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    Würzburg

    Erneute Ursachenforschung in Sachen LGS

    Abbau und Aufräumarbeiten bei der Landesgartenschau am Hubland in Würzburg. Foto: Silvia Gralla

    Offiziell ging es am Donnerstag im Stadtrat um die "Fortschreibung des Durchführungshaushalts" der Landesgartenschau (LGS), die am Ende einstimmig verabschiedet wurde. In der Diskussion über den Tagesordnungspunkt dann noch einmal um die Ursachenforschung für das Defizit in Höhe von rund fünf Millionen Euro, das vor allem durch die deutlich unter den Erwartungen gebliebenen Besucherzahlen entstanden ist.

    Es ist laut Oberbürgermeister Christian Schuchardt immer noch ein "vorläufiger Kassensturz, der aber auf verlässlichen Zahlen beruht". Natürlich könne man mit dem wirtschaftlichen Ergebnis nicht zufrieden sein, dennoch müssten die knapp sechs Monate LGS ungeachtet des Defizits differenziert betrachtet werden - vor allem wegen einer Sache: "Wir können uns auf eine schöne neue Dauer-Parkanlage am Hubland freuen", betonte Schuchardt.

    Im Zeitraum der LGS gab es in Würzburg 31 Hitzetage

    Dass vor allem der sehr heiße Sommer, der sich laut Claudia Knoll bei allen Landesgartenschauen negativ auf die Besucherzahlen ausgewirkt hat, eine der wesentlichen Ursachen war, ist für Schuchardt nicht von der Hand zu weisen: Im Zeitraum der LGS gab es in Würzburg 31 Hitzetage - das sind 20 mehr als der bisherige Durchschnitt. Deshalb ist in diesem Sommer auch die Besucherzahl im Dallenbergbad im Vergleich zum Vorjahr um fast 50 Prozent gestiegen.

    Eine Fehleinschätzung sei der um zwei Wochen frühere Start gewesen, gestand Claudia Knoll ein: Zum Zeitpunkt der Eröffnung konnte am Hubland noch nichts blühen - dadurch kam es bereits frühzeitig zu heftiger Kritik an der Würzburger LGS, die sich hinterher kaum noch korrigieren ließ: "Das würden wir so nicht mehr machen", sagte Knoll. Trotzdem gab es am Hubland "genauso viele Blumen wie auf anderen Landesgartenschauen auch. Ich gebe zu, dass sie vielleicht an den falschen Stellen waren".

    Zusätzliche Ausgaben für Nachbesserungen

    Mit insgesamt knapp elf Millionen Euro Einnahmen liegt der Durchführungshaushalt rund 2,5 Millionen Euro unter dem Ansatz. Dazu kommen zusätzliche Ausgaben für Nachbesserungen, mit denen die LGS nach ihrem Start attraktiver gemacht werden sollte - immer in Absprache mit dem Aufsichtsrat, in dem die Stadt die Mehrheit hatte, wie Knoll betonte.

    Auch Stadtkämmerer Robert Scheller mag sich "lieber nicht ausmalen, wo wir ohne die LGS am Hubland heute stehen würden". Im Rahmen einer Gesamtbetrachtung der Gartenschau kommt die Stadtkasse übrigens rund 900.000 Euro besser weg als gedacht. Das liegt an der Förderung durch den Freistaat Bayern, die deutlich höher ausgefallen ist als im Investitionshaushalt für die LGS-Baumaßnahmen vorgesehen: "Dadurch reduziert sich unser Eigenanteil in der Summe von 16,2 Millionen auf 15,3 Millionen Euro", so Scheller.

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