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    Würzburg

    Fast eine Woche ohne Gas: Alle Anschlüsse wieder am Netz

    Teile der Würzburger Sanderau waren seit vergangenem Samstag ohne Gasversorgung. Bei einem Pressegespräch versucht die WVV zu erklären: Wie konnte das passieren?
    Mittlerweile sind die Arbeiten an den Gasleitungen in der Sanderau beendet, alle Häuser sind wieder am Netz angeschlossen. Doch auch nach den Bauarbeiten stellt sich die Frage nach den Gründen.
    Mittlerweile sind die Arbeiten an den Gasleitungen in der Sanderau beendet, alle Häuser sind wieder am Netz angeschlossen. Doch auch nach den Bauarbeiten stellt sich die Frage nach den Gründen. Foto: Thomas Obermeier

    Seit letztem Samstag hatten viele Bewohner der Würzburger Sanderau weder warmes Wasser, noch Heizung. Am Donnerstagabend, 20. Februar, gab die Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH (WVV) dann über ihren Twitter-Kanal bekannt: "Gute Nachrichten aus der Sanderau: Bis heute Abend um 18.30 Uhr konnten bis auf einen alle von der Gasversorgungsstörung betroffenen Hausanschlüsse wieder an die Erdgasversorgung angeschlossen werden."

    Auch beim Pressegespräch am Freitag gab es erfreuliche Neuigkeiten: Seit Freitagmorgen um 9 Uhr sind alle Häuser wieder an das Gasnetz angeschlossen. WVV-Geschäftsführer Thomas Schäfer bezeichnet die Situation als "unangenehme Geschichte" und auch Robert Konrad, Vorstand der Stadtwerke Würzburg AG, räumt ein, dass der Vorfall "niemandem peinlicher war als uns selbst."

    Nach Wasserrohrbrüchen: Lage zunächst unklar

    Betroffen waren zwischenzeitlich 90 Anschlüsse in der Virchow-, Weingarten-, Eichendorff-, Randersackerer-, Wölffel-, Sanderglacis-, Schießhaus-, Lessing-, Theodor-Körner- und Huttenstraße, sowie auch am Ludwigskai. Für die Anwohner bedeutete das kalte Wohnungen und Duschen. Zwar konnte seit Dienstag, 18. Februar, das Sandermare inklusive Sanitäranlagen von den Betroffenen kostenlos genutzt werden, kühl blieb es in den Wohnungen aber trotzdem.

    Was war passiert? Durch zwei Wasserrohrbrüche gelang Wasser in Gasleitungen und verteilte sich so in weiten Teilen des Sanderauer Gasnetzes. Hier trafen, so hieß es beim Pressegespräch, mehrere Probleme aufeinander: Zum einen sei die Größenordnung der Situation zu Beginn nicht absehbar gewesen. Man ging zunächst von zwei Rohrbrüchen aus. Das wahre Ausmaß der Ausbreitung des Wassers zeigte sich erst Sonntagabend. Man versuchte zunächst die Rohrbrüche zu lokalisieren, eine Logik bei den Ausfällen sei zunächst nicht erkennbar gewesen.

    Schwierige Situation erforderte knapp 1000 Arbeitsstunden

    Als dann schließlich das Ausmaß erkannt war, mobilisierten die WVV und die Mainfranken Netze GmbH (MFN) alle verfügbaren Kräfte des Bereitschaftsdienstes, so Klaus Kohnle, Geschäftsführer der MFN. Hier zeigte sich aber auch das nächste Problem: Durch die ebene Beschaffenheit der Sanderau mussten zuerst die Tiefpunkte des Gasnetzes gefunden werden. Das gestaltete sich laut Kohnle schwierig.

    Nach von elf Aufgrabungen, bei denen bis zu 18 Mitarbeitern gleichzeitig im Einsatz waren, konnte das Problem schließlich bewältigt werden, so Schäfer. Er dankte den Mitarbeitern, die knapp 1000 Arbeitsstunden an den Baustellen leisteten, viele von ihnen rückten aus Urlaub und Freizeit an.

    Kritik wurde gehört, Entschädigungen stehen aus

    Konrad dankte zudem den Anwohnern für ihr Verständnis und bat um Entschuldigung. Man wolle sich dafür auch erkenntlich zeigen und suche nach einer angemessenen Entschädigung. "Nicht nur in Form eines Entschuldigungsschreibens", so Konrad weiter.

    Auch auf die Kritik an der vermeintlich "schlechten Informationspolitik der WVV" wurde eingegangen. Die WVV sei zurecht kritisiert worden, man sei in der Situation aber auch selbst nicht schlauer gewesen, erklärte Konrad. "Wir werden daraus lernen", auch was den Einsatz vermeintlich alter Mittel wie Lautsprecherdurchsagen bei Notfällen bedeute, so das Vorstandsmitglied.

    Vonseiten der MFN möchte man nicht voreilig über genaue Gründe der Vorfälle spekulieren. Es seien tiefer greifende Analysen der Situation notwendig. Auch verglichen mit anderen Versorgungsunternehmen sei die Störung bayernweit einzigartig gewesen.

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