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    Rottendorf

    Ernte in Unterfranken: Ausfälle durch Trockenheit

    Ein Mähdrescher fährt über ein Feld mit Wintergerste. Nach einem schwierigen Erntejahr 2018 bleibt die Lage auch in diesem Jahr angespannt. Foto: Friso Gentsch, dpa

    Die Ernte in Unterfranken hat begonnen. Die erste Wintergerste und Winterraps sind bereits gedroschen. Doch die Trockenheit macht den Landwirten aus der Region erheblich zu schaffen. "Der Klimawandel ist in Bayern angekommen", sagt Stefan Köhler, Präsident des Bayerischen Bauernverbandes bei einem Pressegespräch am Donnerstag in Rottendorf (Lkr. Würzburg). Insgesamt sei deshalb mit einer "etwas unterdurchschnittlichen Ernte" in Unterfranken zu rechnen. Auch wenn sich die Bestände nach dem extremen Vorjahr wieder leicht erholt hätten.

    Wo hat es Unterfranken besonders hart getroffen?

    Das lasse sich aber nicht ganz verallgemeinern. Im Gebiet um Würzburg und Ochsenfurt geht der Bayerische Bauernverband von einem zufriedenstellenden Ernteertrag aus. In den Landkreisen Haßberge und Kitzingen sehe es dagegen schlechter aus. Die fehlenden Niederschläge aus dem Vorjahr wirkten sich dort besonders auf Vegetation und Ernte aus. Aufgrund mangelnder Erfolgsaussichten wurde beispielsweise Raps teilweise erst gar nicht gesät.

    Außerdem, sagt Bauernverbandsdirektor Wilhelm Böhmer, hänge die Ernteaussicht stark davon ab, was der jeweilige Betrieb anbaue. Der Zeitpunkt der Ernte und die jeweilige Wetterlage spiele dabei eine große Rolle. "Wintergerste ist die erste Frucht, die gedroschen wird. Damit kommt man eher durch, als beispielsweise mit dem unterdurchschnittlichen Weizen", sagt Böhmer.

    Ernte: Sorge bei Raps – Freude bei Winterfrüchten

    Besonders Raps, Wintergerste und Weizen keimen laut Bauernverband ohne das nötige Wasser schlecht und verspätet. Viele Getreidebestände seien sehr unterschiedlich und schwach entwickelt in den Winter gegangen. "Wir haben es hier mit einem dramatischen Rückgang zu tun", sagt Köhler. Winterfrüchte seien dagegen gut durch den Winter gekommen, da es keine Frostschäden gab. Und auch Getreide und Mais stehe trotz des "Trockenstresses" insgesamt noch recht gut.

    Die Hitzewelle im Juni habe aber genau wie die Trockenheit 2018 Probleme mit sich gebracht. "Gerade in den tieferen Bodenschichten fehlt weiterhin Wasser", so Köhler. Die Pflanzen lebten demnach "praktisch von der Hand in den Mund", da die gewitterartigen Niederschläge oft nur die oberen Bodenschichten befeuchten.

    Auch 2019 leidet die Ernte in Unterfranken unter der Trockenheit. Dazu äußerten sich beim Pressegespräch in Rottendorf (von links) Kreisbäuerin Martina Wild, der Direktor des Bayerischen Bauernverbandes Wilhelm Böhmer, Bauernverbandspräsident Stefan Köhler sowie Wolfgang Roth und Matthias Heinrich vom landwirtschaftlichen Kooperationsbetrieb Agroservice GbR. Foto: Nicolas Bettinger

    Bayerischer Bauernverband fordert Hilfe aus der Politik

    Angesichts der zunehmenden Wetterextreme fordert der Bauernverband Instrumente zum Risikomanagement. Deshalb, betont Köhler, brauche man "einfache, steuerfreie Rücklagemöglichkeiten für landwirtschaftliche Betriebe". So könnten Bauern ihre Rücklagen aus normalen Jahren für schwierige Phasen besser nutzen.

    Vor allem aber brauche es Ideen, wie man mit der Trockenheit besser umgehen kann. "Wir müssen bei der Forschung und Züchtung unserer Kulturen noch nacharbeiten", sagt Kreisbäuerin Martina Wild. In Unterfranken gebe es einfach viel Dürre und wenig Feuchtigkeit. Deshalb müsse die Forschung die "Wassereffizienz" steigern. Auch Köhler erhofft sich durch Forschung mehr hitzeresistente und wärmeliebende Kulturen.

    Zu der diesjährigen Preisentwicklung wollte der Bauernverband noch keine genaue Aussage treffen. "Am Anfang der Ernte sind wir noch mitten in der Preisfindung", so Köhler. Viele Landwirte hätte Vorverträge geschlossen, was bei schwankenden Märkten der richtige Weg sei. Aufgrund des globalen Marktes müsse der Verbraucher aber mit keinen negativen Auswirkungen rechnen.

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