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    Estenfeld

    Estenfeld bastelt an einem eigenen „WLAN“

    Der Gemeinderat Estenfeld bastelt an der Verbesserung seines Lebensraumes für Tiere und Menschen. Ratsmitglied und Jagdpächter Andreas Förster stellte seine Ideen im Rat, vor mit dem Ergebnis, dass der Gemeinderat für diese Förderung des Lebensraumes 10 000 Euro in den Haushalt stellen wird. Damit sollen etwa Wasserstellen für Tiere in wasserarmen Bereichen eingerichtet werden.

    Förster stellt sein Konzept unter das Motto "WLAN" – Wasser, Lebensraum, Artenschutz, Naherholung. Das Regenwasser würde vom nicht so guten Boden kaum richtig gespeichert, "die Kürnach ist an vielen Stellen verdreckt", und kleinere Bäche in den Waldgebieten seien auch nicht gerade gute Wasserstellen. Behelfsweise sind an mehreren Stellen Plastikwannen aufgestellt, die aber immer wieder gestohlen würden. "Wir müssen auch nicht jede Unebenheit auf Schotter- oder Waldwegen begradigen, denn dort bilden sich nach Regen Pfützen, dessen Wasser sich einige Tage lang halten kann."

    Weniger mähen und mulchen

    In Punkto Lebensraum setzt Förster auf Blühflächen. "Es setzt bei vielen Landwirten schon ein Umdenken ein, und dort, wo nicht ständig gemäht oder gemulcht wird, blüht auch was", so Förster weiter, und es müsse auch nicht jeder Ackerrand gemäht werden. Das greift nahtlos in den Bereich Artenschutz, denn auch kleinere nicht gemähte Flächen würde Lebensraum für kleinere Tiere und auch Insekten bieten.

    Ein Fledermauskasten an einem seiner Hochsitze sei bewohnt, "und vielleicht wäre der Bau solcher Kästen oder auch Nistkästen für die Vögel ein Projekt für unsere Grundschüler". Umgestürzte Bäume, die früher weggeräumt wurden, "bieten auch jede Menge Lebensraum, für Insekten, kleinere Tiere und Pilze". Um die Bürger mitzunehmen und ihnen vor Augen zu führen, was gemacht würde, könnten in den Naherholungsbereichen Sitzbänke und Infotafeln aufgestellt werden. "Insgesamt ist das Konzept auch erweiterbar auf unseren Ortsteil Mühlhausen", so Förster auf eine Anfrage des Rates. UWG-Sprecher Rainer Galm wies auf die UWG-Aktion hin, in der 3500 Quadratmeter Blühfläche angelegt wurden, "die ist jetzt voll in der Blüte".

    Projekte vernetzen

    Weil viele einzelne Projekte anstehen, wird Förster sie miteinander vernetzen. Joachim Sadler hielt die Umsetzung der Idee für "längst überfällig". "Wir haben einen so großen Haushalt, da können die 10 000 Euro nur der erste Anstoß sein", so Sadler weiter. Ergänzend zu Försters hielt Werner Kuhn aus Güntersleben einen gestrafften Vortrag. Kuhn, ehemaliger Mitarbeiter der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau in Veitshöchheim, meinte, dass Blühflächen allein einen Artenrückgang nicht stoppen würden. "Es braucht eine ökologische Optimierung und Pflege von mehrjährig angelegten Flächen", so sein Appell.

    Und es müsse auch nicht immer alles renaturiert und aufgeräumt werden, weil etwa der Aushub beim Straßenbau ein idealer Lebensraum für Pflanzen und Tiere darstellen würde. "Dann liegt halt mal eine Halde dort, in ein paar Jahren ist das eine tolle Fläche geworden", so Kuhn weiter. Letztlich beschloss der Rat einstimmig, für Estenfeld und Mühlhausen ein Förderkonzept  für das Vernetzen von Biotopen, Lebensräumen für Tiere und Menschen und auch Wasserstellen für die Tiere auf die Beine zu stellen.

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