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    Würzburg

    Forderungen bei Demo lautstark auf die Straße gebracht

    Mehrere Hundert Menschen treffen sich am Samstag (12.10.19) zur Auftaktkundgebung der gemeinschaftlichen Großdemonstration am Würzburger Hauptbahnhof. Unter dem Motto „#unverhandelbar“ geht es den unterschiedlichen Gruppierungen und Organisationen um die Themen Menschenrechte, Klimagerechtigkeit und Gleichstellung. #Protest Foto: Patty Varasano

    Die Veranstalter sprachen von bis zu 800, Polizeisprecher Philipp Hümmer von gut 500 Teilnehmern bei der Dreifach-Demonstration in der Innenstadt: Unter dem Motto "Unverhandelbar" waren vorwiegend junge Leute am Samstag lautstark, fröhlich und friedlich vier Stunden lang für Menschenrechte, Geschlechtergerechtigkeit und Klimaschutz auf der Straße.

    Ein paar mehr als die von der Polizei gezählten 500 Demonstranten dürften es schon gewesen sein, die zum Abschluss der von mehr als 20 Organisationen veranstalteten "Kritischen Einführungswoche" auf drei verschiedenen Routen durch die Stadt zogen. Eine Sprecherin der Organisatoren erläuterte zum Auftakt am Hauptbahnhof den Hintergrund: "Als Teil von mehreren global wachsenden Bewegungen kämpfen wir dafür, wieder einen unverhandelbaren menschlichen Konsens zu finden für die solidarische Gesellschaft, in der wir leben wollen."

    Demonstranten teilten sich in drei Gruppen auf

    Unverhandelbar sind für die jungen Aktivisten die dringend nötigen Maßnahmen zum Schutz des Klimas, die Gleichberechtigung aller Geschlechter und die Menschenrechte für Menschen auf der Flucht. Dass die verschiedenen Organisationen den Kapitalismus weitgehend ablehnen und die Demo-Teilnehmer dem linken politischen Spektrum zuzuordnen sind, war keine Überraschung und wurde nicht erst durch antinationalistische und antifaschistische Sprechchöre auf ihren verschiedenen Wegen durch die Stadt deutlich. "Der globale Kapitalismus muss radikal analysiert und Alternativen gefunden werden", hieß es zum Beispiel im Redebeitrag am Bahnhofsvorplatz.

    Dann teilten sich die Demonstranten in drei Gruppen auf, die auf verschiedenen Wegen in die Innenstadt liefen: Der Klimaschutz-Teil startete Richtung Berliner Ring und Ludwigstraße, die queer-feministische Tanzdemo lief mit lauter Musik durch die Kaiser- und Theaterstraße und der Solidaritätsblock bewegte sich durch Bismarckstraße, Kranenkai und Karmelitenstraße. Jeweils zwei der drei Blöcke fanden sich zu Zwischenkundgebungen in der Hofstraße, am Unteren Markt und am Geschwister-Scholl-Platz zusammen.

    Abschlusskundgebung am Willy-Brandt-Kai

    Vor dem dortigen Justizgebäude kritisierte ein Sprecher den Umgang der Justiz in Brandenburg und Italien mit Klimaschutz-Aktivisten und Seenotrettern: "Immer öfter werden wir für unsere politische Arbeit öffentlich angefeindet, angeklagt und verurteilt." Die Solidaritäts-Demo forderte unter anderem sichere Fluchtwege und menschenwürdige Lebensbedingungen für Geflüchtete und sprach sich gegen jeglichen Antisemitismus aus.

    Die Klimaschutz-Abteilung warf der Bundesregierung Versagen vor: Deren Klimaschutzpaket enthalte "lächerliche Klimaschutzmaßnahmen, die den Namen nicht verdienen". Zur Abschlusskundgebung trafen alle drei Gruppen etwa 45 Minuten früher als geplant unterhalb der Löwenbrücke am Willy-Brandt-Kai zusammen – etwa 250 Teilnehmer waren zu diesem Zeitpunkt noch dabei.

    Aktivisten seilten sich von der Festungsmauer ab

    Zur selben Zeit seilten sich auf der anderen Mainseite drei Aktivisten von der Festungsmauer ab und entrollten ein weit sichtbares großes Banner mit der Aufschrift "Keine Festung Europa". Die Polizei traf vor Ort zehn Personen an, die von den Beamten vor Ort die Auflage bekamen, das Banner um 17.45 Uhr wieder abzuhängen, was dann auch geschah. Die Personalien der drei Kletterer wurden festgestellt, nach Auskunft der Polizei wird ein Ermittlungsverfahren wegen Hausfriedensbruchs geprüft.

    Aktivisten seilten sich von der Festung Marienberg ab und hissten ein Banner. Foto: Thorsten Schiebler

    Auch wenn es deutlich weniger als die von den Veranstaltern erwarteten tausend Teilnehmer wurden, waren die Veranstalter der Kritischen Einführungswoche zufrieden: "Wir haben es sehr deutlich und lautstark geschafft, unsere Forderungen auf die Straße zu bringen", sagte ihre Sprecherin Marina Bottke: "Die Würzburgerinnen und Würzburger haben mit Sicherheit etwas von uns mitbekommen, und das war unser Anliegen." Die Polizei bescheinigte der Unverhandelbar-Demo einen friedlichen und störungsfreien Verlauf.

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