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    VEITSHÖCHHEIM

    Expertentipps: So pflegen Sie ihren Garten im Sommer

    Sommerzeit ist Gartenzeit. Die Rosen blühen, bald sind die ersten Äpfel reif und die frischen Beeren vom Strauch schmecken großartig. Doch was sollten Gartenbesitzer tun, um ihre grüne Oase optimal zu pflegen? Antworten hat Hubert Siegler von der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim. Dort ist der Obstexperte der Gartenakademie für den Bereich Freizeitgartenbau zuständig.

    Es ist heiß und trocken, was braucht mein Garten jetzt?

    Da hilft nur eins: Gießen, gießen, gießen. „Jeden Tag zwei Liter bringen den Pflanzen aber relativ wenig“, erklärt Hubert Siegler. Bevor die Wurzeln das Wasser aufnehmen könnten, sei es oft verdunstet. Zweimal pro Woche ausgiebig gießen sei deshalb viel effektiver als jeden Tag ein bisschen. „Am besten ist es außerdem, morgens zu gießen“, so der Tipp des Gartenexperten. Denn abends ist der Boden aufgeheizt, weshalb mehr Wasser verdunstet. Um der Verdunstung entgegenzuwirken ist es zusätzlich ratsam, Pflanzen unter den Blättern, also nicht von oben, zu gießen. So bleiben die Blätter trocken, was hilft, Pilzbefall zu vermeiden.

    Sollte ich auch Rasenflächen gießen?

    Beim Rasen kommt es darauf an, wie er aussehen soll. Wer sich einen saftig-grünen Zierrasen wünscht, sollte diesen regelmäßig düngen und mindestens dreimal pro Wochen gießen. Auch auf das Mähen sollte man nicht verzichten. „Allerdings nicht zu kurz“, warnt Siegler. Denn sonst könne die Sonne den Rasen verbrennen. Wenn dieser nicht perfekt sein muss und auch ein paar Lücken haben darf, reicht es, ihn einmal pro Woche mit Wasser zu versorgen. Und wenn er mal etwas braun wird, ist es auch nicht schlimm, meint Siegler: „Der erholt sich schon wieder.“

    Wie pflege ich Obstbäume im Sommer?

    Wenn es länger trocken ist, brauchen auch Obstbäume zusätzliches Wasser. Außerdem können Gärtner überzählige Früchte entfernen. Nimmt man beispielsweise bei einem Apfelbaum einige kleine Exemplare weg, fließt die gesamte Energie des Baumes in die übrigen Früchte und diese werden größer und schöner. Sieglers Experten-Tipp: „Um die Stämme sollte möglichst kein Gras wachsen. Das nimmt dem Baum nur Wasser und Nährstoffe weg.“ Zusätzlich könne man rund um die Bäume – aber auch in Gemüsebeeten – Mulch auf dem Boden verteilen. Der sorgt dafür, dass auch bei Sonnenschein mehr Feuchtigkeit im Boden bleibt. Alternativ kann man auf Rasenschnitt zurückgreifen.

    Was kann ich gegen Schnecken tun?

    Auch wegen der Schnecken ist es ratsam, morgens zu gießen. Wenn der Boden nämlich nachts feucht ist, fühlen sich die kleinen Tierchen besonders wohl. Gemüse kann man mit Fangpflanzen schützen, zum Beispiel mit Tagetes. Die fressen Schnecken besonders gern – und wenn sie neben dem Salat wachsen, bleibt dieser verschont. Schnecken zum Nachbar werfen bringe übrigens nichts, sagt Siegler augenzwinkernd:. „Die kommen wieder zurück.“

    Was muss im Garten erledigt werden, wenn es doch einmal geregnet hat?

    Wenn nur wenig Regen gefallen ist, ist es ratsam, direkt nachzugießen. Dann ist der Boden bereits feucht und kann das zusätzliche Wasser gut aufnehmen. Außerdem kann feuchte Erde besonders gut gehackt werden. Das trägt dazu bei, dass weniger Wasser verdunstet. „Einmal hacken spart einmal gießen“, sagt Siegler.

    Manche Beeren- und Gemüsesorten sind bereits geerntet. Muss ich mich weiter um die Pflanzen kümmern?

    Bei Beerensträuchern gilt: Alte Triebe sollten nach der Ernte herausgeschnitten werden, damit im nächsten Jahr neue nachkommen können. Auch bei Erdbeeren ist es ratsam, alte Blätter zu entfernen. Jetzt ist außerdem die richtige Zeit, um neue Erdbeeren einzupflanzen. Bei älteren sollte die umliegende Erde aufgelockert und gedüngt werden. „Am besten mit Kompost“, rät der Obst-Experte. „Und zusätzlich mit etwas Stickstoff.“ Wenn Gemüse abgeerntet ist, können auf den Flächen Folgefrüchte wie Feldsalat oder Radicchio angepflanzt werden.

    Was gibt es sonst zu tun?

    „Im Moment ist der richtige Zeitpunkt, um Hecken zu schneiden“, erklärt Siegler. Auch Gartenteiche dürfe man nicht vergessen: Wenn es lange trocken ist, müssen die zusätzlich mit Wasser versorgt werden. „Außerdem sollte man bei all der Arbeit nicht vergessen, den Garten zu genießen“, ist Sieglers letzter Tipp. „Sich einfach in einer lauen Sommernacht ins Freie setzen, das lohnt sich.“

    Jede Woche neue Gartentipps gibt es auf der Homepage der LWG unter www.lwg.bayern.de.

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