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    Würzburg

    Fahrrad, Auto oder ÖPNV: Wer ist in Würzburg am schnellsten?

    Wie kommt man am schnellsten durch die Stadt? Mit dem Fahrrad oder Auto? Oder sind es vielleicht doch die öffentlichen Verkehrsmittel? Foto: Thomas Obermeier

    Geht's mit dem Fahrrad wirklich schneller durch die Stadt als mit dem Auto? Wie kommen Studenten am schnellsten zur Uni? Und wie gut ist eigentlich der neue Stadtteil Hubland angeschlossen? Die Redaktion hat fünf verschieden Routen durch Würzburg getestet und verglichen, welches Verkehrsmittel am schnellsten, billigsten und komfortabelsten ist.

    Residenzplatz – Bürgerbräu-Gelände

    Öffentliche Verkehrsmittel: Von der Residenz ging es zunächst zu Fuß zur Juliuspromenade. Der Weg führte durch die Theaterstraße und dauerte ungefähr zehn Minuten. Angekommen an der Haltestelle betrug die Wartezeit auf die Linie 4 in Richtung Zellerau sieben Minuten. Die Straßenbahn war mäßig besetzt, sodass ein Platz im Schatten frei war. Der Blick auf die Festung im Südwesten und die Weinberge im Norden riefen einmal mehr ins Gedächtnis, wie schön Würzburg ist.

    • Kosten: 2,80€
    • Dauer: 28 Minuten
    • Komfort: 4 Sterne ****

    Fahrrad: Von der Residenz führte die Strecke durch die Innenstadt und über die Alte Mainbrücke in die Zeller Straße, die dann in die Frankfurter Straße übergeht. Das Kopfsteinpflaster in der Stadt war unangenehm und die Überquerung der Alten Mainbrücke ist, je nach Uhrzeit, auch nicht immer leicht. Danach führten Fahrradschutzstreifen in der Zeller Straße auf einen holprigen Fahrradweg in der Frankfurter Straße. Nicht wirklich komfortabel, aber preislich unschlagbar.

    • Verbrauchte Kalorien: 107
    • Dauer: 12 Minuten
    • Komfort: 2 Sterne **

    Auto: Durch die Theaterstraße führte die Strecke bei regem Verkehrsaufkommen in die Textorstraße und dann auf den viel befahrenen Röntgenring. Unter den zahlreichen Ampeln schalteten nur drei zu dieser Zeit auf Rot. Nach der Friedensbrücke ging es in die Mainaustraße, auf der bis zum Ende ohne Behinderung oder Anhalten gefahren werden konnte.

    • Kosten (Kraftstoff und Verschleiß): 0,66€ für 4,5 Kilometer
    • Dauer: 10 Minuten
    • Komfort: 5 Sterne *****

    Bürgerbräu-Gelände – Uniklinikum (Josef-Schneider-Straße 2)

    Öffentliche Verkehrsmittel: Die Haltestelle Bürgerbräu befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Central Kino, dem nächsten Startpunkt dieser Rallye. Von da aus ging es mit der Straßenbahnlinie 4 in die Stadt zur Juliuspromenade. Um Grombühl zu erreichen, ist allerdings ein Wechsel der Linie erforderlich. Direkt hinter der Straßenbahn stand schon die Linie 5 bereit, mit der es über den Hauptbahnhof einmal durch Grombühl zur Haltestelle Uni-Klinikum Bereich D geht. Von da aus ist ein kleiner Spaziergang nötig, um den Innenhof der Klinik zu erreichen. Erfreulich war, dass trotz des Umstiegs nur ein Ticket gezogen werden muss.

    • Kosten: 2,80€
    • Dauer: 25 Minuten
    • Komfort: 4 Sterne ****

    Fahrrad: Der erste Teil der Strecke führte durch die Mainaustraße bis zur Brücke der deutschen Einheit auf einem gut ausgebauten Radweg. Nach der Überquerung der Brücke warteten jedoch einige Ampeln und Straßenüberquerungen, bis der Bahnhof erreicht wurde. Von dort ging es zur Grombühlbrücke und über den Wagnerplatz hoch zum Klinikum. Auf dem letzten Stück wurde es noch einmal anstrengend, da die Steigung doch beachtlich ist.

    • Verbauchte Kalorien: 189
    • Dauer: 21 Minuten für 5,9 Kilometer
    • Komfort: 2 Sterne **

    Auto: Vom Bürgerbräu-Gelände führte die Fahrt über die teils beschädigte Mainaustraße auf die Friedensbrücke. Das Navigationssystem leitete auf den Röntgenring vorbei am Bahnhof und in den Kreisverkehr am Berliner Platz. Nach der Ausfahrt in die Schweinfurter Straße war die Verkehrsführung ein wenig kompliziert, sodass eine kurze Ablenkung schnell zum Verfahren führen kann. Der gepflasterte Beginn der Josef-Schneider-Straße sowie die lästige Parkplatzsuche an der Klinik ist für Autofahrer ein Dorn im Auge. Ebenfalls negativ anzumerken ist, dass auf der gesamten Strecke an fünf roten Ampeln angehalten werden musste.

    • Kosten: 0,82€ für 5,5 Kilometer
    • Dauer: 10 Minuten
    • Komfort: 3 Sterne ***

    Stadtteilbücherei Versbach – Würzburg Hauptbahnhof

    Öffentliche Verkehrsmittel: Gestartet wurde am Erwin-Wolf-Platz im Stadtteil Versbach. Von da aus war zunächst ein kurzer Spaziergang zur Haltestelle „Zum Tänning“ nötig, der aber nur fünf Minuten dauerte. Obwohl die Station nur von der Linie 12 und 450 befahren wird, kam glücklicherweise nach wenigen Minuten die Linie 12. Der Bus war zwar nicht klimatisiert und etwas stickig, bot aber einen Wlan-Hotspot und USB-Ladestationen an jedem Platz. Es ging einmal durch Versbach bis zum Berliner Ring. Dort sah man das Ziel quasi schon, aber der Bus nahm nicht den direkten Weg, sondern bog zum Mainfranken Theater ab. Von hier an wurde die Fahrt holprig. Vorbei am Stift Haug war man nach 23 Minuten am Ziel, mit geladenem Handy und ein paar unbeantworteten E-Mails weniger.

    • Kosten: 2,80€
    • Dauer: 23 Minuten
    • Komfort 5 Sterne *****

    Fahrrad: Von der Stadtteilbücherei in Versbach führte der Weg durchs Wohngebiet bis zur Versbacher Straße. Diese verfügt über einen gut ausgebauten Radweg, auf dem Radfahrer bis zum Greinbergknoten sehr entspannt fahren können. Dort wird die ganze Sache jedoch kompliziert, denn die Wege sind nur noch schlecht ausgeschildert, was beinahe zu einem Ausflug auf die zweispurige Bundesstraße führte. Sobald aber die Schweinfurter Straße erreicht ist, führten Radwege unkompliziert bis zum Bahnhof. Einziges Problem dort: Für Fahrräder gibt es nicht genug Fahrradstellplätze

    • Verbrauchte Kalorien: 117
    • Dauer: 16 Minuten
    • Komfort: 3 Sterne ***

    Auto: Entlang der Pleichach dauerte es nicht lange bis zur ersten roten Ampel, um auf die Versbacher Straße abzubiegen. Nach etwa zwei Kilometern folgen weitere Rotphasen. Im Berufsverkehr lautet hier meist das Motto „Eile mit Weile“. Insgesamt sieben rote Ampeln luden auf der Gesamtstrecke zum Innehalten ein. Über den Berliner Ring ist der Hauptbahnhof je nach Verkehrslage schnell erreicht.

    • Kosten: 0,66€ für 4,5 Kilometer
    • Dauer: 11 Minuten
    • Komfort: 3 Sterne ***

    Appartment 552 an der Grombühlbrücke – Hubland/Mensa

    Öffentliche Verkehrsmittel: Vom Studentenwohnheim „522 Apartunities“ führte ein Spaziergang zunächst durch den Ringpark bis zur Haltestelle „Rennweg“ an der Residenz. Von dort aus erst zu starten, war während des Sommerferien-Fahrplans die schnellste Variante. Abseits der Stoßzeiten ist die Strecke zum Hubland zügig geschafft, trotzdem war der Bus ziemlich überfüllt, sodass die Chance auf einen Sitzplatz aussichtslos war. Zum Trost war der Bus immerhin gut klimatisiert, sodass man nicht ins Schwitzen geriet, was die drei Sterne bei Komfort erklärt. Schweißtreibend wurde es erst auf dem Weg, der von der Haltestelle „Philosophisches Institut“ bergauf zur Mensa führte.

    • Kosten: 2,80€
    • Dauer: 25 Minuten
    • Komfort: 3 Sterne ***

    Fahrrad: Vom Berliner Ring führte die Radreise durch den Ringpark zur Rottendorfer Straße. Nach der Überquerung des Stadtrings begann dann die Quälerei hoch zum Hubland. 87 Höhenmeter mussten überwunden werden, die aber Studenten aus dem Appartment 552 beim Heimweg auch wieder runterrollen können. Ein Großteil der Strecke ist mit Fahrradwegen oder Fahrraschutzstreifen gut zu befahren.

    • Verbrauchte Kalorien: 156
    • Dauer: 18 Minuten
    • Komfort: 2 Sterne**

    Auto: Der Weg führte zunächst über den Bahnhof auf den Haugerring und durch den Kreisel am Berliner Platz. Die Ausfahrt in die Martin-Luther-Straße sorgte dann für einen Stern Abzug beim Komfort, denn die Straße ist so holprig, dass selbst dem Beifahrer beim Blick aufs Navigationssystem schnell schlecht werden kann. Die Rottendorfer Straße ist kaum besser, aber mit dem Auto ist der Berg zum Hubland schnell zu schaffen. Während der Fahrt musste an fünf Ampeln gehalten werden. Auch trotz der Umbauarbeiten des Parkhauses unter der Mensa ist für genügend Parkmöglichkeiten gesorgt, vor allem in den Semesterferien.

    • Kosten: 0,60€ für 4,2 Kilometer
    • Dauer: 9 Minuten
    • Komfort: 4 Sterne ****

    Hubland/Mensa – Rathausplatz Heidingsfeld 

    Öffentliche Verkehrsmittel: Um vom Hubland nach Heidingsfeld zu kommen, bietet sich eigentlich die Buslinie 34 an, die direkt dort hin fährt. Nur leider verkehrt sie nur einmal pro Stunde. Sollte jemand dieses Zeitfenster nicht treffen, bleibt nur die Buslinie 10 zum Sanderring. An der Straßenbahnhaltestelle waren sieben Minuten Warten angesagt. Nach einer hitzigen Fahrt in der aufgeheizten Straßenbahn erreichte man die Reuterstraße. Von dort ist der Rathausplatz schnell zu Fuß zu erreichen.

    • Kosten: 2,80
    • Dauer: 33 Minuten
    • Komfort: 2 Sterne **

    Fahrrad: Von der Haltestelle am Hubland führte der Weg in die Zeppelinstraße und dann recht zügig den Berg hinunter Richtung Stadt. Als Radfahrer bietet sich der Weg über die Sanderau und den Sebastian-Kneipp-Steg an, über den das Rad jedoch geschoben werden muss. Auf der anderen Mainseite gelangen Radfahrer am Main entlang sehr entspannt nach Heidingsfeld – dafür sorgt ein Radweg.

    • Verbrauchte Kalorien: 139
    • Dauer: 19 Minuten
    • Komfort: 5 Sterne *****

    Auto: Über die Zeppelinstraße führte die Strecke in die Trautenauer Straße. Über die Ebertsklinge ging es dann auf den Stadtring. Hier wartete die erste von drei roten Ampeln. Das Navigationssystem führte dann auf die Abfahrt am Dallenberg, weiter bis zu engen Gassen in Heidingsfeld. Am Rathausplatz ist zwar gerade eine große Baustelle, doch Parkplätze sind vorhanden.

    • Kosten: 0,79€ für 5,3 Kilometer
    • Dauer: 11 Minuten
    • Komfort: 4 Sterne ****
    Das Fazit
    Fazit: Das Auto blieb im Test das schnellste Verkehrsmittel, wenn die Route nicht nur durch die Innenstadt, sondern auch in die Stadtteile führte. Mit dem Fahrrad, das immer die billigste Alternative war, erreichte man zwar etwas später das Ziel, musste sich jedoch um keinen Parkplatz kümmern. Die öffentlichen Verkehrsmittel schnitten sowohl beim Preis, als auch bei der Zeit am schlechtesten ab. Immerhin sinkt der Preis bei reger Nutzung mit Monats- oder Jahreskarten.
    Die Main Post Mitarbeiter Tim Eisenberger und Veit-Luca Roth beginnen am Residenzplatz ihren Vergleich der Verkehrsmittel Fahrrad - Auto in Würzburg. Foto: Thomas Obermeier

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