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    Würzburg

    Enorm: Riesensumme aus dem Kiwi-Cup für kleine Patienten

    Leidenschaft und Einsatz zeigten die Nachwuchskicker auch in diesem Jahr bei ihren Spielen um den Kiwi-Cup. 
    Foto: Horst Fröhling

    Über 50 000 Kinder werden deutschlandweit im Jahr auf einer Intensivstation behandelt. Manche Kinder werden zu früh geboren und brauchen medizinische Hilfe, andere verunglücken oder erkranken schwer. Auch Stefan Wolf aus Bergtheim musste einen Schicksalsschlag hinnehmen, denn seine Tochter verstarb vor einigen Jahren mit nur fünf Monaten in der Würzburger Uniklinik. Der Verein Kiwi, der sich zum Ziel gesetzt hat, sowohl die kleinen Patienten als auch deren Eltern so gut es geht zu unterstützen, habe seiner Familie damals geholfen. "Da wollte ich etwas zurückgeben", sagt er und engagiert sich seitdem für den Verein. 

    So wie ihm geht es einigen der Ehrenamtlichen von Kiwi. "Viele haben ihre eigene Geschichte, durch die sie zum Verein gestoßen sind." So auch Vorsitzende Ina Schmolke, die seinerzeit 15 Wochen mit ihrem kranken Baby in der Kinderklinik verbrachte und Monika Wohlfart, die den Tod zweier Kinder verkraften musste.      

    Vor 25 Jahren gab es den ersten  Kiwi-Cup 

    Kiwi-Cup 1995: Der Herr in grauer Jacke ist der verstorbene Herrmann Kupsch, der Gründer der Kupsch-Märkte, im blauen Jogging-Anzug Ernst Gehling. Damals wurden noch Pokale an die Mannschaften von Kupsch überreicht.  Foto: Archiv Kiwi e.V.

    Ausschließlich durch Spendengelder konnte Kiwi, der bereits im Jahr 1990 gegründet wurde, eine Vielzahl von Projekten anstoßen und unterstützen. Besonders der Kiwi-Cup, der in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiert, habe zu einem guten Spendenergebnis beigetragen. Jedes Jahr treten dabei um die 40 bis 50 Jugendmannschaften (U7 und U9) aus ganz Unterfranken auf den Sportplätzen des TSV Bergrheinfeld gegeneinander an. Doch das Ergebnis in diesem Jahr hinterließ die Vorsitzende sprachlos: Es kamen insgesamt 155 000 Euro zusammen, die Ina Schmolke und Professor Christian Speer, Direktor der Universitäts-Kinderklinik Würzburg, von den Veranstaltern des Kiwi-Cups bei einer Feierstunde symbolisch überreicht bekamen.  

    „Wir sind dankbar, die psychosoziale Betreuung schwerstkranker Kinder, die auf den Intensivstationen der Uni-Kinderklinik behandelt werden, sowie deren Familien, weiter finanziell unterstützen zu können“, so Schmolke. Speer bekräftigte, „dass wir als Uni-Kinderklinik in den vergangenen Jahren zahlreiche Projekte nur durch die intensive Hilfe realisieren konnten".

    Spendenübergabe: Mitglieder des Vereins Kiwi e.V. sowie Ärzte und Pflegepersonal der Uni-Kinderklinik freuen sich über die Spenden aus dem Kiwi-Cup und aus weiteren Aktionen. Die Spenden wurden von Unterstützern aus dem Einzelhandel und der GWF symbolisch überreicht.  Foto: Katja Glatzer

    Neben dem großen Bereich Seelsorge wurde auch in die Musiktherapie und Stillberatung investiert. Besonders stolz sind die Ehrenamtlichen auf die individuelle Einrichtung und Ausstattung eines Elternzimmers vor der Intensivstation im Hauptgebäude der Uni-Kinderklinik und auf die Familienoase in der Frauenklinik. Außerdem können bei Bedarf Eltern kostenlos in einer der zwei kliniknahen Wohnungen übernachten. "Schließlich ist der Einzugsbereich durch die Schließung von Kliniken und Geburtenstationen immer größer geworden, und die Leute kommen von weiter her", so Schriftführer Stefan Wolf. Auch der "Bunte Kreis", eine Initiative, die Kinder nach der Entlassung zu Hause betreut, wird finanziell unterstützt.

    Dank für die langjährige Unterstützung durch Ehrenamtliche 

    Zum 25-jährigen Jubiläum wurde der Kiwi-Cup besonders gelobt. Professor Johannes Wirbelauer, leitender Oberarzt der Uni-Kinderklinik und ebenfalls Mitglied im Verein Kiwi, zeigte sich bewegt vom ehrenamtlichen Engagement aller Beteiligten, die für den Cup und dessen Ausrichtung stehen: „Die langjährige Unterstützung und die herzliche Atmosphäre bei jedem Turnier ist geprägt von dem Bedürfnis, unsere Patienten - vom Frühgeborenen bis zum jugendlichen Unfallpatienten – und deren Familien in einer jeweiligen Notsituation zu unterstützen,“  sagte er. Dabei gebührt besonderer Dank den Hauptorganisatoren Burkard Pfister (Inhaber des Bergrheinfelder Edeka-Marktes), dem sportlichen Leiter Ernst Gehling und Helmut Müller vom TSV Bergrheinfeld.

    1995: Als Anschauungsobjekt hatte Kiwi einen Inkubator auf den Sportplatz mitgebracht. Foto: Archiv Kiwi e.V.

    Seit zehn Jahren nämlich findet der Kiwi-Cup auf den Sportplätzen des Bergrheinfelder Vereins statt, der auch kräftig mit anpackt. "Ohne die Hilfe des Sportvereins wäre es nicht zu stemmen", so der Sportliche Leiter Gehling. Zuvor, erzählt er, wurden die Turniere mehrere Jahre auf dem Sportplatz der Bereitschaftspolizei Würzburg in der Mainaustraße ausgetragen.   

    Dieses Jahr wurden die Helfer noch während des Turniers im Juni von einer riesigen Unterstützung durch Edeka Nordbayern und der GWF in Repperndorf überrascht: die Geschäftsführer Sebastian Kohrmann (Edeka) sowie Cornelius Lauter und Dieter Gerken von der Winzergemeinschaft Franken übergaben jeweils 50 000 Euro an Kiwi e.V. Eine weitere Großspende stammt von mehreren Edeka- bzw. Kupsch-Einzelhändlern, die den Verein durch eine Vielzahl ideenreicher Aktionen unterstützen.

    Kiwi e.V.
    Die Elterninitiative Kiwi e.V. wurde im Jahre 1990 von betroffenen Eltern, Pflegepersonal und Ärzten der Kinderintensivstation der Uni-Klinik Würzburg gegündet. Der Verein freut sich    über jede kleine und große Spende. Das Geld kommt ausschließlich und ohne Verwaltungskosten den Patienten und Angehörigen der Kinderintensivstation "Raumstation" und der Früh- und Neugeborenenstation im Mutter-Kind-Zentrum des Universitätsklinikums Würzburg zugute. Neue Mitglieder werden immer gesucht. Mehr Infos unter www.kiwiev.de

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