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    VEITSHÖCHHEIM

    Erwin Oppl feierte 90. Geburtstag

    Erwin Oppl Foto: Dieter Gürz

    Auf ein ereignisreiches Leben kann an seinem 90. Geburtstag der pensionierte Hauptschulrektor Erwin Oppl in Veitshöchheim zurückblicken – und das in körperlicher und geistiger Frische. Zu schaffen macht Oppl lediglich ein Augenleiden, so dass er seit 2007 auch nicht mehr im Kirchenchor der Kuratie mitsingen kann, dem er 30 Jahre angehörte, da er die Noten nicht mehr sieht. Doch sein Erinnerungsvermögen ist phänomenal. Er kann nicht nur jede Station seines Lebens haargenau beschreiben, sondern ganze Lehrbücher mit Geschichtszahlen aus dem Gedächtnis wiedergeben. Bis vor zehn Jahren spielte er noch regelmäßig in der Seniorengruppe der Turngemeinde aktiv Tennis. Heute hält er sich durch Spaziergänge fit, vertreibt sich mit Hörbüchern die Zeit und besucht gerne das Thermalbad in Bad Kissingen. Stammgast ist der in Eger im Sudetenland geborene Jubilar auch bei allen Terminen der Ortsgruppe der Sudetendeutschen Landesmannschaft, deren Vorstand er viele Jahrzehnte angehörte. Und auch beim Verband der Lehrer ist er nach wie vor Mitglied, gehörte er doch seit 1948 bis zu seiner Pensionierung 1988 dem Personalrat an und war Geschäftsführer des BLLV-Kreisverbandes Würzburg. Auch bei Feiern der örtlichen Hauptschule (heute: Mittelschule) ist er dabei, hier wirkte er von 1956 bis zum Ruhestand 1988 als Lehrer mit Vorliebe für die Fächer Deutsch, Geschichte und Physik, die letzten zehn Jahre als Rektor.

    Im Jahr 1960 hatte er auf einem Bauplatz in der Gartensiedlung zusammen mit seiner vor vier Jahren verstorbenen Frau Rosa sein Familienheim errichtet. So bekam er auch das Entstehen der Neugründung der Kuratie-Pfarrei hautnah mit, wo sich Oppl ab 1973 acht Jahre lang im Pfarrgemeinderat engagierte. Die Belange der damals noch vom Hauptort räumlich abgekoppelten Gartensiedlung sowie seiner Schule vertrat er ab 1966 auch 18 Jahre lang im Gemeinderat. Aufgewachsen ist der Jubilar in Sokolov bei Eger, im heutigen Tschechien. Dort riet ihm im Herbst 1945 (nach kurzem Kriegseinsatz und amerikanischer Kriegsgefangenschaft) sein Schulleiter, in den Westen zu gehen. Auf einem Kohlezug, wie über hundert Andere auch, aufspringend, flüchtete er aus seiner sudetendeutschen Heimat. Am Main gefiel ihn die Gegend, die ihn an seine Heimat erinnerte und so blieb er, damals gerade 19 Jahre alt. Er hatte eigentlich vor, Medizin zu studieren, doch suchte man zu jener Zeit händeringend Lehrer. So begann seine Laufbahn als Lehrer. Text & Foto: D. Gürz

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