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    Würzburg

    Fehlende Schutzmasken: Uniklinikum wirft die Waschmaschine an

    Bund und Land versuchen mit Hochdruck Schutzkleidung zu organisieren, doch das Material wird vielerorts knapp. Die Würzburger Uniklinik geht jetzt einen ungewöhnlichen Weg.
    In vielen Arztpraxen und Kliniken fehlt es an Schutzkleidung für Ärzte und Pfleger. Besonders die hochwertigen FFP-Schutzmasken sind schwierig zu besorgen. Foto: Daniel Reinhardt, dpa

    Jeden Tag trifft sich die Corona-Einsatzleitung des Würzburger Uniklinikums zu einer Lagebesprechung. In der Runde wird diskutiert, wie die Versorgung trotz der zunehmenden Zahl an Corona-Infizierten sichergestellt werden kann. Professor Ulrich Vogel, Leiter der Stabsstelle Krankenhaushygiene, bereitet mit Blick auf die kommenden Wochen vor allem das Material sorgen. "Wir haben derzeit keinen hohen Bestand an Atemschutzmasken", betont er.

    Hohe Standards bei Corona-Patienten

    Zwar seien die Einkäufer der Klinik ständig auf der Suche nach Nachschub, doch der Markt ist weitgehend leergefegt. Zusätzlich müssen mittlerweile alle Mitarbeiter in der Krankenversorgung einen sogenannten Mund-und-Nasenschutz aus Papier tragen. Diesen Schritt habe die Klinikleitung – auch mit Blick auf die Vorräte und die zunächst wenigen Corona-Fälle – lange gescheut, erklärt Vogel. Doch er sei notwendig geworden.

    Bei der Behandlung von Corona-Patienten gelten nochmal höhere Standards: Hier sollten Ärztinnen und Pfleger sogenannte FFP2-Masken tragen, die dicht ansitzen und deutlich mehr Partikel aus der Luft filtern. Das Problem: Beide Maskentypen seien momentan schwer zu besorgen. Sollte sich die Situation weiter zuspitzen, empfiehlt das Robert-Koch-Institut, notfalls die Masken mehrfach pro Schicht zu benutzen.

    Wenn Ärzte und Pfleger Corona-Patienten behandeln, reichen die einfachen Schutzmasken nicht mehr aus, weswegen die höherwertigen FFP2-Masken eingesetzt werden. Foto: Karl-Josef Hildenbrand, dpa

    Auch das Uniklinikum bereitet sich aktuell auf die Benutzung von Stoffmasken vor. Laut Vogel ist der Vorteil, dass man diese waschen und wiederverwenden kann. Das muss allerdings gut geplant sein. Im ganzen Krankenhaus müssten Sammelbehälter aufgestellt werden. Diese müssten regelmäßig geleert und die Masken nach der Reinigung wieder verteilt werden. "Das klingt immer so einfach, aber da steckt eine große Logistik dahinter", so Vogel.

    Prinzipiell könnten nicht nur Masken, sondern auch Stoffkittel gereinigt und wiederverwendet werden. Krankenhauswäschereien würden mit hohen Temperaturen und chemischen Zusätzen arbeiten. "Da bleibt nichts von den Erregern übrig", sagt Vogel. Ein Novum aber wäre es allemal. Bisher wurden Masken, Kittel und ähnliche Schutzkleidung aus hygienischen Gründen nur einmal verwendet.

    "Da bleibt nichts von den Erregern übrig."
    Professor Ulrich Vogel, Leiter der Stabsstelle Krankenhaushygiene am Würzburger Uniklinikum

    Während bei den Masken Engpässe drohen, reichten einfache Schutzkittel derzeit aber noch aus. Auch Schutzbrillen und -visiere, die es bei der Behandlung von Corona-Patienten zwingend braucht, seien vom Uniklinikum vermehrt angeschafft worden. Diese könnten ebenfalls nach Benutzung wieder aufbereitet werden. Insgesamt bleibt die Situation also angespannt. Doch Vogel bleibt verhalten optimistisch. Er hofft, dass bald die staatliche Unterstützung der Krankenhäuser greift.

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