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    Randersacker

    Entwicklung: So soll es in Randersacker weitergehen

    Für die Zukunft müssen Gemeinden gewappnet sein. Randersacker ist da keine Ausnahme. Nun gibt es konkrete Vorschläge, wie das klappen soll.
    Der Rathausplatz in Randersacker bietet zwar einiges an zeitgemäßer Infrastruktur und Service, allerdings in wenig attraktiver Form. Foto: Antje Roscoe

    Das Planungsbüro Wegner ist mit seiner Bestandsaufnahme für das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) in Randersacker fertig und hat seine Ergebnisse und Schlussfolgerungen präsentiert. Der Gemeinderat wird sich als nächstes damit beschäftigen und auch ein Sanierungsgebiet festlegen.

    Das Sanierungsgebiet zu definieren ist wichtig, weil Randersacker mit diesem Bereich in das Programm der Städtebauförderung aufgenommen werden könnte. Öffentliche und private Bau- und Gestaltungsmaßnahmen könnten dann gefördert werden. Für die Marktgemeinde wird wohl die Gestaltung des Fleckens, welcher nach den aktuellen Tiefbaumaßnahmen geradezu nach einer Neugestaltung ruft, zu den ersten Projekten gehören. Empfohlen hatte Wegner, die gesamte Achse von Maingasse und Flecken zusammen aufzuwerten und zu stärken. Es ist der Bereich, der laut Umfrage mit dem Place de Vouvray mehrheitlich als Ortsmitte angesehen wird.

    Wunsch: Seniorengerechtes Wohnen

    Etwas mehr planerischen Vorlauf wird die Neugestaltung des Rathausplatzes benötigen. Das Quartier rund um das Schützenhaus und das leer stehende Gasthaus Alte Fähre wären prädestiniert, Räumlichkeiten für Vereine, Bürger und Jugend unterzubringen, gegebenenfalls wäre sogar ein Wohnprojekt für Senioren denkbar, worüber sich Sedelmayer bereits mit dem Kommunalunternehmen des Landkreises beraten hat. Völlig in Frage steht jedoch, zu welcher Entscheidung der Eigentümer der Alten Fähre kommen wird. Sowohl ein Treffpunkt als auch seniorengerechtes Wohnen war mehrfach als Wunsch aus der Bevölkerung aufgetaucht.

    "Der Platz ist tot, weil der interessante Teil jetzt an der Badewanne ist. Am Flecken geht gar nichts mehr."
    Ein Randersackerer bei der Diskussion

    Kontrovers verlief die Diskussion bei der Präsentation des Abschlussberichts mit 50 interessierten Bürgern um den Flecken, nachdem im Ideen-Workshop auch Ideen wie eine Tiefgarage aufgetaucht waren, "von Bürgern, die nie am Flecken gewohnt haben", monierte ein Anwohner, dem das zu weltfremd schien. "Der Platz ist tot, weil der interessante Teil jetzt an der Badewanne ist. Am Flecken geht gar nichts mehr", prophezeite er. Bürgermeister Sedelmayer hielt dagegen, erinnerte, dass vor zehn Jahren am Place de Vouvray nichts gewesen sei. Wichtig und entscheidend sei, Perspektiven zu haben. Die freie Meinungsäußerung müsse zugestanden werden, auch wenn nicht alles umgesetzt werden kann, argumentierte er und erntete Applaus. Mehr Grün und einen Platz für die Randersackerer selbst, jenseits touristischer Attraktion sei in allen Workshop-Gruppen eine Vorstellung für den Flecken gewesen, erinnerte er.

    Der trockene Sommer in Balthasars Badewanne am Place de Vouvray ist vorbei. Die goldene Wanne musste nach einem Silvesterschaden ausgetauscht werden. Foto: Antje Roscoe

    Plus: Lebendigkeit der Ortsmitte

    Leerstände wie die Alte Fähre könnten auch andernorts Möglichkeiten für Entwicklung eröffnen. 45 Baulücken und 35 Leerstände hat das Planungsbüro ausgemacht. Auch über Umnutzungen, Nachverdichtungen und Tiny Houses sei nachzudenken. Als ungeordneter Bereich, der im "krassen Gegensatz zum Ortskern selbst steht", bezeichnete Wegner den Bereich Wiesenweg und Festplatz sowie das Umfeld des Kreisels. Für das Überschwemmungsgebiet Wiesenweg sei er provokativ in die Offensive gegangen und habe eine zweite Reihe zum Main hin eingezeichnet. Darüber hinaus waren es aber eher positive Merkmale, die Randersacker auszeichneten und mit denen gut in die Zukunft gearbeitet werden kann: so die vollständige Grundversorgung, der attraktive Bezug zwischen Dorf, Landschaft und Main, der Bausubstanz mit vielen Denkmälern und als großes Plus die Lebendigkeit der Ortsmitte, wo die Winzer nicht ausgezogen sind, wo gelebt und gearbeitet wird.

    Offen für Ergänzungen

    Gar keine Maßnahmen sind übrigens vorgesehen, welche Parkplätze für Eltern an Schule oder Kindergarten schaffen. Beide liegen im Altort an beengten Straßen. Das wird nicht gelöst werden, sagte Sedelmayer auf Anfrage. Es bleibt der Appell an die Eltern, die Kinder nicht vor die Türe zu fahren. Viele seien schon auf das Fahrrad umgestiegen. Den Mainradweg betreffend, wolle man den Durchgangsverkehr in den Ort umlenken, einerseits, damit die Radfahrer Randersacker nicht nur schneiden, andererseits um die vielen Fußgänger am Main-Strand zu schützen. Warum der Fahrradweg mit der alternativen Routenführung nicht im Sanierungsgebiet liege, fragte Gemeinderat Matthias Henneberger an, der auch bezweifelte, dass Fern-Radfahrer rechte Winkel fahren und die Umleitung in den Ort nehmen. Man wolle Vorhandenes nutzen und die Umverlegung werde ein Muss, so Sedelmayer. Am Mainufer seien zudem keine städtebaulichen Missstände, weshalb es laut Wegner nicht Bestandteil des Sanierungsgebietes sein könne. Allerdings könnte der Gemeinderat jederzeit Änderungen beschließen. Das Konzept wird offen sein für Ergänzungen, so Sedelmayer. Mitte November wird der Vorschlag des Büros Wegner zum Sanierungsgebiet im Marktgemeinderat diskutiert werden.

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