die er wissen sollte.

    • Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis.

    • Legen Sie einfach den Telefonhörer auf, sobald ihr Gesprächspartner Geld fordert.

    • Halten Sie nach einem Anruf mit finanziellen Forderungen bei Familienangehörigen Rücksprache.

    • Lassen Sie keine fremden Personen in ihre Wohnung.

    • Übergeben Sie niemals Geld oder andere Wertgegenstände an unbekannte Personen.

    • Informieren Sie unter der Notrufnummer 110 sofort die Polizei, wenn Ihnen eine Kontaktaufnahme verdächtig vorkommt.

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