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    WÜRZBURG

    Finale der Firmenchefs

    Top! Der Sieg im 5-Euro-Wettbewerb ging an das Team von „Vote your Movie“ mit Maximilian Neff, Markus Pollmann, Fabian Herrmann und Thomas Maciejewski.ERNST LAUTERBACH/ NORBERT SCHWARZOTT
    Top! Der Sieg im 5-Euro-Wettbewerb ging an das Team von „Vote your Movie“ mit Maximilian Neff, Markus Pollmann, Fabian Herrmann und Thomas Maciejewski.ERNST LAUTERBACH/ NORBERT SCHWARZOTT Foto: Fotos:

    Die Filme, die man gerne mal auf einer großen Leinwand sehen würde, laufen dummerweise nie im Kino? Der Wunschfilm, den man auf keinen Fall verpassen wollte, war viel zu kurz im Programm? Das wollten die Würzburger Studenten Fabian Herrmann, Thomas Maciejewski, Maximilian Neff und Markus Pollmann ändern: Das Kinoprogramm mitbestimmen – das wär's!

    Die Vier starteten kurzerhand das Projekt „Vote Your Movie“, programmierten eine Internetplattform und luden Studenten ein, über Computer oder Smartphone für einen Kinofilm abzustimmen. Auf ihrer Homepage www.voteyourmovie.de sammeln die Jungunternehmern jetzt kontinuierlich Wünsche von Kinofreunden und erstellen daraus eine Filmliste, über die sie abstimmen lassen. Als Kooperationspartner gewann das umtriebige Quartett das Cineworld Mainfrankenpark: An jedem ersten Montag des Monats läuft um 20 Uhr dort nun für drei Euro der gewählte Favoriten-Film.

    Klingt gut? So gut, dass die Jury des studentischen 5-Euro-Business-Wettbewerbs das „Vote Your Movie“-Team in dieser Woche zum Sieger kürte. Für die gute Umsetzung ihres Projekts bekamen die vier Studenten den ersten Preis, dotiert mit 800 Euro. Dazu gab es für die Studenten der Wirtschaftsinformatik und des Fachs Mensch-Computer-Systeme den 150-Euro-Sonderpreis, weil sie eine sehr gute Pressearbeit für ihr Unternehmen gemacht hatten.

    Zum Start des diesjährigen 5-Euro-Business-Wettbewerbs am Anfang des Wintersemesters hatten sich 38 Studierende in zwölf Teams zusammen gefunden. Ihr Ziel: Mit einem symbolischen Startkapital von fünf Euro ein Unternehmen auf die Beine stellen. Innerhalb von nur zehn Wochen sollten die Gründerteams eine Geschäftsidee entwickeln und sie als Gesellschaften des bürgerlichen Rechts auf dem Markt umsetzen. Unterstützung bekamen die Jungunternehmer von Paten aus der Wirtschaft und in Seminaren und Crashkursen zum Thema Unternehmensgründung.

    Am Ende des Wettbewerbs waren es immer noch zwölf Teams, nur ein einziger Student hatte abgebrochen. „Ein derartiges Durchhaltevermögen haben wir bislang noch nicht erlebt“, freute sich Sabine Voß vom Career Service der Universität, die den Wettbewerb organisiert, der in Würzburg nun schon das neunte Mal stattfand.

    Was hatten die zwölf Teams auf die Beine gestellt? Die „MAINe-Literature GbR“ holt unveröffentlichte Texte aus der Schublade und publiziert die ungelesenen Kurzgeschichten und Gedichte bislang unbekannter Autoren. Das Unternehmen „C-Brush“ entwickelte eine Rundbürste mit einziehbaren Borsten, damit sich hängen gebliebene Haare besser entfernen lassen. Die „Rent a Whirlpool GbR“ sorgt mit dem Verleih transportierbarer Sprudelbecken für Entspannung. Und die „Origami GbR“ produziert und vertreibt stilvolle Trauerkarten mit Origami-Motiv. Und bei der „Present Art GbR“ kommt die Kunst von Kunststudenten nicht in die Tüte – sondern darauf!

    Am Ende hieß es nach strenger Begutachtung der Businesspläne, nach dem Jury-Rundgang entlang der Stände und einer öffentlichen Präsentation jedes Teams: Platz eins für „Vote Your Movie“ und die Entwicklung und Vermarktung des Online-Voting-Systems! Das Team plant längst über Kinos hinaus und will sein Abstimmungskonzept auch für Mode und andere Branchen anbieten. „Die Jungs haben eine echte Vision“, würdigte Juror Dr. Stefan Köhler von der Infosim GmbH & Co. KG..

    Auf Rang zwei: „GoSha“, die Shisha für unterwegs. Hendrick Flock und Moritz Rudloff hatten – zunächst zum eigenen Nutzen, dann mit viel Unternehmergeist – eine tragbare, robuste und leichte Wasserpfeife entwickelt, die sich locker ins Reisegepäck stecken lässt. „Ein schönes und stimmiges Produkt mit einem einprägsamen Namen, der Programm ist“, würdigte Juror Hanno Müller von der Sparkasse Mainfranken. „Das GoSha-Team hat eine echte Nische entdeckt“. Dafür gab es den zweiten Preis: 600 Euro.

    Die Gewinner von Platz 3 hatten mit einem Föhn gearbeitet: Thaina Ertan und Carolin König erhitzen alte Schallplatten und formen sie zu schmucken Schalen und Deko-Objekten. An ihrem Stand präsentierten sie beim Wettbewerbsfinale unter anderem eine Etagere, hübsch bestückt mit Muffins und Leckereien. „Retrogere“ nennen die beiden Studentinnen ihr Unternehmen, das – wie sie stolz anmerkten – gut angelaufen ist. Die Jury spendierte den Jungunternehmerinnen für so viel Selbstbewusstsein den mit 400 Euro dotierten dritten Preis.

    5-Euro-Business: Der Wettbewerb ist ein Projekt des Bildungswerks der Bayerischen Wirtschaft und der Initiative „Hochsprung“. Sein Ziel ist, Studenten das unternehmerische Denken und Handeln als Schlüsselkompetenz beizubringen. Hauptsponsoren des Wettbewerbs sind die bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeber bayme vbm sowie die bayerischen Sparkassen. Mehr Infos:

    www.5-euro-business.de

    Robuste Reise-Sisha: Hendrik Flock und Moritz Rudloff erhielten für ihre Wasserpfeife den zweiten Preis.
    Robuste Reise-Sisha: Hendrik Flock und Moritz Rudloff erhielten für ihre Wasserpfeife den zweiten Preis.
    Schalen aus Schallplatten: Thaina Ertan und Carolin König bekamen dafür den dritten Preis.
    Schalen aus Schallplatten: Thaina Ertan und Carolin König bekamen dafür den dritten Preis.
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    Von unserem Redaktionsmitglied Alice Natter

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