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    Fränkischer Humor ist Balsam für die Seele

    Gespannt saßen die Gäste im „Vereinsstüble“ in Remlingen und warteten „ä weng“ auf den Beginn der „Mundart-Rallye“, die am Freitagabend erstmals in den Dörfern Uettingen, Remlingen, Homburg und Billingshausen stattfand. Bei dieser humorvollen Kulturtour reisten vier fränkische Mundartakrobaten von Wirtshaus zu Wirtshaus und stellten in jeweils 30 Minuten die fränkische Sprache und Lebensweise vor – mit all ihrer Vielseitigkeit in Dialekt und Themenbetrachtung.

    Auftakt mit Weinbäuerle Karl

    Den Anfang machte Günther Stock aus Würzburg. Er begann seinen Vortrag als das Weinbäuerle „Höcker Karl“ mit den Worten „Ihnen kenn ich, i wäss bloß nit wohär“ und erntete so schon die ersten Lacher. Er klärte über den fränkischen Plural auf: „Hund – Hünd, Brod – Bröder“. Und der Höckers Karl erzählte lustige Geschichten, die er mit seinem „Kunnele“ erlebt hat, vom Homebanking („Geld unnerm Kopfkisse“), vom demographischen Wandel („Witwen leben länger als ihre Männer“) und vom fränkischen Sushi („in Rollen geschnittene Krautwickel“). Noch schnell ein Foto und dann musste Günther Stock auch schon weiter zur nächsten Gastwirtschaft.

    Die Pause nutzten die Gäste dann, um sich bei leckeren Spargelgerichten zu stärken. Jetzt war der Mundartautor und Frankenwürfel-Preisträger, Wilhelm Wolpert, bekannt auch als „Fregger“ aus Haßfurt, an der Reihe. Er trug seine „Liedli un Gschichtli“ mit einem Augenzwinkern vor.

    Begeistert ins Frankenlied eingestimmt

    Danach legten die Schneesenger aus Uettingen – Bernhard Kohlhepp, Josef Kampert und Norbert Weimer – mit dem „Frankenlied“ so richtig los. Sofort sang das Publikum begeistert mit. Weiter im Repertoire: „Ja unser fränkisch klingt so wunderbar“ von Michl Müller, „Ä weng“ und die Lieder „Wenn zwei verliebt, verlobt, verheiratet sind“, „Heißer Sand“ – passend zum Wetter – „7000 Rinder“ und „Unterfranken, du mein liebes Heimatland“. Das gefiel den Besuchern sichtlich. Die Schneesenger erklärten: „Ä weng Arbeit bedeutet viel zu tun, ä weng mehr Geld bedeutet eine kaum spürbare Lohnerhöhung, für ä weng Hunger reicht eine Bratwurst am Markt und ä weng Durst, naja, ihr wisst scho.“.

    „Gschmarri“ aus der Bamberger Region

    Wolfgang Reichmann aus Bamsdorf präsentierte quasi als Absacker die typische Sprache der „Bamberger Zwiebeltreter“. Der Träger des Frankenwürfels erzählte lustige Anekdoten vom „Club“: „Dort trainieren die Spieler auf dem Fahrrad, damit keiner auf- und absteigen muss.“ Er berichtete auch vom Vorsitzenden des Kaninchenzüchtervereins, der Dr. Rammler heißt, und von den Heerscharen von japanischen Touristen, die jeden Sommer Bamberg einnehmen. Und er liebte „Nonsens-Gedichte“ wie: „Ein Auto fuhr durch Gossensass und kam in eine Soßengass, so dass die ganze Gassensoß sich über die Insassen ergoss“. Auch seinem „Gschmarri“ hätte man noch stundenlang zu hören können.

    Gabi Hellmann von den veranstaltenden MundArtisten aus Uettingen zeigte sich begeistert: „Alles in allem für die erste Rallye dieser Art bin ich mehr als zufrieden. Uettingen war ausverkauft“. Sie denkt schon an eine Fortsetzung der Veranstaltung und setzt auf die Mund-zu-Mund Propaganda.

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