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    Erste Influencer Night: Mehr als nur schick und cool

    Zur ersten Influencer Night haben sich kürzlich Internetstars aus den Bereichen Mode, Sport, Lifestyle oder Inneneinrichtung im Rimparer Schloss getroffen. Foto: Christian Ammon

    Im realen Leben sind sie unscheinbar. In der weiten Welt des Internets sind sie jedoch Stars, die manchmal mehr Zuschauer haben als die klassischen Medien: die Influencer oder auch Meinungsbildner des digitalen Zeitalters. Wer jedoch bei der erstmals veranstalteten Influencer Night im Rimparer Schloss Grumbach selbstverliebte Menschen mit einem Smartphone im Selfie-Dauermodus erwartete, wurde enttäuscht. Im Mittelpunkt stand der Austausch, das Netzwerken und die Unterhaltung von Mensch zu Mensch.

    Kriterien für die Einladung

    Die Veranstaltung hat Erik Leukert organisiert, der selbst schon einige Male für Reality Shows vor der Kamera gestanden hat, bloggt und mit 25 000 Followern – er spricht lieber von "Freunden" – zu den erfolgreichsten Influencern in der Region gehört. "Wir haben hier eine überaus lebendige und muntere Szene und müssen uns keineswegs verstecken", erzählt der 28-Jährige. Was in Großstädten vielfach geboten werde, möchte er in Würzburg und Schweinfurt und den umliegenden Orten testen. Er hat die Gäste sorgfältig ausgewählt und gut 150 Einladungen verschickt. Die Kriterien: Sie sind in den Bereichen Mode, Sport, Lifestyle oder Inneneinrichtung aktiv, nutzen die Internet-Plattform Instagram und haben mindestens 10 000 Follower. Selbst wirkt er eher zurückhaltend. "Ich sehe das hier alles recht entspannt und freue mich über den schönen Abend", erzählt er.

    Andrea Zakel sorgt für den passenden Look. Foto: Christian Ammon

    Im Rittersaal von Schloss Grumbach fällt auf, dass die meisten kaum auffallen. Im Durchschnitt sind die gut 80 Gäste ein bisschen schicker, etwas cooler und auch jünger. Doch auch ein Mittfünfziger, der sich als Reisejournalist einen Namen gemacht hat und mit blauem Pullover und Jeans leger daher kommt, ist unter den Gästen. Am Rande hat Andrea Zakel aus Kürnach, die als professionelle Visagistin und Friseuse für den passenden Look sorgt, ihren Stand aufgebaut. Zwischendurch singt die Sängerin Shirica und ein Dirndl-Label aus Schweinfurt führt seine Kreationen vor.

    Leben als Influencer "zeitraubend"

    Mit Internet-Beiträgen kann man auch Geld verdienen – wenn man es gut macht, sogar viel. Es reicht heute jedoch oft nicht mehr, einen Lippenstift in die Kamera zu halten und dabei gut auszusehen. "Wenn ich irgendwann damit einmal Geld verdienen kann, warum nicht", erzählt Maisofy Castillo Reyes. Die 30-jährige Würzburgerin ist nicht nur bekannt als "Deutschlands fitteste Frau", sondern mit 12 000 Followern auch im Netz eine Größe.

    Mit ihrem Beruf als Heilerziehungspflegerin sei sie jedoch sehr glücklich. Ein Leben als Influencer sei sehr zeitraubend, man müsse auf der Suche nach einem passenden Motiv stets geschminkt und vorbereitet sein. Entscheidend für die Mutter einer kleinen Tochter ist, dass es ihr Spaß macht, Bilder von sich im Alltag, beim Training oder Kochen zu veröffentlichen oder in Fitness-Videos ihre Tipps für einen gesunden und trainierten Körper weiterzugeben.

    Mit Spitzbart und Rockerkluft

    Wichtiger als offensichtliche Werbung ist es, authentisch rüberzukommen wie etwa Michael Opitz aus Seligenstadt, der mit seinen 40 Jahren schon zu den Ältesten gehört: Mit Spitzbart, Rockerkluft und entsprechendem Gesichtsschmuck ist er unschwer als Angehöriger der Heavy-Metal-Szene zu erkennen. Seine Mission: der Spagat zwischen der recht raubeinigen Szene und einem stilbewussteren, männlicheren Erscheinungsbild. Er ist regelmäßig auf Konzerten unterwegs, dreht und schneidet Youtube-Filme und führt kurze Interviews. Als sogenannte "Story" sind Kurzfassungen auch in Instagram zu sehen. Allerdings nur für kurze Zeit: Nach einem Tag verschwinden sie wieder im großen Nirgendwo des Netzes.

    Unter seinen Beiträgen wird von seinen gut 10 000 Followern rege gefachsimpelt, diskutiert und kommentiert. Das schafft Reichweite. Doch die ist Opitz nicht alles. "Sonst ist zu wenig Liebe dabei", betont er.

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