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    Estenfeld

    Fa. Konhäuser: Nach dem "Fast-Aus" wieder im Aufwärtstrend

    Die Firma Konhäuser in Estenfeld bietet Inneneinrichtungen aus einer Hand an. Es gibt eine Schlosserei, eine Schreinerei und eine Lackiererei. Foto: Fa.Konhäuser

    Viel hätte nicht gefehlt, und bei der Firma Konhäuser aus Estenfeld wären in diesem Jahr die Lichter ausgegangen. Das, was Herbert und Heidrun Konhäuser im Jahr 1974 aus der Taufe gehoben hatten, wäre wohl dem Untergang geweiht gewesen. Doch dann investierten zwei befreundete Würzburger in das strauchelnde Unternehmen – und führen es seit Februar auch als Geschäftsführer.

    "Wir haben sehr gute Mitarbeiter vorgefunden, die verlässlich eine hohe Qualität liefern können, darunter allen voran Schreiner, Schlosser und Innenarchitekten", sagt der 47-jährige Christoph Rosa. Sein Geschäftspartner Günter Läwen (56) ergänzt: "Der Maschinenpark war in einem guten Zustand. Da ist mir das Herz aufgegangen." So dauerte es nicht lange, bis die beiden früheren Manager Anfang dieses Jahres zuschlugen – und sich einen schon länger gereiften Traum erfüllten. "Wir wollten gemeinsam etwas Eigenes machen", bekräftigt Rosa. Doch was macht Konhäuser überhaupt? "Unser Kerngeschäft ist der Ladenbau. Wir übernehmen praktisch die komplette Innenausstattung", berichtet Läwen, der eher den technischen Teil im Blick hat.

    s. Oliver gehört zu den Kunden

    Sein Pendant im kaufmännischen Bereich und im Vertrieb, Christoph Rosa, ergänzt, dass auch viele private Häuslebauer zu Konhäusers Kunden zählten. "Das sind dann aber hochwertige Immobilien. Sonst rechnet es sich nicht", weiß Rosa, der vor einiger Zeit aus der Modebranche ausgestiegen ist. Ein historisch wertvoller Auftraggeber des aktuell rund 40 Mitarbeiter zählenden Betriebs ist der benachbarte Bekleidungsriese s.Oliver. Doch Konhäuser stattet längst in ganz Deutschland Bankfilialen, Büros, Ladengeschäfte oder Gastronomiebetriebe im Inneren aus, auch in der Region.

    Die neuen Geschäftsführer Christoph Rosa (rechts) und Günter Läwen in der Montage. Foto: Thomas Obermeier

    So stammen beispielsweise das Interieur der Restaurants "Locanda" und des "Beef 800" im Würzburger Kranenkai, aber auch die Stadiongaststätte der Würzburger Kickers oder eine kürzlich neu eröffnete Franchisefiliale in der Domstraße, welche gekühlte Yoghurtkreationen anbietet, aus der Hand des Betriebes. "Das Besondere ist, dass wir sowohl eine Schreinerei als auch eine Schlosserei im Haus haben. Hinzu kommt noch die Lackiererei", erläutert Rosa, während er durch den Betrieb führt. In diesen Bereichen könne man neues Personal gut gebrauchen. Der Fachkräftemangel lässt grüßen: "Wir haben im September zwar neue Auszubildende gewinnen können. Diese absolvieren aber zunächst ein Schuljahr, ehe sie zu uns in den Betrieb kommen", erklärt Läwen.

    Die Mischung macht es

    An Aufträgen habe es in den letzten Jahren eigentlich nie gemangelt. "Sie waren allerdings häufig nicht profitabel, weshalb sich Verluste angehäuft haben", weiß der 56-Jährige. Das Unternehmen geriet in einen Abwärtsstrudel. Rosa kommt aus dem Mode-, Läwen aus dem Möbelhandel. "Wir sind also nicht direkt vom Fach, waren aber viele Jahre in angrenzenden Bereichen tätig", unterstreicht Rosa. In Kombination mit Konhäuser sei das eine vielversprechende Mischung: "Wir haben Prozesse umgestellt und werden von Tag zu Tag effizienter", sagt der Geschäftsführer, der genau wie Läwen in Mainfranken verwurzelt ist.

    An Aufträgen hat es nie gemangelt. Trotzdem geriet das Unternehmen in einen Abwärtsstrudel.  Foto: Thomas Obermeier

    In den ersten Monaten ihres neuen Engagements haben die beiden Freunde viel durchgemacht. "Es waren schon Sachen dabei, die uns zurückgeworfen haben. Auch solche, die wir uns einfacher vorgestellt hatten", gesteht Läwen. Doch die Würzburger haben sich nicht entmutigen lassen – und das Unternehmen Konhäuser aus dem Gröbsten hinausmanövriert. "Wir haben viel Zeit und Geld investiert. Doch es macht auch Spaß, wenn man merkt, dass der Laden wieder anläuft", erklärt Rosa. Mittelfristig wolle man wieder profitabel wachsen. "Wir werden das Ganze behutsam neu aufbauen – und wissen nicht, wohin es uns am Ende des Tages führen wird. Unternehmertum ist und bleibt ein riskantes Geschäft, aber auch ein erfüllendes."

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