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    Ochsenfurt

    Für Wanderer wird Ochsenfurt gleich dreifach attraktiver

    Zum Markierungsrundgang für die neu ausgewiesenen Wanderwege trafen sich am Forst (von links):  Wilfried Buhler und Helmut Schuster vom Spessartbund, Forstrevierleiterin Valerie Kantelberg, Anne Derday, Leiterin der Tourist-Info, und Dirk Rohracker, Mitarbeiter des Bauhofs und ehrenamtlicher Wegewart für Ochsenfurt. Foto: Antje Roscoe

    Im Sommer hat Anne Derday, Leiterin der Tourist-Info in Ochsenfurt keine Sorge, die Gäste zu beschäftigen. In der Vor- und Nachsaison ist das schon anders. Um die Gäste dann länger als einen Altstadt-Tag lang in Ochsenfurt zu halten, muss man noch etwas zusätzlich anbieten können. Allerdings muss nichts neu erfunden, nur die Schätze gehoben werden: "Die Leute laufen gerne", sagt Derday.

    In der Natur gab es kein einziges Wanderwege-Schild mehr

    Wanderwege existieren zwar, aber ohne Ortskenntnis sind sie kaum zu finden. Mit der Pflege ist es offenbar wie mit den Beschreibungen der alten Routen. Es fehlt die Aktualisierung. Sie ist nur auf den alten Druckplatten konserviert. Und in der Natur habe sie kein einziges Schild mehr gefunden. Die Gastronomie andererseits fragt regelmäßig nach Flyern. Derday: "Das Interesse ist da. Die Leute wollen und brauchen das. Es war einfach Zeit, die Wanderwege zu überarbeiten".

    "Es war einfach Zeit, die Wanderwege zu überarbeiten."
    Anne Derday, Leiterin der Tourist-Information

    Die Stadt Ochsenfurt hatte deshalb vor zwei Jahren ein Planungsbüro für Wandertourismus beauftragt, sinnvolle Routen zu erarbeiten. Herausgearbeitet hat Hans-Georg Sievers drei Touren. Der Spaziergang über 3,5 Kilometer "Zur Wolfgangskapelle" rückt dieses Kleinod damit stärker in den Fokus. Die Halbtagestour "Im Ochsenfurter Forst" mit knapp zehn Kilometern geht durch den Ochsenfurter Forst mit dem Lehrpfad, um den Ochsensee und am Forstrand entlang. Vielfältige Natur ist hier das Thema. Als Tagestour über 17 Kilometer konzipiert ist der Rundwanderweg "Maindreieck-Runde" nach Marktbreit, Segnitz und Frickenhausen mit kulturellem Schwerpunkt und Möglichkeiten zur Einkehr.

    Die Spaziergänger-Route hat die St. Wolfgangskapelle zum Ziel – mit der schönen, stets gepflegten Anlage. Direkt davor die uralte Linde mit der Rundbank. Foto: Antje Roscoe

    Geführt wird der Wanderer vor Ort jeweils mit dem Logo des MainDreiecks – oder digital mittels GPX (Format zur Speicherung von Geodaten) über die Seiten der Stadt Ochsenfurt bzw. der Allianz MainDreieck. Die Wandermöglichkeiten, die sich von Goßmannsdorf aus bieten, habe man bewusst außen vor gelassen, denn dort ist bis Herbst 2019 einer der Europäischen Kulturwege im Entstehen. Dieser verbindet Goßmannsdorfs Steinhauerweg, Winterhausen mit dem Mondweg und Sommerhausens Panoramaweg. Die Stadt Ochsenfurt wird dazu lediglich noch eine Anbindung zur Ochsenfurter Altstadt ausschildern.

    Foto: MP-Grafik Heike Grigull

    Wanderwege sollen bis Ende Mai ausgeschildert sein

    Die eigenen Wanderwege dagegen sollen bis Ende Mai etwa fertig ausgeschildert sein. Derday kennt die Frage und wundert sich selbst noch immer, wie lange das Projekt "Wanderwege" dauert. Auch sie habe den Aufwand unterschätzt, aber die Aufgabe sei komplex, viele Partner seien beteiligt. Für jedes Grundstück mussten demnach die Eigentümer bzw. die Pächter festgestellt und einbezogen werden, beim Rundwanderweg über die Gemarkungsgrenzen hinweg natürlich auch die jeweiligen Kommunen. Fragen wie "Darf Ochsenfurt in Marktbreit beschildern?" gingen dort in den Stadtrat.

    Attraktives Ziel: das Denkmal St. Wolfgangskapelle, wo sich schon vor Jahrhunderten die Wege nach Süden teilten Foto: Antje Roscoe

    Für den Wald und die Naturschutzgebiete waren die jeweiligen Behörden einzubeziehen, was sich aber auch als nützlich erwies. So konnte Valerie Kantelberg, Leiterin des Forstreviers Maintal, sowohl für die Streckenführung als auch bei der Wahl der Standorte für die Beschilderung wichtige Tipps geben. Oft ging es dabei um die Sicherheit und den Pflegeaufwand, also Kosten. So scheint der Weg am östlichen Ufer des Ochsensees entlang zwar verlockend romantisch, der Blick in die Höhe zeigte aber, dass aus Gründen der Verkehrssicherung an verschiedenen Bäumen Schnitte oder auch eine  Fällung vorzunehmen wären. Der westlich verlaufende Weg dagegen ist als offizielle Route problemlos.

    Auch der Lebensraum der Wildtiere musste respektiert werden

    Attraktion am Rande: der Biberbau im Naturschutzgebiet Zeubelrieder Moor bleibt bei der offiziellen Route des Forst-Wanderwegs außen vor. Foto: Antje Roscoe

    Haftungsfragen spielten generell eine große Rolle, wofür auch eine Versicherung abzuschließen und die Pächter freizusprechen waren. Außerdem galt es verschiedene Nutzergruppen und ihre Bedürfnisse abzuwägen, darunter Jagdpächter, die eher weniger Interesse an Wanderern in ihrem Revier haben, Familien mit Kinderwagen, Mountainbiker oder Hundehalter. Nicht zuletzt ist auch der Lebensraum der Wildtiere zu respektieren, weshalb beispielsweise ein naher Biberbau nicht als Attraktion in die Routenführung einbezogen wurde.

    Die fachlich richtige Markierung der Wege und ihr Unterhalt stellen wiederum eine eigene Dienstleistung dar, die der Spessartbund anbietet. Helmut Schuster, im Vorstand fürs Wegenetz zuständig, erklärt  zum Beispiel, wie Markierungen anzubringen sind, so dass sie den Bäumen nicht schaden und "mitwachsen". Der Spessartbund schult und betreut die ehrenamtlichen Wegewarte vor Ort. Mit Stefan Gorny und Dirk Rohracker sind diese zu Derdays Erleichterung bereits gefunden. Damit ist  sicher gestellt, dass die neu ausgewiesenen Wege auch gangbar und attraktiv bleiben.

    Geführt wird der Wanderer jeweils mit dem Logo des MainDreiecks. Foto: Stadt Ochsenfurt

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