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    GEROLDSHAUSEN

    Feuerfontänen beim Nachtzug

    Einmal im Jahr herrscht Ausnahmezustand im ansonsten eher beschaulichen Geroldshausen: Dann zieht der Nachtumzug der Faschingsnarren durch den Ort. Seit neun Jahren ist er ein besonderer Auftakt zur närrischen Hauptsaison am Vorabend des großen Würzburger Gaudiwurms. Auch in diesem Jahr säumten wieder Tausende Fastnachter in dem nicht einmal 1000 Einwohner großen Ort den Straßenrand oder war auf einem der etwa 15 Wagen dabei und feierten kräftig mit.

    Besonders die Jugendlichen und jungen Erwachsenen kamen aus dem ganzen Landkreis, oft mit späten Bussen aus Würzburg. Trotz knackig kalter Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt herrschte ausgelassene Stimmung. Auch wieder viele Eltern mit ihren Kindern waren zu sehen. „Es ist schon erstaunlich, wie rücksichtsvoll alle miteinander trotz der späten Stunde umgehen“, erzählte eine Mutter, die mit ihren beiden Kindern an der Strecke steht, um Bonbons zu fangen.

    Feuerfackeln und Faschingshits

    Immer mehr zum Zentrum der Party entwickelt sich der Dorfplatz vor dem Rathaus. Hier haben die Veranstalter, die Freiwillige Feuerwehr von Geroldshausen, Toiletten aufgestellt, es gibt Glühwein und Bratwürste. Hier und auch im weiteren Verlauf der Hauptstraße stehen die Menschen eng beieinander. Für die mächtigen Faschingswagen schien es manchmal kaum noch ein Durchkommen zu geben. Jeder Wagen wird jedoch von mehreren Aufpassern begleitet, die links und rechts dicht an den großen Rädern der Zugmaschinen absichern und Fahrbahn freihalten. Außerdem waren natürlich vor allem an den Straßen zum Absperren wieder viele Helfer der Freiwilligen Feuerwehr im Einsatz.

    Die meisten Wagen sind auch bei anderen Umzügen dabei. Dennoch nutzten viele die Dunkelheit, um möglichst effektvoll die Geroldshäuser Narrenrunde hinter sich zu bringen: So wird vom Wagen der Kirchheimer Pfarrjugend nicht nur „Kiri Helau“ gerufen. Einige der meist jungen Begleiter sorgten dafür, dass auch bei den Dicht auf Dicht dem „Discowagen“ folgenden Narren Stimmung herrschte. Mit Rauchwolken, bengalischen Feuerfackeln und den passenden Faschingshits gelang dies problemlos.

    Pierrot beobachtete das Narrenvolk

    Von einem anderen Wagen blickte dagegen ein nachdenklicher Pierrot auf die Feiernden. Andere Wagen sind mit Discobeleuchtung ausgestattet. Einen besonderen Akzent setzte der Wagen des Euerhäser Trecker Treck Teams: Von den Traktorschaufeln schossen in unregelmäßigen Abständen Feuerfontänen in die Höhe.

    Nach etwas mehr als einer Stunde war der um 19.11 Uhr gestartete Zug durch den Ort gezogen. In den Straßen herrscht wieder Ruhe, während viele in der eigens von einem Naturstein-Unternehmen zur Verfügung gestellten Halle weiterfeierten.

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