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    WÜRZBURG

    Nordbad: im Mai 2020 sollen Schüler dort schwimmen lernen

    Noch bis Mai 2020 muss das Bad in der Lindleinsmühle offen bleiben. Dann soll das neue Nordbad fertig sein. Danach wird ... Foto: Patty Varasano

    Wird Landrat Eberhard Nuß das geplante neue Bad im Würzburger Norden noch während seiner Amtszeit einweihen können? Denn im Mai 2020 endet dessen Tätigkeit als Landkreis-Chef.

    Und immerhin war es Nuß, der die Idee für ein neues Schulschwimmbad hatte. Seine Sorge galt den vielen Schülern, die mangels Wasserfläche nicht mehr schwimmen lernen konnten. Und da kam eine Millionen-Nachzahlung aus der Abfallwirtschaft gerade recht. Die aber wollte Nuß nicht einfach im Kreishaushalt versickern lassen. Die Idee des Schwimmbades war geboren.

    Kreistag stimmte Projekt schon 2014 zu

    Bereits im Dezember 2014 stimmte der Kreistag dann einem gemeinsamen Projekt mit der Stadt Würzburg zu. Das ist nun satte drei Jahre her, und wo steht das interkommunale Schwimmbad jetzt? Zumindest noch nicht auf dem Gelände der Wolffskeel-Realschule, deren gemeinsame Träger Stadt und Landkreis sind.

    Doch es bewegt sich etwas auf der geplanten Wasserfläche: Im Januar, so war aus dem Würzburger Rathaus zu erfahren, werde der Bauantrag dem Bauausschuss zur Genehmigung vorgelegt. Und parallel dazu laufen bereits jetzt die Förderanträge bei der Regierung von Unterfranken.

    Aussicht auf höhere Förderung

    Was lange dauert in Würzburg kann auch Vorteile bringen. Denn, so die Pressestelle der Stadt, weil die Baugenehmigung nun erst im Januar auf die Tagesordnung im Stadtrat kommt, gebe es wahrscheinlich eine höhere finanzielle Förderung vom Staat. Nach Informationen der Stadtverwaltung erhöht nämlich das Land Bayern die Richtwerte für den Bau öffentlicher Bäder.

    Noch vor Weihnachten hat es Gespräche zwischen dem Landkreis Würzburg und dem städtischen Bauamt in der Sache gegeben, bestätigt auch Landrat Nuß. Wenn beide Entscheidungen vorliegen, würden Stadt und Land sich mit großem Einsatz für die Maßnahme einsetzen, versprach der Kreispolitiker.

    Einweihung im Mai 2020?

    Stadt und Land haben sich bisher auf diesen gemeinsamen neuen Fahrplan geeinigt: Wenn alles optimal läuft, könnte es eine Einweihung im Mai 2020 geben, also fünf Jahre und fünf Monate nach der ersten Kreisentscheidung. Die Pressestelle im Rathaus veranschlagt für die Ausschreibung, Vergabe und Bauarbeiten rund zwei Jahre. Allerdings gebe es bei der derzeitigen Auslastung der Baufirmen noch gewisse zeitliche Risiken im Ausschreibungsverfahren.

    Damit könnte es doch noch eng werden für ein gemeinsames Schwimmen im neuen Bad von Schulkindern und Nuß. Dazu der Landrat: „Ich persönlich hatte auf eine schnellere Genehmigung gehofft und bin ein wenig betrübt, dass sich die Planungsphase nun doch sehr in die Länge zieht. Einen Funken Hoffnung habe ich noch, als amtierender Landrat das Schwimmbad einweihen zu können. Es geht aber nicht vorrangig um mich, es geht mir um die Kinder. Jeder Monat ohne Schulschwimmunterricht ist ein verlorener Monat für die Schwimmfähigkeit und damit für die Sicherheit unserer Kinder.“

    Große Debatte um Wassertiefe

    Im Jahr 2016 kostete die Debatte über die Wassertiefe des neuen Bades viel Zeit in den Gremien der Stadt Würzburg. Die Wassersportvereine leisteten erbitterten Widerstand gegen die geplante Tiefe von 1,80 Metern, Die Regierung hatte sie aus Sicherheitsgründen gefordert und wollte auch nur ein solches Becken bezuschussen. Die Vereine wie DLRG votierten für 3,80 Meter wie im maroden Lindleinsmühle-Bad, um ihren Sport und ihre Ausbildung fortführen zu können.

    Der Kreistag hatte sich da längst den Vorgaben der Regierung angeschlossen. Der Stadtrat folgte dem Votum des Kreistages mit der Wassertiefe erst Mitte November 2016.

    Nach all den Planungszahlen im Vorfeld gab es dann im März 2017 eine weitere Überraschung: Das interkommunale Projekt wurde um 1,15 Millionen Euro teurer. Statt vorher sechs Millionen Euro standen bei der exakten Berechnung 7,15 Millionen Euro im Raum. Einige Räte wollten sich damit nicht abfinden.

    Trotz Teuerung Zustimmung im Stadtrat

    Alleine die allgemeine Teuerungsrate zwischen den ersten Planungen im Jahr 2015 und 2017 machten da schon 360 000 Euro aus. Das sorgte dann für einigen Ärger im Stadtrat. Es gab für die Planung dennoch eine Mehrheit. Nun sieht eine Rechnung zwischen den beiden Trägern Stadt und Landkreis so aus: Jeder zahlt 2,396 Millionen Euro, den Rest legt der bayerische Staat drauf.

    Bis mindestens Mai 2020 muss das marode Bad an der Gustav-Walle-Schule nun also noch für Schulschwimmen und Vereinstraining durchhalten. Dann soll es geschlossen werden. Eine Sanierung ist nach der Einschätzung der Experten der städtischen Bäder-GmbH unwirtschaftlich.

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